Teamviewer im freien Fall – jetzt schon einsteigen?

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Teamviewer war ein Gewinner der vergangenen Jahre, nun ist die Aktie im freien Fall - ist jetzt schon der richtige Zeitpunkt für den Einstieg gekommen? (Foto: II.studio / shutterstock.com)

Gestern hatte ich Ihnen erklärt, wie die Weltwirtschaft gerade von einem Shutdown bedroht ist. Tech-Werte sollen davon besonders betroffen. Was vielerorts noch nicht im Chart zu sehen ist, zeigt Teamviewer mehr als deutlich: Erdrutsch vom Feinsten! Teamviewer bietet eine Software, mit der Sie online in Gruppen arbeiten können. Ideal für Home Office während Corona. Nicht mehr so gefragt, wenn mit Impfung die Arbeit im Büro wieder startet.

Teamviewer im 4-Stunden-Chart

Hier gibt es die Katastrophe in Farbe. Historisch betrachtet bietet uns der Bereich, in dem wir gerade sind, rein gar nichts. So tief stand die Aktie noch nie. Das Hoch ist bei etwa 55 Euro. Heute stehen wir unter 15. Das ist beeindruckend. Im negativen Sinne.

Offenbar liegt es einfach an den schlechten Zahlen für nächstes Jahr. Allerdings waren die nur schlechter als erwartet. Kein Wunder, wenn die Erwartungen trotz abschwächender Pandemie und weniger Home Office weit oben waren. Teamviewers Geschäftsmodell funktioniert weiterhin und die Aktie ist jetzt wesentlich mehr abgestraft worden, als sie es verdient hätte. Meine Meinung.

Sollen wir deshalb jetzt einsteigen?

Nein. Noch nicht. Ich warte hier noch auf ein deutliches Signal, dass das Ende des fallenden Messers signalisiert. Auf Social Media habe ich schon Kommentare gelesen, wie „Bei 10 Euro kaufe ich nach.“

Typisch. Eine runde Zahl ist immer attraktiv für einen Einstieg ohne Sinn und Verstand. Warum denn bei 10 Euro? Hat das irgendeinen Grund? Wenn sich solche Stimmen häufen, wird so ein Bereich gerne mal ausgelassen. Heißt in unserem Fall: Die Kurse drehen vorher nach oben und die Ab-10-Euro-Käufer gucken in die Röhre.

Vielleicht haben wir ausgerechnet jetzt schon das Tief gesehen. Das wäre aber reiner Zufall und hätte nichts mit meiner Glaskugel zu tun, warum ich heute diese Analyse mache. Klar, von mir aus, kann der Kurs jetzt wieder anziehen. Wenn ich nicht die Heikin Ashi Kerzen wie oben benutze, haben wir sogar schon einen blauen Punkt im 4-Stunden-Chart. Der RSI sieht hier auch gut aus nach höherem Tief.

Dennoch bin ich nach solchen Erdrutschen immer lieber vorsichtiger. Das muss noch nicht das Ende gewesen sein. Vielleicht kommen ja sogar noch die 10 Euro und einige Leute können wie geplant dort einkaufen. Wenn in der Marktorder aber offensichtlich wird, dass großes Interesse besteht bei 10 Euro zu kaufen, kann es wie gesagt davor schon nach oben drehen. Oder es kommt ganz böse und die Käufer müssen ihr Diamant-Hände beweisen und die Aktie festhalten. Denn wenn wir noch eine Short-Attacke unter 10 Euro sehen, hört der Spaß für einige Anleger sicher auf und die verkaufen dann in Panik.

Fazit:

Dass wir jetzt eine V-Erholung bei Teamviewer sehen, dafür schätze ich die Chancen gering. Es kann eine Akkumulationsphase geben im Bereich zwischen 12 und 18 Euro und dann steigen die Kurse vielleicht auch weiter. Jetzt haben sich offenbar viele Investoren von dem Wert verabschiedet und es müssen erst einmal wieder neue angelockt werden.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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