Teamviewer: Fernwartungsspezialist weiter auf der Suche nach attraktiven Übernahmezielen

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Teamviewer nimmt nach Ubimax und Xaleon weitere Zukäufe ins Visier. Und für 2021 peilt der Spezialist für Fernwartung weiter robustes Wachstum an. (Foto: II.studio / shutterstock.com)

Der Fernwartungsspezialist Teamviewer erfuhr durch die Corona-Pandemie enormen Rückenwind. Doch auch für die Zukunft zeigt sich der Göppinger Konzern ausgesprochen zuversichtlich und peilt Zuwachsraten jenseits der 30%-Marke an. Bis zum Jahr 2023 sollen die Billings die Milliardenmarke überschreiten. Damit dieses Wachstumstempo beibehalten werden kann, setzt der Software-Anbieter vor allem auf Zukäufe.

Teamviewer im Portrait

TeamViewer ist ein weltweit führender Software-Anbieter von Remote-Konnektivitätslösungen. Über die Konnektivitätsplattform von TeamViewer kann eine Vielzahl an elektronischen Geräten über das Internet der Dinge miteinander vernetzt werden, um die Fernsteuerung, Verwaltung und Interaktion zwischen Personen und Geräten, Personen und Personen oder Geräten und Geräten zu ermöglichen.

Das Unternehmen bietet dadurch Organisationen jeder Größe sichere Fernzugriffs-, Support-, Kontroll- und Kollaborationsfunktionen. Die modulare Architektur von TeamViewer ist cloud-basiert und wurde bereits auf mehr als zwei Milliarden Geräten aktiviert. Das 2005 gegründete Unternehmen unterhält Niederlassungen in Europa, den USA und im asiatisch-pazifischen Raum.

Übernahme von Ubimax…

In der Wachstumsstrategie spielen auch Zukäufe eine bedeutende Rolle: So hat Teamviewer im letzten Jahr mit Ubimax einen Entwickler von Datenbrillen für 136 Millionen Euro geschluckt. Das Startup entwickelt Datenbrillen, die in Industrie und Logistik eingesetzt werden. So können Mitarbeiter auf Brillengläsern beispielsweise Informationen über Versand und Lagerung von Waren abrufen und so effizienter arbeiten. Das Produkt namens xPick blendet dafür am oberen Rand des Brillengestells Regalnummern und Stückzahlen von Produkten ein, die Mitarbeiter für den Versand vorbereiten müssen. Gleichzeitig scannt die Brille Waren und prüft, ob bei der Verarbeitung Fehler auftreten.

….folgt Xaleon-Deal

Mit Xaleon hat Teamviewer vor wenigen Wochen zudem einen Softwareanbieter aus Österreich für einen zweistelligen Millionenbetrag geschluckt. Das Unternehmen ist auf die Kundenbetreuung über digitale Kanäle spezialisiert. Das Kernprodukt von Xaleon ist eine Co-Browsing-Technologie, die in Web Sessions eine besondere Form des Screensharings ermöglicht. Dies funktioniert ohne Installation und ohne Übertragung von Nutzerdaten, womit die Software vollkommen DSGVO-konform arbeitet.

Mit der Übernahme will Teamviewer ein neues Geschäftsfeld aufbauen. Mit der Spezialsoftware von Xaleon können beispielsweise Banken ihren Kunden per Chat oder Video beim Onlinebanking helfen, Autohersteller aus einem Konfigurator für ein neues Fahrzeug heraus ein Verkaufsgespräch starten.

Weitere Zukäufe im Blick

Nach den beiden jüngsten Zukäufen soll aber noch lange nicht Schluss sein. Firmenboss Oliver Steil will mit den Übernahmen vor allem das Produktportfolio ausbauen. Der Fernwartungsspezialist will in immer mehr Branchen vordringen und bei den Geschäftskunden mit seinen Lösungen punkten. Zuletzt konnten die Göppinger mit Siemens Healthineers einen neuen renommierten Großkunden an Land ziehen.

Zuversicht für laufendes Geschäftsjahr

Nach der Sonderkonjunktur durch die Corona-Krise bleibt das Teamviewer-Management weiter zuversichtlich: Im laufenden Jahr werden Billings von bis zu 605 Millionen Euro angepeilt, die Umsätze sollen bei bis zu 540 Millionen Euro liegen. Für Sie zum Vergleich: In 2020 lagen die Billings bei 460,3 Millionen Euro und die Umsätze betrugen 455,6 Millionen Euro. Bei der Profitabilität rechnet der Konzern mit einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. So soll die bereinigte operative Marge (Ebitda) nach 56,8% in 2020 auch im laufenden Jahr zwischen 55 und 57 % landen.

Software – monsitj ado

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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