Wie geht es für diesen Corona-Wert weiter?

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TeamViewer ist fast weltweit bekannt. Jetzt muss das Unternehmen an den Achtungserfolg von 2020 anknüpfen. (Foto: II.studio / shutterstock.com)

Als vor etwas mehr als einem Jahr fast alle Arbeitnehmer ins Homeoffice gingen, war das für viele Menschen Neuland. In Windeseile wurde Software zur dezentralen Zusammenarbeit und für Video-Konferenzen installiert. Anbieter wie TeamViewer bekamen plötzlich eine ganz neue Aufmerksamkeit. Doch inzwischen hat sich der Hype ein wenig gelegt. Wie sollen Investoren jetzt mit der Aktie umgehen?

Um das herauszufinden, hilft wie immer ein Blick auf die Details. Wir haben Geschäftsbericht und Bilanz für Sie analysiert und geben Ihnen Einblick. Zunächst aber ein paar Eckdaten über TeamViewer. TeamViewer ist ein Software-Unternehmen aus Göppingen, das sich auf Fernwartungssoftware mittels Screen- Sharing, Videokonferenzen, Datentransfers und VPN-Lösungen spezialisiert hat. Alle Produkte werden in einem Abonnement- Modell angeboten. TeamViewer ist weltweit aktiv und hat das Potenzial in den DAX 30 aufzusteigen.

Digitalisierung dank TeamViewer

Für TeamViewer war 2020 wieder ein starkes Geschäftsjahr. Der Umsatz stieg um 16,9% auf 456 Mio €. Unterm Strich blieb der Gewinn zwar nur auf dem Vorjahresniveau von 103 Mio €, jedoch sind die Zahlen durch Sonderbelastungen verfälscht worden. Die Gründer haben ihre ehemaligen Mitarbeiterbeteiligungsprogramme aufgelöst, was zu einer hohen Einmalauszahlung für den Konzern führte. Dagegen sind die operativen Zahlen beeindruckend. Der Cashflow stieg um 56,7% auf 225 Mio €. TeamViewer hat kräftig in seine Expansion investiert und die Ausgaben für Marketing und Vertrieb deutlich erhöht.

Die Pandemie gibt dem Konzern Rückenwind. Viele Unternehmen mussten coronabedingt auf Homeoffice umstellen. Somit stieg auch der Bedarf nach digitalen Problemlösungen für Mitarbeiter. TeamViewer ist hier Marktführer und konnte seine innovative Software leicht verkaufen. Wir rechnen damit, dass diese Effekte nachhaltig sind. Die Digitalisierung kommt jetzt erst richtig in Fahrt. In Kontinentaleuropa ist großer Nachholbedarf, was die Digitalisierung der Arbeitswelt angeht. Die USA sind hier schon weiter.

Eine Dividende ist hier nicht nötig

Die Aussichten für TeamViewer bleiben damit sehr positiv. Die neuen Softwareprodukte halten wir für weniger relevant als das Kernprodukt. Jedoch ist die Aktie nicht mehr günstig bewertet. Das Wachstum ist schon eingepreist. Da die Jahreszahlen jedoch durch Sondereffekte verfälscht wurden, ist die Bewertung noch vertretbar. Wir erwarten eine überdurchschnittliche Kursentwicklung, aber es ist auch klar, dass das Unternehmen jetzt liefern muss. Das Gründer jetzt Kasse machen, ist verständlich, trübt aber ein wenig die Stimmung. Eine Dividende gibt es hier nicht –  hier muss auch jeder Cent ins Wachstum investiert werden.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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