Stahl: Diese Aktie ist gleich doppelt interessant

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Die hohen Stahlpreise sorgen bei einigen Unternehmen für lukrative Gewinne. Dieser deutsche Konzern ist aber auch aus einem anderen Grund einen Blick wert. (Foto: Mr. Kosal / shutterstock.com)

“Keine Liefermöglichkeit, noch bis zum Herbst sind sämtliche Mengen vergeben“. Nicht selten sind das die Antworten, die Stahleinkäufer derzeit erhalten. Tatsächlich ist der essenzielle Werkstoff aktuell so knapp wie lange nicht mehr. Entsprechend sind die Preise für Stahl in den letzten Monaten gestiegen.

Hohe Stahlpreise: Manche Unternehmen freut‘s

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sind die Kosten für Betonstahle im Mai um 44,3 Prozent, die für Betonstahlmatten um 30,4 Prozent gestiegen. Betonstahle werden unter anderem zur Verstärkung von Bodenplatten, Decken oder Wänden eingesetzt. Hauptgründe für die anziehenden Stahlpreise dürften die Nachfrage im In- und Ausland während der Corona-Pandemie sowie Probleme in der Versorgung mit Rohstoffen sein.

Für Stahlabnehmer wie die Autobranche oder der Bausektor sind das freilich keine guten Nachrichten. Andere Firmen allerdings profitieren von den steigenden Preisen. Gestern habe ich Ihnen am Beispiel Covestro das Potenzial im Bereich der Kunststoff-Hausse geschildert. Heute soll mit dem Materialhändler Klöckner & Co ein Stahl-Profiteur in den Mittelpunkt rücken.

Klöckner & Co: auch ein Vorreiter in Sachen Digitalisierung

Klöckner & Co übernimmt für seine mehr als 100.000 Firmenkunden in 13 Ländern Beratung, Beschaffung, Lagerhaltung, Anarbeitung, Fertigung und Distribution rund um das Thema Metalle und insbesondere Stahl. Besonders interessant für die Zukunftsfähigkeit: Das Duisburger Unternehmen ist ein Vorreiter in Sachen Digitalisierung. Inzwischen erzielt Klöckner rund 45 Prozent seiner Umsätze mit digitalen Bestellungen. Künftig will der Konzern diese Strategie intensivieren, um mit neuen IT-Kompetenzen noch mehr Effizienz beim Stahlhandel erreichen – inklusive einer besseren Kostentransparenz und schlankeren Verwaltung.

Damit will Klöckner seine Profitabilität maßgeblich voranbringen. Bis spätestens 2025 erwartet der Konzern sehr deutliche positive Effekte in Sachen Gewinn. Man wolle die führende digitale Plattform für Stahl und weitere Werkstoffe in Europa und Amerika werden, so die Zielsetzung des neuen Firmenchefs Guido Kerkhoff.

Geldregen in Duisburg

Bereits im ersten Quartal 2021 konnte Klöckner satt profitieren. Durch die hohen realisierten Preise im Stahlbereich erzielte der Materialhändler ein EBITDA von 130 Millionen Euro. Damit lag man am oberen Ende der Prognosespanne. Laut Konzern war das das stärkste Quartalsergebnis seit mehr als 12 Jahren.

Halbjahresbilanz am 10. August

Klöckner erwartet, dass die Stahlpreise auf absehbare Zeit hoch bleiben werden. Erst kürzlich verdoppelte das Unternehmen seine EBITDA-Prognose für das zweite Quartal 2021 auf 260 bis 290 Millionen Euro. Das wäre mindestens eine Verdoppelung gegenüber Q1. Der Stahlhändler dürfte somit rund ein Drittel seines gesamten Börsenwerts als Betriebsgewinn einspielen. Kein Wunder also, dass die meisten Analysten derzeit den Kauf des Papiers anraten. Interessierte Anleger sollten sich jetzt den 10. August auf den Terminkalender schreiben. Dann wird Klöckner seine offizielle Halbjahresbilanz zu 2021 vorstellen.


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Von: Marco Schnepf.

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