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Übernahmegerüchte beflügeln Atlantia-Aktie

Übernahmegerüchte beflügeln Atlantia-Aktie
SergeyP / Shutterstock.com
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Wenn die Gerüchteküche um die Übernahme eines Unternehmens so richtig ins brodeln kommt, springt der Kurs des betroffenen Unternehmens schnell mal ein paar Prozente in die Höhe. So war es auch bei der Aktie des italienischen Straßen- und Flughafenbetreibers Atlantia, die in der vergangenen Woche kräftig zulegen können.

Wurden die Atlantia-Papiere am Mittwoch noch mit 18,54 Euro an der Borsa Italiana in Mailand gehandelt, stieg der Kurs in den Folgetagen sukzessive an und ging am Freitag mit einem satten Plus von fast 15% bzw. 21,30 Euro in das Wochenende.

Der Grund für diesen Kurssprung liegt auf der Hand: Laut Gerüchten sollen gleich mehrere Bietergruppen Interesse an einer Übernahme des Infrastrukturkonzerns haben.

Gruppe um den spanischen Bautycoon Perez bereitet Angebot vor

So berichtete das US-Nachrichtenmagazin Bloomberg am späten Mittwochnachmittag, dass der spanische Bau-Tycoon und Präsident des Fußballclubs Real Madrid, Florentino Perez, zusammen mit 2 Investmentgesellschaften ein Übernahmeangebot vorbereite.

Das im Besitz von Perez befindliche spanische Bauunternehmen Actividades de Construccion y Servicios SA (ACS) habe eine exklusive Vereinbarung mit den Investmentgesellschaften Global Infrastructure Partners (GIP) und Brookfield Asset Management Inc. getroffen, wonach es die Mehrheit der Atlantia-Aktien erwerben wird.

GIP und Brookfield bestätigten ihrerseits, dass sie eine mögliche Übernahme des führenden Infrastrukturunternehmens Atlantia, das Flughäfen in Rom und Südfrankreich sowie Autobahnen in Europa und Lateinamerika betreibt, ins Gespräch gebracht haben.

Laut Presseinformationen soll Perez den Infrastrukturkonzern nach einer potenziellen Übernahme in 2 Unternehmen aufspalten wollen. Danach sollen die beiden Unternehmensteile privatisiert bzw. von der Börse genommen werden.

Benetton-Holding lehnt Übernahme ab…

Postwendend gab der Mehrheitseigentümer von Atlantia, die Benetton-Holding Edizione Srl, bekannt, dass das Unternehmen nicht am Übernahmeangebot von ACS und der beiden Fonds für den italienischen Straßen- und Flughafenbetreiber interessiert ist. Zu Ihrer Information: Edizione Srl ist größter Anteilseigner an Atlantia und hält 33,1% der Anteile des Infrastrukturriesens.

Edizione teilte darüber hinaus mit, dass ihre Investitionen in Atlantia strategisch seien und sie die italienischen Wurzeln und die Integrität der Gruppe bewahren wollten. Kein Wunder, hat der aufgrund der Corona-Pandemie schwächelnde Bekleidungskonzern massiv von den guten Einnahmen Atlantia profitiert. So erzielte Atlantia in 2021 ein EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen) von stolzen 4 Mrd. Euro. Das waren 31% bzw. 1 Mrd. Euro mehr als noch im Vorjahr.

…und bereitet eigenes Übernahmeangebot vor

Nur wenige Stunden später berichtete Bloomberg, dass eine zweite potenzielle Bietergruppe ihren Hut in den Ring geworfen hat. Das Nachrichtenmagazin will aus gut informierten Quellen erfahren haben, dass auch die führende US-Investmentgruppe Blackstone Group Inc. ein Angebot für das italienische Infrastrukturunternehmen Atlantia SpA prüfe.

Mit im Boot soll die italienische Milliardärsfamilie Benetton sein. Deren Familienholding Edizione bestätigte, dass sie sich in Gesprächen mit der Blackstone Group über ein mögliches Investment in Atlantia befinde. Die Benetton-Holding gab aber auch bekannt, dass bisher noch keine Einigung erzielt worden sei.

Übernahmeofferte soll bei mehr als 20 Mrd. Euro liegen

Laut der italienischen Tageszeitung Il Messaggero soll Edizione und Blackstone über ein Angebot von 24 Euro je Atlantia-Aktie nachdenken. Damit würden sie den Infrastrukturkonzern mit rund 20 Mrd. Euro bewerten.

Il Messaggero spekuliert, dass das Konsortium um den spanischen Baukonzern ACS sogar deutlich mehr bieten müsste, um im Bieterwettstreit überhaupt eine Chance zu haben. Konkret wird von einem Betrag von 26 Euro je Atlantia-Aktie geredet.

Wie es weitergehen kann

Egal, ob es zu einem Bieterwettstreit um Atlantia kommen wird oder nicht, die italienische Regierung wird ein entscheidendes Wörtchen mitreden wollen. Schließlich betreibt Atlantia die meisten Mautstrecken Italiens und auch die Flughäfen Fiumicino und Ciampino in Rom. Und diese sind für Italien von strategischer Bedeutung.