Adobe Systems-Aktie nach schwachem Ausblick mit kräftigem Kursrückgang

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Adobe Systems-Aktie: Schwacher Ausblick setzt Kursrally ein abruptes Ende. Abstufung durch Analyst sorgt für zusätzlich schlechte Laune bei den Anlegern (Foto: jejim / shutterstock.com)

Die Reaktion auf die Vorlage der Geschäftszahlen fiel deutlich aus. Zur Börseneröffnung gestern notierte die Aktie des Software-Riesen Adobe Systems knapp zweistellig in der Verlustzone. Als Brandbeschleuniger wirkte zudem die Abstufung durch die US-Bank JPMorgan. Dabei fielen die Zahlen für das letzte Quartal gar nicht mal schlecht aus. Aber der schwächere Ausblick für die nächsten Quartal ließ die Anleger auf den Verkaufsknopf drücken.

Adobe Systems – feste Größe in der Softwareindustrie

Aus der Softwareindustrie ist Adobe Systems kaum mehr wegzudenken. Der Konzern bietet Software, mit deren Hilfe Kunden digitale Inhalte erstellen, veröffentlichen und die Wirkung messen können. Zum Angebot gehören Grafik- und Bildbearbeitungsprogramme, Audio- und Videoschnittsysteme und Webanalyse-Tools.

Einige der bekanntesten Produkte sind Photoshop, Acrobat, Flash und Dreamweaver. Die Software von Adobe Systems wird an Hardwarehersteller, Softwareentwickler und Dienstleister sowie an Individualkunden und die Werbeindustrie geliefert.

Langfristig beeindruckende Erfolgsgeschichte

In den vergangen Jahren ist der Konzern stark gewachsen. Seit 2006 haben sich die Umsätze auf zuletzt 15,78 Milliarden Dollar mehr als versechsfacht. Gleichzeitig sind die Gewinne von 506 Millionen Dollar auf 6 Milliarden Dollar angestiegen. Auch beim Börsenwert ist Adobe, trotz des jüngsten Rücksetzers,  mit 272 Milliarden Dollar keine kleine Nummer mehr.

Umstellung auf Cloud-Geschäftsmodell sorgt für sprudelnde Gewinne

Seit dem Jahr 2013 ist Adobe sehr erfolgreich auf das cloudbasierte Geschäftsmodell umgestiegen. Das bedeutet, dass die Software nicht mehr verkauft, sondern langfristig vermietet wird. Der Konzern vertreibt also Abonnements an seine Kunden und kann sich über wiederkehrende und langfristig gewinnträchtigere Einnahmen freuen.

Dadurch konnte die Gewinnmarge in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert werden. Lag die Gewinnmarge (Nettogewinn in Relation zum Umsatz) in 2014 bei 6,47%, erzielte Adobe 2021 (Anm.: Das Geschäftsjahr endet bei Adobe immer am 30. November) eine beeindruckend hohe Gewinnspanne von 38%.

20% Umsatzwachstum im zurückliegenden Quartal

Die hohe Wachstumsdynamik der vergangenen Jahre hielt auch zuletzt weiter an. Im vierten Quartal, das bei Adobe bis Ende November ging, erhöhten sich die Umsätze um 20,2% auf 4,11 Milliarden Dollar. Davon entfielen 3 Milliarden auf das Geschäftsfeld Digital Media (+20,6% vs. Vorjahr), das unter anderem die Creative Cloud und Desktop Apps wie Photoshop und InDesign umfasst.

Der Sektor Digital Experience mit Angeboten wie Adobe Analytics und Marketo Engage steuerte 1,01 Milliarden Dollar (+23% vs. Vorjahr) und damit 25% zu den Gesamtumsätzen bei.

Gewinn trifft Analystenschätzungen

Am Ende stand ein bereinigter Gewinn 1,53 Milliarden Dollar beziehungsweise 3,20 Dollar je Aktie in den Büchern. Das lag um 13% über dem Niveau des vergleichbaren Vorjahresquartals und traf exakt  die Erwartungen der Analysten.

Schwache Jahresprognose sorgt für Abverkauf der Aktie

Schwächer als erwartet fiel hingegen die Jahresprognose aus. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Adobe-Firmenboss Shantanu Narayen einen Umsatz von 17,9 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 13,70 Dollar pro Aktie. Die Wall Street-Analysten hatten hingegen mit einem Umsatz von 18,2 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 14,20 Dollar gerechnet.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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