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Corona-Profiteure im Sturzflug

Corona-Profiteure im Sturzflug
Daria Nipot / stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Gestern ging es an der Wall Street weiter rasant bergab. Die Börsen befinden sich unverändert im Sinkflug. Vor dem Hintergrund steigender Zinsen stehen derzeit weiterhin vor allem Technologiewerte massiv unter Beschuss. Zu den großen Verlierern der vergangenen Monate zählen außerdem auch die Aktien, die im Zuge der Corona-Pandemie noch zu imposanten Höhenflügen angesetzt hatten.

Viele der ehemaligen Highflyer sind gegenüber ihren zwischenzeitlich erreichten Höchstständen massiv abgestürzt. Für die risikobereiten Anleger unter Ihnen könnte es daher interessant sein, sich diese “Fallen Angels” einmal anzuschauen und sich den einen oder anderen zumindest schon mal auf die Watchlist zu setzen.

Delivery Hero: Platz im DAX gefährdet

Beispiele für abgestürzte Highflyer sind die US-Firmen Zoom oder Peloton. Aber auch bei uns in Deutschland gibt es einige Beispiele. Denken Sie an Delivery Hero, Zalando und HelloFresh, die durch den deutlich gestiegenen Börsenwert sogar den Sprung in den DAX geschafft haben.

Delivery Hero ist gegenüber ihren Höchstständen um rund 80% eingebrochen. Durch diesen Absturz ist es sehr wahrscheinlich, dass die Aktie des Anbieters von Essenslieferdiensten bei der nächsten Index-Überprüfung im Juni ihren Platz im DAX räumen muss.

Der Sprung in die Gewinnzone ist bei Delivery Hero auf absehbare Zeit nicht zu erwarten. Daher würde ich die Aktie auch auf dem aktuellen Niveau nicht mit der Kneifzange anfassen.

Zalando rutscht in die Verlustzone

Zalando hat die Anleger in der vergangenen Woche mit schwachen Zahlen verschreckt. Im ersten Quartal ist der Online-Modehändler bei leicht rückläufigen Umsätzen in die Verlustzone gerutscht. Offenbar sind die Zeiten hoher Zuwächse vorbei. Zudem belasteten höhere Kosten.

Die Zalando-Aktie setzte ihren steilen Abstieg nach der Zahlenvorlage fort. Der DAX-Titel fiel auf den tiefsten Stand seit dem Corona-Crash und liegt fast 70% unter seinem Hoch. Angesichts schwacher Zahlen und eines dynamischen Abwärtstrends gilt auch hier derzeit: Finger weg!

HelloFresh übertrifft die Erwartungen

Die HelloFresh-Aktie hat ebenfalls massiv an Wert verloren und notiert rund 65% unter ihren Hochs. Allerdings stimmen hier zumindest die Zahlen. Der Kochboxen-Anbieter steigerte den Umsatz im ersten Quartal stärker als erwartet um 25% auf 1,9 Mrd. Euro. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging zwar um 38% auf 99,3 Mio. Euro zurück, übertraf damit aber ebenfalls die Erwartungen.

Trotz wieder geöffneter Restaurants ist die Nachfrage nach den Kochboxen auch nach Ende des Corona-Booms offenbar ungebrochen. Anders als Delivery Hero schreibt HelloFresh schwarze Zahlen. Nach dem Kursrückgang ist die Aktie vernünftig bewertet. Der charttechnische Trend zeigt zwar klar nach unten. Aber zumindest gibt es erste Anzeichen für eine Bodenbildung. Deshalb könnten risikobereite Anleger den Titel im Auge behalten.