Bayer will Pharmageschäft mit Übernahme stärken und legt bis zu 2 Milliarden Dollar für Vividion Therapeutics auf den Tisch

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Bayer will Vividion Therapeutics für bis zu 2 Milliarden Dollar schlucken: Übernahme soll eigene Pharmaforschung stärken und neue Wachstumsmöglichkeiten erschließen (Foto: Alfred Sonsalla / Shutterstock.com)

Gestern hat der DAX-Konzern seine Zahlen zum abgelaufenen Quartal präsentiert und überraschend auch eine milliardenschwere Übernahme bekanntgegeben. Die Leverkusener wollen Vividion Therapeutics für bis zu 2 Milliarden Dollar schlucken. Damit will der Konzern seine Pharmaforschung vorantreiben und sich mittelfristig neue Wachstumsmöglichkeiten erschließen. Der Fokus von Vividion liegt auf innovativen Therapien in der Onkologie und Immunologie.

Bayer bringt Übernahme unter Dach und Fach

Bis zu 2 Milliarden Dollar lässt sich Bayer den Kauf der US-Firma Vividion kosten. Drei Viertel des Kaufpreises sollen direkt nach Abschluss der Transaktion fließen, wohingegen weitere 500 Millionen Dollar an das Erreichen von Meilensteinen gekoppelt sind. Läuft alles nach Plan, dann dürfte die Übernahme noch im dritten Quartal final abgeschlossen werden.

Schnell lief auch der gesamte Verhandlungsprozess, da Vividion parallel auch den eigenen Börsengang bereits in die Wege geleitet hatte. Laut Bayer-Pharmachef Stefan Oelrich vergingen vom ersten Telefonat bis zur Unterschrift gerade einmal sieben Wochen. Vividion soll nach der Übernahme als eigenständiges Unternehmen im Bayer-Konzern fortgeführt werden.

Wer hinter Vividion Therapeutics steckt

Das in San Diego, Kalifornien, ansässige Unternehmen Vividion wurde mit dem Ziel gegründet, neuartige Entdeckungstechnologien einzusetzen, um krankheitsverursachende Proteine für verschiedene Krebsarten und Immunkrankheiten zu bekämpfen. Das Unternehmen untersucht mit seiner Technologie die Oberflächen von schwer adressierbaren Eiweißen auf potenzielle Bindungsstellen, an die Medikamente dann eventuell andocken könnten.

Das Management wird von Chief Executive Officer Jeffrey S. Hatfield, M.B.A., geleitet, der seit November 2020 für das Unternehmen tätig ist und zuvor CEO von Zafgen vor dessen Fusion mit Chondrial Therapeutics war.

Zu den Investoren, die mindestens 267 Millionen Dollar in das Unternehmen investiert haben, gehören bekannte Frühphasen-Investoren mit Fokus auf Gesundheitstechnologien wie ARCH Ventures, Versant Ventures, CHP und Nextech Oncology.

Trotz sehr frühen Geschäftsstadiums schon Umsätze

Dabei zeigt ein Blick in die zum potenziellen Börsengang eingereichten Umsätze ein Kuriosum: Obwohl Vividion ein Forschungsunternehmen in sehr frühem Stadium ist, weist die Gesellschaft schon nennenswerte Umsätze aus, die aus Kooperationsvereinbarungen mit den Pharma-Riesen Bristol Myers Squibb und Roche stammen. So gingen im ersten Quartal Umsätze von 14,91 Millionen Dollar durch die Bücher, ein Plus von 142% zum vergleichbaren Vorjahresquartal.

Analysten sehen hohes Marktpotenzial

Das Feld um die innovativen Behandlungsmethoden gilt als hochattraktiv. Einem Marktforschungsbericht von Absolute Reports aus dem Jahr 2021 zufolge belief sich der weltweite Markt für Krebs-Gentherapien im Jahr 2019 auf schätzungsweise 558 Millionen Dollar und wird bis 2030 voraussichtlich 16,5 Milliarden Dollar übersteigen.

Management passt Prognose nach oben an

Unterdessen haben die Leverkusener gestern auch ihren Ausblick angehoben. Beim Umsatz peilt der Bayer-Konzern nun rund 44 Milliarden Euro an. Für Sie zum Vergleich: Bislang war das Management von einer Spanne zwischen 42 Milliarden und 43 Milliarden Euro ausgegangen. Das Ergebnis je Aktie soll sich zwischen 6,40 und 6,60 Euro einfinden. Das sind 20 bis 30 Cent mehr als bislang erwartet wurden.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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