Home24: Aktie des Online-Möbelhändlers sendet nach Übernahme Lebenszeichen

Sujet Kurs Gold Bulle Bär

Home24 sendet nach einer Übernahme ein Lebenszeichen - der Kauf der Deko-Kette Butler lässt den Jahresumsatz von 700 Millionen Euro in greifbare Nähe rücken. (Foto: tom - Adobe Stock)

Eine wilde Achterbahnfahrt ist nichts gegen die Kursentwicklung der Home24-Aktie. Kurz nach dem Börsengang im Sommer 2018 gipfelte der Kurs bei über 31 Euro, bevor die Papiere bis zum Frühjahr 2020 bis auf 2,55 Euro in den Keller rauschten. Was dann folgte, war spektakulär: In weniger als 12 Monaten verzehnfachte sich der Aktienkurs bis auf knapp 26 Euro, nur um im Anschluss wieder bis auf unter 11 Euro einzukrachen.

Am gestrigen Tag sendete die Aktie aber wieder ein Lebenszeichen (+8%). Die Anleger goutierten die Übernahme der Deko-Handelskette Butlers, mit der Home24 sein Sortiment verbreitern will.

Home24 – der Spezialist für den Online-Möbelkauf

Home24 ist eine führende online-Handelsplattform für Home & Living. In Europa home24 ist in Deutschland, Frankreich, Österreich, den Niederlanden, der Schweiz, Belgien und Italien aktiv. Außerdem ist das Unternehmen in Brasilien tätig. Der online Shop bietet eine Vielzahl an Artikeln wie Möbel, Gartenmöbel, Matratzen und Beleuchtung von zahlreichen Marken und Eigenmarken. In Europa bietet das Unternehmen seinen Kunden die kostenlose Lieferung der Produkte an, ebenso sind kostenlose Retouren möglich.

Disruptiv oder viel heiße Luft?

Home24 will nichts weniger als den Möbelverkauf revolutionieren. Im zurückliegenden Geschäftsjahr gingen bei den Berliner Umsätze in Höhe von 491 Millionen Euro durch die Bücher. Damit erzielte Home24 in acht Ländern gerade einmal so viel Umsatz wie 1,4% des deutschen Gesamt-Möbelmarkts. Zum Vergleich: Allein Ikea erwirtschaftete zuletzt in Deutschland einen Jahresumsatz von 5,3 Milliarden Euro.

Offenbar ist der Online-Möbelverkauf doch kein Selbstläufer. Die meisten Kunden dürften sich erst im Ladengeschäft umsehen und dann gegebenenfalls im Internet bestellen – wenn überhaupt.

Home24 weiter auf Wachstumskurs

Dabei ist Home24 durchaus ordentlich am Wachsen. Umgesetzt wurden in den Monaten Juli bis September 139 Millionen Euro, was einem ein Anstieg um 17% entspricht. Für Januar bis September stehen 464 Millionen Euro Umsatz in den Büchern, ein Plus von 40% im Jahresvergleich.

Allerdings rutschte der Online-Möbelhändler zuletzt wieder in die Verlustzone. Nach einem Vorjahresgewinn von 4,9 Millionen Euro (Q3 2020) fiel im zurückliegenden Quartal ein operativer Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 2,8 Millionen Euro an.

Lagerbestände deutlich aufgestockt

Zum 30. September zählte der Konzern 2,357 Millionen aktive Kunden (+21%). Während die Anzahl der Bestellungen um 12% sank, erhöhte sich der durchschnittliche Bestellwert um 16% auf 252 Euro.

Die Lagerbestände hat Home24 im laufenden Jahr um 18 Millionen Euro aufgestockt. Damit reagiert das Unternehmen auf die angespannten globalen Lieferketten. Zum Hintergrund: Der Lageraufbau dient dazu, künftige Umsätze und kurze Lieferzeiten abzusichern.

Butler-Übernahme erweitert Produktsortiment

Zudem will Home24 auch über Zukäufe wachsen und hat bei der Deko-Kette Butlers zugeschlagen. Damit wird Home24, das bisher zehn Showrooms betreibt, ein Filialnetz mit 100 Standorten übernehmen. Zudem werden 32 Filialen von Franchise-Partnern in neun weiteren europäischen Ländern betrieben.

Durch die Akquisition ergänzt das Unternehmen seine Eigenmarkenkompetenz in Möbeln nun auch um die Bereiche Heimtextil, Dekoration und Tischwaren mit den Butlers-Sortimenten. Gleichzeitig wird das Butlers-Sortiment durch ausgewählte Möbelsortimente von Home24 gestärkt. Butler wird in 2021 voraussichtlich einen Umsatz von ca. 95 Millionen Euro erziehen. Laut Firmenangaben wirtschaftete Butler selbst in Corona-Zeiten deutlich in der Gewinnzone.

Gemeinsam wollen beide Firmen im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz von 700 Millionen Euro erreichen.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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