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Lufthansa Aktie: Zwischen Erholung und Herausforderungen

Lufthansa Aktie: Zwischen Erholung und Herausforderungen
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Inhaltsverzeichnis

Gehören Sie wie ich auch noch zu den Menschen, die entspannt in einen Flugzeugsitz der Lufthansa sinken und sich sogleich ein wenig zu Hause fühlen? Über Jahrzehnte ist die Lufthansa der Deutschen liebste Airline. Doch das Image bröckelt. Der Bordservice ist längst nicht mehr so gut, wie er einmal war und auch die Beinfreiheit lässt zu wünschen übrig.

Ob zumindest die Aktie Potenzial hat, erläutern wir Ihnen im Rahmen unserer Analyse. Vorab aber ein paar Infos zum Unternehmen an sich. Die Deutsche Lufthansa zählt im Rahmen der Star Alliance mit zu den ganz großen Airlines. Rund 550 Beteiligungs- und Tochtergesellschaften (u.a. Eurowings, Swiss, Austrian) bilden den Weltkonzern. Catering, Fracht und Technik sind weitere Aktivitäten neben dem Passagiergeschäft. Die Konzernflotte umfasst 713 Flugzeuge.

Die Zahlen als Silberstreif am Horizont

Auch bei Lufthansa ist die Erholung von der Corona-Krise sichtbar. Der Umsatz hat sich im 1. Halbjahr auf 13,8 Mrd € mehr als verdoppelt. Unterm Strich blieb noch ein Verlust von 325 Mio €. Die Erholung geht mit vielen Herausforderungen einher. Das in der Krise abgebaute Personal konnte noch nicht ersetzt werden, und auch die Systempartner wie Bodenverkehrsdienste und die Sicherheits- und Einreisekontrollen sind noch stark beeinträchtigt. Gleichzeitig gibt es hohe Krankenstände, und die Flugunregelmäßigkeiten verlangen hohe Mehrarbeit.

Auch die Streiks der vergangenen Monate griffen stark in das Geschehen ein. Um die Lage zu verbessern, wurde der Flugplan verkleinert. Mit einer geringeren Zahl von Starts und Landungen konnte die Lage stabilisiert werden. Bei den Zahlen unterstützen vorerst Logistik und Technik bei der Profitabilität. Beim Passagierverkehr ist noch nicht an Profitabilität zu denken. Auch das Kostensenkungsprogramm verzeichnet gute Ergebnisse.

Finanziell steht der Fokus auf dem Abbau von Schulden. Die in der Corona-Krise aufgenommene Schuldenlast konnte bereits deutlich reduziert werden, und es stand zum Ende des Halbjahres ein Eigenkapital von etwa 8 Mrd € zu Buche.

Noch startet die Aktie nicht durch

Mittelfristig muss Lufthansa den Personalmangel in den Griff kriegen. Die andauernden Probleme in den Ferienmonaten haben für viel Frust bei Reisenden gesorgt und die Zahlen belastet. In der Krise wurde zu viel Personal entlassen, das nicht zurückgeholt werden konnte. Langfristig sollte Lufthansa einen profitablen Flugplan auf die Beine stellen können. Eine Dividende gibt es hier (noch) nicht. Ein Investment drängt sich sowieso nicht auf. Lassen Sie besser die Finger von der Aktie!