Deutsche Post stärkt mit Milliardenzukauf das Seefrachtgeschäft

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Deutsche Post will sich mit Milliardenübernahme im lukrativen Seefrachtgeschäft verstärken: Anleger goutieren Übernahme und treiben Aktienkurs Richtung Allzeithoch (Foto: Michael715 / shutterstock.com)

Das Übernahmekarussell dreht sich momentan wieder auf Hochtouren. Mit der Deutschen Post hat jetzt wieder mal ein DAX-Konzern zugeschlagen. Der Logistik-Riese will sich im Seefrachtgeschäft verstärken und legt für den Mainzer Getränkelogistiker Hillebrand 1,5 Milliarden Euro auf den Tisch.

Den Anlegern gefällt die Meldung. Die Papiere der Deutschen Post tendierten leicht fester und setzten damit ihre rasante Kursrally fort. Seit dem Jahreswechsel kletterten die Papiere um 44% nach oben – damit kratzt die Aktie an einem neuen Rekordhoch.

Deutsche Post stemmt größten Zukauf seit 2005

Für die Deutsche Post ist der Milliarden-Zukauf die größte Übernahme seit mehr als 16 Jahren. Damals hatte der Logistik-Konzern für rund 5,5 Milliarden Euro den britischen Frachtkonzern Exel geschluckt. Den Erwerb von Hillebrand lässt sich die Deutsche Post 1,5 Milliarden Euro kosten. Zuletzt erzielte der Speziallogistiker einen Jahresumsatz von 1,4 Milliarden Euro. Im Vor-Corona-Jahr 2019 lag das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei 66,4 Millionen Euro.

Das Management der Deutschen Post geht davon aus, dass sich der Zukauf ab dem ersten Tag positiv auf das Ergebnis auswirken wird.

Verkäufer ist der belgische Finanzinvestor Cobepa, der seit 2006 an dem Unternehmen beteiligt und seit 2016 Mehrheitseigner ist. Finanziert werden soll die Übernahme aus vorhandenen liquiden Mitteln.

Lukratives Seefrachtgeschäft im Visier

Mit dem Deal will sich die Deutsche Post vor allem im stark wachsenden Seefracht-Geschäft verstärken. Bei Hillebrand handelt es sich um einen richtigen Traditionskonzern, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1844 zurückreichen. Eine starke Marktposition hat der Konzern vor allem bei der Seefracht: Zuletzt verschiffte der Speziallogistiker alleine 500.000 Standardcontainer an Spirituosen. Beeindruckend: Die Hälfte aller Weineinfuhren in Deutschland gehen auf das Konto von Hillebrand.

Hillebrand mit internationaler Präsenz

Inzwischen ist Hillebrand mit seinen 2.700 Mitarbeitern in mehr als 90 Ländern aktiv. Nach der Übernahme soll die Firma künftig der Frachtsparte Global Forwarding, Freight zugeordnet werden. Das Segment zeigte zuletzt auf Grund des boomenden Welthandels hohe Wachstumsraten. Allein im ersten Halbjahr kletterte der Umsatz der Sparte um 29% nach oben.

Deutsche Post mit Rekordergebnis…

Auch ohne Zukäufe lief es beim Logistik-Giganten zuletzt ausgesprochen gut: Im zweiten Quartal stiegen die Umsätze um 22,2% auf 19,47 Milliarden Euro an. Alle Segmente trugen im Quartal zum Umsatzwachstum bei. Der höchste Beitrag kam weiterhin vom Segment DHL Express: 5,95 Milliarden Euro, ein Plus von knapp 32%. Damit verzeichnete das Segment mit zeitkritischen – und teureren – Paketen und Dokumenten auch den höchsten Umsatzanstieg im Quartal.

Gleichzeitig verbesserte sich das Konzernergebnis deutlich auf 1,29 Milliarden Euro (+145% zum Vorjahresquartal). Am Ende stand ein Gewinn je Aktie von 1,05 Euro in den Büchern. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahr waren es „lediglich“ 45 Cent ja Anteilschein.

…..und angehobener Prognose

Für den weiteren Jahresverlauf zeigt sich die Konzernführung ebenfalls zuversichtlich. Die zuletzt im Juli angehobene Prognose für 2021 und 2023 bekräftigte der DAX-Konzern. Das Vorsteuerergebnis (EBIT) 2021 soll nun mehr als 7 Milliarden Euro betragen. Das wäre ein Zuwachs von mindestens 45%. Bis 2023 will der Konzern dann beim EBIT die Marke von 7,4 Milliarden Euro knacken.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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