Boomende Geschäfte mit Abfällen jeder Art

Recycling Abfall – shutterstock_325297622 Evan Lorne

Für Abfallentsorgungsunternehmen wie Waste Management, Stericycle und Veolia bedeutet viel Müll auch viel Geschäft. (Foto: Evan Lorne / Shutterstock.com)

Medizinische Abfälle waren bereits vor der Pandemie ein boomendes Geschäft; aber Corona hat die Situation beschleunigt. Ein Großteil der persönlichen Schutzausrüstung, die Beschäftigte im Gesundheitswesen verwenden, muss als medizinischer Abfall entsorgt werden.

Laut einem MRC-Bericht (Medical Research Council) wird erwartet, dass medizinischer Abfall bis 2024 zu einem Markt von 18,9 Mrd. $ heranwächst. Allein in US-Krankenhäusern fallen laut Practice Greenhealth jährlich mehr als 5 Mio. Tonnen medizinische Abfälle an. Und die Weltbank rechnet bis 2050 mit einem Anstieg der Müllmenge um 70%.

Viel Müll bedeutet viel Geschäft

Waste Management, Stericycle und Veolia sind die Akteure, die von diesem Wachstum profitieren sollten. Weil Entsorger hohe behördliche Auflagen erfüllen und alles extrem sorgfältig dokumentieren müssen, bedeutet das eine sehr hohe Eintrittsbarriere, die es Wettbewerbern schwer macht, an der schon fast monopolartigen Domäne zu rütteln.

Waste Management ist schon das größte Abfallentsorgungsunternehmen in den USA und wurde durch die Akquisition von Advanced Disposal Services noch größer. Der Konzern unterhält auch einen Bereich für medizinische und pharmazeutische Abfälle. Die Übernahme von Advanced Disposal, die Rückkehr der Volumina zum Vorkrisenniveau und eine effiziente Kostenkontrolle trugen zu hervorragenden Ergebnissen bei. So stieg der Umsatz im 1. Halbjahr um 17,8%.

Auch Veolia hat Rekordergebnisse erzielt. Der Umsatz stieg um 10% und das operative Ergebnis um 30,1%. Obwohl beide Unternehmen im Bereich Abfallentsorgung tätig sind, gibt es zwischen ihnen aber große Unterschiede. Während bei Waste Management rund 11% vom Umsatz als Gewinn übrig bleiben, sind es bei Veolia mit 2,8% deutlich weniger. Auch bei der Kursentwicklung gibt es einen größeren Unterschied. Wer in den vergangenen 5 Jahren in die Veolia-Aktie investiert war, konnte sein Kapital um 40% vermehren. Und wie sieht es bei Waste Management aus? Deutlich besser. Als Anleger konnte man hier seinen Einsatz mehr als verdoppeln.

Stericycle ist die Nummer 4 in der amerikanischen Abfallwirtschaft, und der Großteil des Geschäfts entfällt auf medizinische Abfälle. Die Konzentration auf das Kerngeschäft scheint erste Früchte zu tragen. Nach einem eher durchwachsenen 1. Quartal lief es bei Stericycle im 2. Quartal wieder besser.

Die EU macht Dampf

Im Bereich automatisierter Rücknahme leerer Getränkeverpackungen ist Tomra Pionier und der Spezialist mit weltweit mehr als 85.000 eingesetzten Systemen. Tomra hat auch im 2. Quartal der Pandemie getrotzt. Umsatz sowie operatives Ergebnis legten kräftig zu. Das dürfte zukünftig so bleiben.

Denn die EU erwartet ab 2025 eine Mindestreyclingquote von 25% für die Herstellung von PET-Getränkeflaschen. 5 Jahre später soll dieser Anteil bereits 30% betragen. Dadurch gewinnt die Recycling-Industrie noch mehr an Bedeutung, wovon auch Tomra profitieren wird. Der Konzern sieht Potenzial, bis 2030 rund 40% der weltweit jährlich produzierten Kunststoffverpackungen für das Recycling zu sammeln.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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