Bei Evotec läuft es rund

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Die Evotec-Aktie ist 2021 gut gelaufen. Die jüngste Marktschwäche sorgt wieder für etwas günstigere Kurse. (Foto: tom - Adobe Stock)

Deutsche Biotech-Aktien haben sich dieses Jahr sehr unterschiedlich entwickelt. Es waren sowohl große Gewinne als auch große Verluste möglich. Zu den Gewinnern zählt die Evotec-Aktie, auch wenn die Entwicklung längst nicht so spektakulär ausgefallen ist wie etwa bei BioNTech.

Unternehmensportrait

Evotec ist ein deutsches Wirkstoffforschungs- und -entwicklungsunternehmen mit Sitz in Hamburg, das überwiegend im Auftrag von Pharma- und Biotechkonzernen die Entwicklung von Medikamenten voran treibt. Entlohnt werden die Forschungsarbeiten in Form von laufenden Zahlungen, weshalb Evotec im Gegensatz zu vielen anderen Biotechunternehmen bereits seit Jahren profitabel arbeitet.

Zu den Kunden und Kooperationspartnern zählen Weltkonzerne wie Merck & Co, Novartis, Bayer, Sanofi, Bristol-Myers Squibb, Novo Nordisk, Celgene, AstraZeneca und Pfizer. Einige Wirkstoffe erforscht Evotec zudem in Eigenregie, um sie zu einem späteren Zeitpunkt an größere Unternehmen zu lizensieren.

Erfolgreiches erstes Halbjahr 2021

Das erste Halbjahr verlief für Evotec recht erfolgreich. Der Umsatz konnte um +17% auf 271 Mio. Euro gesteigert werden. Der Halbjahresgewinn hat sich von 11,8 Mio. auf 114,4 Mio. Euro annähernd verzehnfacht. Dabei profitierte Evotec vom erheblich gestiegenen Wert seiner Beteiligung am britischen Biotech-Unternehmen Exscientia.

Fortschritte in der Forschungspipeline und neue Kooperationen

Noch viel wichtiger für Evotec sind aber die Fortschritte bei der Wirkstoffentwicklung und neue Kooperationen, denn damit wird die Basis für weiteres Wachstum gelegt. Hier können die Hamburger auf zahlreiche neue und erweiterte Kooperationen mit Branchengrößen wie dem US-Pharma-Gigant Bristol Myers Squibb und dem größten japanischen Pharma-Konzern Takeda blicken. Im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums hat Evotec außerdem die Produktion von COVID-19-Antikörpern aufgenommen.

Auch in der Forschungspipeline gab es kürzlich einen wichtigen Fortschritt: Kooperationspartner Bayer erzielte in seiner Phase 2-Studie mit Eliapixant zur Behandlung von refraktärem chronischem Husten positive Ergebnisse. Die Studie ergab eine statistisch signifikante Reduzierung der Hustenhäufigkeit und zeigte keine Probleme bei Sicherheit und Verträglichkeit. Sobald die 3. Studienphase bei Eliapixant gestartet wird, erhält Evotec eine weitere Meilensteinzahlung von Bayer. Im Falle der Zulassung steht Evotec zudem eine Umsatzbeteiligung zu.

Vorbereitungen auf Börsengang in den USA

Im August gab Evotec bekannt, dass die Aktie in Zukunft auch an der US-Börse handelbar sein soll. Die Unterlagen dafür wurden bei der US-Börsenaufsicht bereits eingereicht. Aus Anlegersicht sehr interessant, denn oftmals sind US-Anleger bereit, höhere Bewertungen für Biotech-Aktien zu zahlen.

Marktschwäche sorgt für Rücksetzer nach neuem Höchststand

Nachdem die Evotec-Aktie schon von 30 Euro zu Jahresbeginn auf über 45 Euro geklettert war, sorgte die jüngste Marktschwäche für einen Rücksetzer auf rund 40 Euro. Für langfristige Anleger ein Niveau, auf dem sich ein näherer Blick auf den Wert lohnt. Eine gewisse Risikobereitschaft sollten Sie allerdings mitbringen. Schließlich weist die Aktie eine erhöhte Volatilität (Schwankungsintensität) auf, die nicht jedermanns Sache ist.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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