Erste Group als Tor gen Osten?

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Wenn sich die geopolitische Plattentektonik verschiebt, hat das mitunter noch für eine lange Zeit folgen. Der Krieg in der Ukraine hat etwa dafür gesorgt, dass ein EU-Beitritt des Kriegslandes Thema ist. Im Windschatten dieser Überlegungen formulieren auch Nachbarn aus Osteuropa, die schon länger warten, Ansprüche. Österreich hat bereits klar gemacht, dass es im Rennen um einen EU-Beitritt keine Überholspur geben dürfe. Geht der Beitrittsprozess jetzt für alle Kandidaten schneller? Diese Perspektive könnte Finanztiteln aus Österreich, die traditionell in Osteuropa gut positioniert sind, Rückenwind geben. Wir analysieren Erste Group Bank fundamental für Sie.

So ist die Erste Group aufgestellt

Die Erste Group Bank ist 1819 unter dem Namen Erste Bank der österreichischen Sparkassen gegründet worden. Sie hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der führenden Bankgruppen Zentraleuropas (CEE-Segment) entwickelt. Mit Fokus auf die Region Mittel-/Osteuropa werden mehr als 16 Mio Kunden in Österreich, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Kroatien und Serbien betreut.

Gute Eckdaten, spannende Aktie

Die Erste Group spart Kosten, um die Profitabilität hochzuhalten. Die Anzahl der Geschäftsstellen wurde 2021 noch einmal deutlich reduziert. Der Abbau läuft bereits seit mehreren Jahren. Dieses Jahr könnte die Zahl der Filialen erstmals unter 2.000 fallen. Damit geht auch ein Personalabbau einher. Weil die Lohnkosten zunehmen, sind die Personalkosten dennoch gestiegen. Durch die vielen Filialen in Osteuropa hat die Erste Group im Branchenvergleich dennoch relativ niedrige Personalkosten. Der Gewinn stieg im 1. Quartal um 26,4% auf 449 Mio €.

Die Erste Group hat mehr Kredite vergeben, wodurch das Zinsergebnis gestiegen ist. Die Zinsspanne, also der Unterschied zwischen den Zinsen, die die Bank bezahlt und denen, die sie für die Ausgabe von Krediten erhält, sinkt seit Jahren und ist auf einen neuen Tiefststand von 2,05% gefallen. Daran konnten auch die Zinserhöhungen in Tschechien, Ungarn und Rumänien nichts ändern. Dennoch wirken diese Zinserhöhungen stimulierend. Eine Zinserhöhung im Euroraum würde zusätzlich stimulierend wirken. Die EZB signalisierte jedoch, dass sie die Zinsen weiterhin niedrig halten will.

Der Krieg in der Ukraine führt zu einer Destabilisierung Osteuropas. Gleichzeitig profitieren die Länder von umfassenden Militärhilfen und der Stationierung ausländischer Truppen. Das schafft gut bezahlte Arbeitsplätze und kommt den Volkswirtschaften zugute. Die Erste Group rechnet mit einem Anstieg des Zinsüberschusses mindestens im hohen einstelligen Bereich. Schauen Sie sich die Aktie gerne einmal an!