Kaum noch Holz vor der Hütte

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Die Papier- und Verpackungsindustrie erlebt eine zweite Renaissance. Holz wird immer knapper und teurer. (Foto: photo 5000 / Adobe Stock)

Nachdem die Papier- und Verpackungsindustrie durch die Digitalisierung und das papierlose Büro totgeredet wurde, erlebt sie seit wenigen Jahren eine zweite Renaissance. Der zunehmende Online-Handel hat der Nachfrage nach Papier und Verpackungsmaterial auf neue Rekordniveaus verholfen.

Die Erfolge der großen Online-Händler wie Amazon, Zalando oder Alibaba kommen bei den Papierunternehmen an. Die Pandemie hat den Online-Handel nochmals verstärkt. Die Nachfrage war sogar so hoch, dass jetzt kaum noch Holz auf dem Weltmarkt verfügbar ist. Seit August sind die Preise auf dem Rohstoffmarkt sprunghaft angestiegen. Die Papierindustrie konkurriert mit der Bauwirtschaft, die ebenfalls auf Holzreserven zurückgreifen musste.

Gleichzeitig belasten Logistikprobleme den Warenverkehr und sorgen hier für lange Verzögerungen. Bei den Papier- und Verpackungsunternehmen hatten damit grundsätzlich die durchintegrierten Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil, welche die gesamte Wertschöpfungskette in den eigenen Konzernstrukturen abbilden können. Durch diese Aufstellungen sind solche Unternehmen weniger anfällig für Preisschwankungen und externe Markteffekte. Insgesamt wirkte sich der gestiegene Holzpreis aber negativ auf die gesamte Branche aus.

Stora im Aufwind

Positiv hervorzuheben ist Stora Enso, die für das 1. Halbjahr starke Zahlen vorgelegt und unsere Erwartungen deutlich übertroffen haben. Der Umsatz legte um 12,7% auf 4,9 Mrd. € zu. Das operative Ergebnis stieg um 7,3% auf über 1 Mrd. €. Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn um 15,8% auf 0,44 € je Aktie. Hält diese Entwicklung an, steuert Stora auf seine alten Rekordstände zu. Der Papierkonzern baut seine Produktion um und möchte so schneller wachsen. Dazu investiert Stora in neue Produktionsstätten und in das Thema Nachhaltigkeit.

Investitionen in die Nachhaltigkeit und neue Partnerschaften

Nachhaltig wirtschaften bekam in den vergangenen Jahren einen neuen Stellenwert. Dies gilt umso mehr für Unternehmen aus der Papierbranche, die einen näheren Bezug zu natürlichen Ressourcen haben als andere Konzerne. So überrascht es nicht, dass sich fast jedes Unternehmen die Nachhaltigkeit auf die eigenen Fahnen schreibt.

Doch die Projekte unterscheiden sich. So plant UPM-Kymmene zusammen mit Siemens Energy eine Bioraffinerie in Sachsen-Anhalt, die chemische Grundprodukte herstellen soll. Üblicherweise werden chemische Grundprodukte mit fossilen Brennstoffen hergestellt. UPM möchte die erste Raffinerie bauen, die chemische Grundprodukte auf Holzbasis produzieren kann. Der Produktionsstart ist für 2023 vorgesehen und kostet 550 Mio. €.

Auch Sappi setzt auf die Innovationskraft von strategischen Partnerschaften. Nachdem der Papierkonzern bereits die Partnerschaft mit HP bekannt gegeben hatte, folgt jetzt eine weitere vielversprechende Kooperation mit ISBC. Gemeinsam wird intelligentes Papier mit eingebauten RFID-Chips auf den Markt gebracht.

Die patentierte Technik lässt sich gewöhnlich bedrucken und vielseitig einsetzen. Dagegen hat sich Mayr-Melnhof Karton AG für eine Akquisitionsstrategie entschieden und gleich zwei strategische Zukäufe erfolgreich abgeschlossen. Mit der Übernahme von Kwidzyn (Polen) und Kotkamills (Finnland) werden die eigenen Produktionskapazitäten deutlich ausgeweitet und das Wachstum bei nachhaltigeren Verpackungslösungen vorangebracht.

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Pandemie lässt die Gewinne der Papierindustrie schmelzenDie Papierindustrie ist hart getroffen, die Gewinne sind dahingeschmolzen. Den Herstellern von Büroartikeln geht es nicht besser. › mehr lesen


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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