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Home24-Aktie schießt um 124% in die Höhe

Home24-Aktie schießt um 124% in die Höhe
tom - Adobe Stock
Inhaltsverzeichnis

Eine wilde Achterbahnfahrt ist nichts gegen die Kursentwicklung der Home24-Aktie. Kurz nach dem Börsengang im Sommer 2018 gipfelte der Kurs bei über 31 Euro, bevor die Papiere bis zum Frühjahr 2020 bis auf 2,55 Euro in den Keller rauschten. Was dann folgte, war spektakulär: In weniger als 12 Monaten verzehnfachte sich der Aktienkurs bis auf knapp 26 Euro, nur um im Anschluss wieder bis auf 2,50 Euro zusammenzukrachen. Doch gestern sorgte ein Übernahmeangebot des Großaktionärs XXXLutz für eine abermalige Kursexplosion.

Der oberösterreichische Möbelkonzern will den deutschen Online-Möbelhändler schlucken. Die Home24-Papiere reagierten prompt und schossen um 124% auf 7,47 Euro in die Höhe.

Home24 – der Spezialist für den Online-Möbelkauf

Home24 ist eine führende online-Handelsplattform für Home & Living. Zu dem Online-Möbelhändler gehört auch das Einrichtungshaus Butlers mit 100 Filialen in der DACH-Region und weiteren 25 im übrigen Europa. Home24 hat seinen Hauptsitz in Berlin und beschäftigt weltweit knapp 3.000 Menschen. Das Unternehmen ist in sieben europäischen Märkten aktiv: Deutschland, Frankreich, Österreich, den Niederlanden, der Schweiz, Belgien und Italien. Darüber hinaus ist home24 unter der Marke „Mobly“ in Brasilien tätig.

Der Online Shop bietet eine Vielzahl an Artikeln wie Möbel, Gartenmöbel, Matratzen und Beleuchtung von zahlreichen Marken und Eigenmarken. In Europa bietet das Unternehmen seinen Kunden die kostenlose Lieferung der Produkte an, ebenso sind kostenlose Retouren möglich.

Disruptiv oder viel heiße Luft?

Home24 will nichts weniger als den Möbelverkauf revolutionieren. Im zurückliegenden Geschäftsjahr gingen bei den Berliner Umsätze in Höhe von 615,5 Millionen Euro durch die Bücher. Damit erzielte Home24 in acht Ländern gerade einmal so viel Umsatz wie 3,5% des deutschen Gesamt-Möbelmarkts. Zum Vergleich: Allein Ikea erwirtschaftete zuletzt in Deutschland einen Jahresumsatz von 5,3 Milliarden Euro. Offenbar ist der Online-Möbelverkauf doch kein Selbstläufer. Die meisten Kunden dürften sich erst im Ladengeschäft umsehen und dann gegebenenfalls im Internet bestellen – wenn überhaupt.

Verlust im ersten Halbjahr ausgeweitet

Zuletzt spürte das Unternehmen auf Grund des schwierigen Konsumklimas kräftigen Gegenwind. Im ersten Halbjahr 2022 sank der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 10% auf 292,1 Millionen Euro. Gleichzeitig erhöhte sich der operative Verlust (EBIT) auf 27,7 Millionen Euro. Im umsatzstarken Vorjahreszeitraum lag der Verlust bei 11,9 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 28,2 Millionen Euro (H1 2021: -12,6 Millionen Euro) in den Büchern.

Hohe Übernahmeprämie lässt Aktienkurs explodieren

Nun greift die Möbelkette XXXLutz nach dem Onlinehändler Home24 und bietet im Rahmen eines öffentlichen Übernahmeangebots 7,50 Euro je Aktie. Das entspricht einer satten Prämie von 124% auf den Schlusskurs vor der Übernahme. Der Unternehmenswert liegt bei 229 Millionen Euro. Trotz des hohen Kursaufschlags liegt der Übernahmepreis weit unter dem Emissionsniveau beim Börsengang (23 Euro).

Mit 370 Einrichtungshäusern in 13 europäischen Ländern und 5,34 Mrd. Euro Jahresumsatz zählt sich XXXLutz zu den drei größten Möbelhändlern weltweit. Einschließlich einer Kapitalerhöhung um knapp 10 % kontrolliert XXXLutz bereits 60 % der Aktien. Größter Aktionär ist bisher Ari Zweiman, Gründer des Hedgefonds 683 Capital Partners, mit 19,4 %.

Home24-Delisting geplant

Nach der Übernahme will der Käufer ein Delisting der Home24-Aktien beantragen. Die separat in Brasilien börsennotierte Tochtergesellschaft Mobly solle allerdings an der Börse bleiben, so der Finanzvorstand Philipp Steinhäuser. Festgelegt wurde, dass es für einen Zeitraum von drei Jahren keinen Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvertrag geben werde. Auch sei keine Mindestannahmequote für die Übernahmeofferte geplant.

Übernahmeangebot wird unterstützt

Vorstand und Aufsichtsrat von Home24 unterstützen das Angebot. Das aktuelle Managementteam soll weiter an Bord bleiben. Zudem bleiben der Sitz der Gesellschaft in Berlin. Durch die Kapitalerhöhung sollen dem Unternehmen rund 23 Millionen Euro an frischem Kapital zufließen. Mit dem starken neuen Partner im Rücken soll das Home24-Geschäftsmodell noch robuster werden. Zudem soll die Firma beim Einkauf und Logistik von der Unterstützung des Möbelriesen profitieren.