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Metro AG hebt Prognose an

Metro AG hebt Prognose an
Björn Wylezich / stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Etwas überraschend klingt es schon, wenn ein Konzern in diesen wirtschaftlich unsicheren Zeiten seine Prognosen erhöht. So gab der in Düsseldorf ansässigen Großhandelsspezialist Metro AG gestern bekannt, dass er seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2021/22 deutlich erhöht.

Bevor ich näher auf die neuen Prognosewerte und die aktuelle Geschäftsentwicklung des Großhandelskonzerns eingehen, möchte ich Ihnen die Metro AG kurz vorstellen.

Die Metro AG in Kürze

Die Metro AG ist ein Lebensmittel-Großhandelskonzern für Kunden aus Hotellerie, Restaurants und Catering (HoReCa) sowie für unabhängige Einzelhändler (Trader). Metro beschäftigt über 95.000 Mitarbeiter in mehr als 30 Ländern und hat aktuell über 17 Mio. Kunden.

Das Unternehmen ist mit seinen Marken Metro und Makro als Multichannel-Anbieter tätig und verfügt über ein weites Netz moderner Großhandelsmärkte, einen breit aufgestellten Lieferservice (Food Service Distribution, FSD) und mit Metro Markets auch über einen Online-Marktplatz.

Deutliche Prognoseanpassung

Der Metro-Vorstand hat beschlossen, seine Prognose für Umsatz und EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) für das Geschäftsjahr 2021/22 anzuheben. Das Unternehmen rechnet jetzt mit einem Umsatzwachstum von rund 9 bis 15% gegenüber dem Vorjahr (bisherige Prognose: 3% bis 7%).

Das bereinigte EBITDA wird leicht bis moderat über dem Vorjahreswert erwartet (bisher: auf Vorjahresniveau). Hauptgrund für die Prognoseanpassung ist die gute Geschäftsentwicklung im 1. Halbjahr 2021/22, insbesondere im Segment West (ohne Deutschland).

Dies ist laut Mitteilung in erster Linie auf die steigende Inflation zurückzuführen. Des Weiteren hat die starke Erholung im Bereich HoReCa dazu beigetragen, da die COVID-Beschränkungen aufgehoben wurden.

Die Metro AG macht aber auch deutlich, dass der Krieg in der Ukraine einen starken negativen Einfluss auf die dortige Geschäftsentwicklung hat und auch den Ausblick für Metro Russland für das Geschäftsjahr 2021/22 beeinträchtigt. In Russland werden die Sanktionen in der zweiten Jahreshälfte voraussichtlich zu einer eingetrübten Verbraucherstimmung und einer verringerten Produktverfügbarkeit führen.

Gute Geschäftsentwicklung im 2. Quartal

Ein wichtiger Grund für die Prognoseerhöhung war – wie schon geschrieben – die gute Entwicklung im 2. Quartal 2021/22. In den Monaten Januar bis März 2022 konnte der Großhandelsspezialist nach vorläufigen und ungeprüften Zahlen seinen Umsatz (währungsbereinigt) um 26% gegenüber dem Vorjahr erhöhen.

Auch das bereinigte EBITDA stieg um gut 37% auf 157 Mio. Euro. Bei der Ertragskraft musste Metro jedoch Rückschläge in Kauf nehmen. So sank der Gewinn je Aktie auf -0,78 Euro (Vorjahr: -0,36 Euro).

Dieser Rückgang resultierte vor allem aus kriegsbedingten Beeinträchtigungen wie Abschreibungen und negative Währungseffekte in Höhe von mehr als 200 Mio. Euro. Die Metro-Aktie konnte nach der Prognoseerhöhung zwar zulegen, ist für mich derzeit aber kein Kandidat für eine Depot-Aufnahme.