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Gazprom-Aktie: Deshalb hat der Geldregen auch seine Tücken

Inhaltsverzeichnis

Die hohen Gaspreise sind für die meisten Unternehmen und für uns Verbraucher eine bittere Pille. Schließlich sorgen die hohen Energiekosten dafür, dass so ziemlich alles teurer wird – nicht nur die Heizung in den eigenen vier Wänden.

Umso besser, dass Sie als Rohstoff-Anleger dem Preis-Boom ein Schnippchen schlagen können. Denn: Es gibt einige Aktien, die von den hohen Gaspreisen profitieren: beispielsweise der deutsche Konzern Uniper.

Doch die Gas-Gewinne von Uniper sind nur ein kleines Licht – zumindest im Vergleich zu Gazprom. Der russische Staatskonzern schwimmt derzeit regelrecht im Geld. Schauen Sie sich einfach diese neuen Zahlen an und Ihnen wird die Kinnlade herunterfallen.

20 Milliarden Dollar: Gazprom legt Mega-Gewinn vor

Nach eigenen Angaben hat Gazprom in den ersten neun Monaten des Jahres 2021 umgerechnet etwa 20 Milliarden Dollar an Gewinn erwirtschaftet. Das ist ein neues Rekordergebnis für die Russen. Allein im dritten Quartal belief sich der Überschuss auf beachtliche 7,8 Milliarden Dollar.

Vor allem im Herbst haben die Gaspreise mächtig angezogen. Wie stark das Unternehmen von den hohen Preisen profitiert, zeigt auch der Vergleich zum Vorjahresquartal. Damals hatte man noch einen saftigen Verlust in den Büchern stehen.

Mehr Dividende in Aussicht

Kein Wunder also, dass bei Gazprom derzeit Jubelstimmung herrscht. Man habe zwischen Januar und Ende September bereits mehr Geld verdient als in jedem vollen Kalenderjahr in der Geschichte des Konzerns, betonte Gazprom-Manager Famil Sadygow. Entsprechend kündigte das Unternehmen eine Dividendenerhöhung an.

Aber auch im vierten Quartal werde man den Anlegern beeindruckende Ergebnisse servieren. Sadygow rechnet nämlich nicht damit, dass sich die Preislage im Winter signifikant entspannen wird.

Europa abhängig von Gazprom

Der Vollständigkeit halber: Auch in Sachen Umsatz legte Gazprom zuletzt deutlich zu. So schossen die Gesamterlöse des Konzerns in den ersten neun Monaten um rund 56 Prozent auf etwa 90 Milliarden Dollar nach oben. Vor allem das Geschäft in Europa konnte demnach stark wachsen.

Gazprom ist schon seit Jahren der wichtigste Gasversorger Europas und insbesondere Deutschlands. Die Russen haben es geschafft, den Kontinent von sich abhängig zu machen. Das dürfte sich in den nächsten Jahren noch weiter verschärfen, immerhin gilt Gas als essenzielle Übergangslösung hin zu den Erneuerbaren Energien.

Politisch heikel

Als Anleger müssen Sie aber auch die Risikofaktoren kennen. So steht Gazprom heute mehr denn je im Kreuzfeuer der Kritik. Das aktuelle Beispiel: Nord Stream 2. Die umstrittene Pipeline soll russisches Erdgas über die Ostsee in die Bundesrepublik und in die EU bringen. Doch die fertiggestellte Leitung ist immer noch nicht in Betrieb, da sich eine wichtige Genehmigung aus Deutschland verzögert.

Entscheidend wird nun sein, wie die neue Bundesregierung mit Nord Stream 2 verfahren wird. Dass die Pipeline komplett abgesagt wird, ist angesichts der wichtigen Gas-Partnerschaft mit Russland und der Energiesicherheit Deutschlands allerdings eher unwahrscheinlich.

Dennoch ist Gazprom ein Politikum. Das heißt: Die Aktie reagiert äußerst empfindlich auf politische Entwicklungen und ist dadurch sehr volatil. Als Anleger sollten Sie das berücksichtigen.

Besser nicht an hohe Gewinne gewöhnen

Hinzu kommt, dass die Gas-Verknappung in Europa, die verantwortlich ist für die hohen Preise, wohl nicht von Dauer sein wird. Früher oder später dürften sich die Preise wieder normalisieren – und somit auch die Gewinne von Gazprom.

Nicht zuletzt muss auch Gazprom in den nächsten Jahren viel Geld in die Hand nehmen, um seinen CO2-Fußabdruck zu verbessern. Beispielsweise investiert der Konzern in Wasserstoff-Pilotprojekte in Russland. Das geht natürlich mit finanziellen Belastungen einher, die dem Unternehmen aber auch Zukunftspotenzial verschaffen. Alles in allem bleibt Gazprom wegen der politischen Abhängigkeit für Sie ein heißes Eisen.