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ThyssenKrupp: Der Wasserstoff-Geheimtipp

ThyssenKrupp: Der Wasserstoff-Geheimtipp
Marcel Paschertz / stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

In dieser Woche findet der Wasserstoff-Weltkongress (World Hydrogen Congress) in Rotterdam statt. Dort werden 250 hochkarätige Sprecher vor Ort sein, 100 Aussteller, rund 2.000 Besucher, und es werden insgesamt rund 40 Länder vertreten sein.

In Rotterdam ist auch der deutsche ThyssenKrupp-Konzern vertreten. Meine Erfahrung ist: Bei ThyssenKrupp denken die meisten Anleger an das Thema Stahl und nur Insider an Wasserstoff. An der Börse wird das Unternehmen wie ein langweiliger Stahl-Wert bewertet. Daher steht die Aktie in der aktuell schwachen Konjunkturphase auch unter Druck.

Dabei wird jedoch übersehen, dass das Unternehmen neben der traditionsreichen Stahlsparte noch echte Wachstums-Perlen im Portfolio hat. Ich möchte Ihnen nun erläutern, warum ThyssenKrupp für mich ein echter Wasserstoff-Geheimtipp ist.

Die Wasserstoff-Sparte als Filetstück im Konzern

Der einst stolze DAX-Konzern ThyssenKrupp spielt heute nur noch in der zweiten Börsenliga (MDax). Doch hier gilt: Ein Abstieg kann auch eine Chance sein. Um den DAX-Status zu halten, haben frühere Thyssen-Manager einen Wildwuchs in den Geschäftsbereichen zugelassen. Dabei galt: Größe geht vor Ertrag. Das traurige Ergebnis: Hohe Verschuldung, niedrige Gewinne (oder sogar mehrfach Verluste).

Jetzt, wo ThyssenKrupp nicht mehr im Rampenlicht steht, kann das neue Management aufräumen und das Unternehmen auf Rendite trimmen. Dabei zeigen meine Analysen: Die Einzelteile sind deutlich mehr wert als aktuell der Gesamtkonzern. Eine Aufteilung wird das Kurs-Potenzial aufzeigen.

Aufteilung als Befreiungsschlag und Kurstreiber

Zwei völlig misslungene Investitionsprojekte in den USA und Brasilien haben ThyssenKrupp an den Rand des Ruins getrieben. Der große Befreiungsschlag gelang 2020. Damals wurde ein Filetstück, die sehr profitable Aufzugssparte, für über 17 Mrd. Euro verkauft. Dieser Verkauf drückte die Verschuldung (direkte Schulden und hohe Pensionsverpflichtungen) und sorgte für mehr unternehmerischen Spielraum.

2022 sollte der nächste Meilenstein erreicht werden: Geplant war ein Börsengang der Thyssen-Tochter Uhde Chlorine Engineers (UCE). Aufgrund der geopolitischen Krisen erwarte ich den Börsengang jedoch erst im kommenden Jahr.

Wahrscheinlich haben Sie den Namen UCE noch nicht oft gehört, aber das wird sich bald ändern: Dieses Unternehmen hat sich u.a. auf den Bau von Anlagen zur Erzeugung von Wasserstoffgas aus erneuerbaren Energiequellen (Sonne und Wind) spezialisiert.

Bereits im vergangenen Geschäftsjahr erreichte UCE einen Umsatz von rund 300 Mio. Euro und ist damit wesentlich größer als die Wasserstoff-Wettbewerber ITM und Nel. Wenn es um die ganz großen Wasserstoff-Aufträge geht, dann ist UCE schon heute die erste Wahl.

UCE an größtem Wasserstoff-Projekt beteiligt

So hat der US-Gasgigant Air Products UCE als Partner für das aktuell größte Wasserstoff-Projekt der Welt auserkoren (Standort ist Saudi-Arabien; Investitionsvolumen 5 Mrd. US-Dollar).

Analysten erwarten nach dem UCE-Börsengang eine Marktkapitalisierung von rund 5 Mrd. Euro. Da ThyssenKrupp aktuell 66% der Anteile hält, wäre der UCE-Anteil von Thyssen nach einem erfolgreichen Börsengang rund 3,3 Mrd. Euro wert. Das ist mehr als der aktuelle Börsenwert des gesamten Thyssen-Konzerns! Der Kurssturz im schwierigen Börsenjahr 2022 war daher deutlich übertrieben.