Nachhaltigkeit wird ein Muss für die Logistikbranche

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Angesichts der steigenden Nachfrage nach nachhaltigen Lösungen müssen auch die Logistikunternehmen umdenken. (Foto: Joerg Huettenhoelscher / shutterstock.com)

Regierungen, Städte und Logistiker verpflichten sich zur Senkung ihrer CO2-Emissionen und Abfälle, und Nachhaltigkeit wird ein Muss für alle Akteure der Logistikbranche. Angesichts der steigenden Nachfrage nach nachhaltigen Lösungen zur Abfallreduzierung, zur Nutzung neuer Antriebstechniken und zur Optimierung von Anlagen ist Nachhaltigkeit demnach auch für die Lieferketten von entscheidender Bedeutung. Heute gibt es mehr als 90 nationale Verbote für Einweg- Plastikartikel; sperrige Verpackungen führen zu 40% Leerraum in Paketen.

Ein Umdenken ist daher unumgänglich: Nachhaltige Lösungen in der Logistik sowie die Optimierung von Prozessen, Materialien, neuen Antriebstechniken und intelligenten Einrichtungen bieten ein enormes Potenzial, um die Branche umweltfreundlicher zu machen. Intelligente Containerlösungen werden ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, um umweltschonende Konzepte für die Zustellung in verkehrsbelasteten Städten zu entwickeln.

Der klassische Brief: Ein Auslaufmodell

Neben dem konjunkturellen Umfeld wird die Geschäftsentwicklung der Deutschen Post DHL und der Österreichischen Post von weiteren internationalen Trends beeinflusst, die Risiken, aber auch Chancen mit sich bringen: Im Briefbereich wird der klassische Brief verstärkt durch elektronische Post wie E-Mail und WhatsApp ersetzt. Die Rede ist von Rückgängen in der Größenordnung von 3 bis 5% pro Jahr. Im Bereich Brief blieben Umsatz und Volumina bei der Deutschen Post DHL aus diesem Grund rückläufig. Der Anteil an Dokumentensendungen nahm ebenfalls weiter ab. Im deutschen Paketgeschäft hielt das starke Wachstum an.

Die im 1. Halbjahr 2021 über Monate verordneten Einschränkungen im stationären Handel und die daraus resultierende Verlagerung zum Online- Einkauf, trugen maßgeblich zu diesem Wachstum bei. Auch nach der schrittweisen Öffnung des Einzelhandels im Verlauf des zweiten Quartals hielt das Wachstum an. Die ÖP plant verschiedene Initiativen, um allen gegenläufigen Trends des Postmarktes zu trotzen.

KEP-Dienste profitieren vom Online- Shopping

Vom Online-Shopping profitieren die KEP-Dienste (Kurier, Express und Paketdienste). In Zeiten der Pandemie hat der Online-Handel sogar eine zentrale Versorgungsfunktion eingenommen. Jeder Fünfte shoppt seither sogar mehr im Internet. So erhöhte sich bei der Österreichischen Post der Umsatz in der Sparte Paket & Logistik – auch aufgrund der Konsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo – um 70,7%.

Bei der Deutschen Post DHL verzeichnete die Express-Sparte mit 31,8% den größten Zuwachs. Das Sendungsvolumen der internationalen zeitgenauen Expresssendungen (TDI) stieg um 20,2%. Es zahlt sich aus, dass die Deutschen Post DHL mit der Strategie 2025 den Fokus auf das profitable Logistik-Kerngeschäft und die digitale Transformation gelegt hat. Alle Bereiche sind dank ihrer Fokussierung auf wachstumsstarke Märkte bestens für langfristiges Wachstum aufgestellt.

Die Onlineeinkäufe haben UPS im 2. Quartal einen Boom beschert. Der Umsatz sprang um 14,5% nach oben. UPS bereitet sich auf das Weihnachtsgeschäft vor, zu dem teils mehr als 5 Mio. Pakete pro Tag erwartet werden. UPS reserviert derzeit Flugzeuge und Einrichtungen, die für den zu erwartenden Ansturm nötig werden.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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