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Bill.com-Aktie nach Quartalszahlen mit Kurssprung

Inhaltsverzeichnis

Das Thema Automatisierung ist in aller Munde und erreicht mittlerweile auch immer stärker den Zahlungsverkehr. Ein Unternehmen, dass im Dezember 2019 den Sprung aufs Parkett gewagt und sich vor allem auf kleine- und mittelständische Kunden fokussiert hat, ist Bill.com.

Die Kursentwicklung ist allerdings nichts für schwache Nerven: Seit dem Börsengang im Dezember 2019 kletterten die Papiere von 22 Dollar bis auf über 340 Dollar im November letzten Jahres in die Höhe. Doch seither ist die große Euphorie verflogen. Im Zuge der allgemeinen Schwäche bei Technologieaktien sind die Papiere deutlich gefallen. Trotz der jüngsten Kurserholung notieren die Aktien mit 163 Dollar deutlich unter den letztjährigen Höchstkursen.

Bill.com revolutioniert den Zahlungsverkehr

Das 2006 von Rene Lacerte gegründete Unternehmen Bill.com unterstützt Unternehmen bei der Abwicklung der Buchhaltung und Rechnungsstellung. Die Cloud-basierte Software digitalisiert und automatisiert die Back-Office-Finanzvorgänge für kleine und mittelständische Unternehmen. Dabei sollen vor allem Zahlungsvorgänge rationalisiert werden, um wertvolle Zeit und vor allem Geld zu sparen.

Konkret: Auf der Software-Plattform sollen alle Prozesse zusammengeführt werden. Eingehende Dokumente wie zum Beispiel Rechnungen, die per E-Mail ankommen, werden automatisch weitergeleitet und mithilfe von künstlicher Intelligenz geordnet. Der Nutzer muss sich nur noch einloggen und den Rechnungseingang in das System bestätigen. Die Zahlungsein- und -ausgänge können ebenfalls auf der Plattform durchgeführt werden, sodass man einen besseren Überblick über die Zahlungsströme im eigenen Unternehmen erhält. All diese Vorgänge können mit den gängigen Buchhaltungssoftwares synchronisiert werden und müssen nicht mehr manuell eingepflegt werden.

Abo-Modell sorgt für gut planbare Umsätze

Bill.com betreibt ein SaaS-Geschäftsmodell (Software-as-a-Service). Es gibt im Prinzip drei Einnahmequellen: Erstens die monatlichen Abogebühren der Kunden, die zuletzt 28% zu den Gesamtumsätzen beitrugen. Zweitens transaktionsabhängige Gebühren, die für 70% der Gesamtumsätze verantwortlich waren und zu guter Letzt Einnahmen aus der Verzinsung treuhänderisch verwalteter Kundengelder. Mit rund 2% Umsatzbeitrag sind diese Einnahmen noch ein kleiner Teil des Geschäfts, der künftig mit anziehenden Zinsen aber auch an Bedeutung gewinnen könnte.

Weiter hohe Wachstumsdynamik

Die jüngsten Geschäftszahlen haben die Erwartungen geschlagen: Der Umsatz kletterte im vierten Quartal (das Geschäftsjahr endet bei Bill.com am 30. Juni) um 155% auf 200,22 Millionen Dollar in die Höhe. Damit wurden die Analystenschätzungen nochmals um 17,12 Millionen Dollar übertroffen. Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte Bill.com ein Umsatzwachstum von 169% auf 642 Millionen Dollar.

Immer mehr Kunden haben Bill.com-Software im Einsatz

Auch bei der Neukundengewinnung konnte Bill.com zuletzt punkten: Im Jahresvergleich erhöhte sich die Anzahl der Kunden um 30% auf 158.000. Insgesamt wickelte das Unternehmen Zahlungen im Wert von 61 Milliarden Dollar ab, ein Plus von 46% zum Vorjahresquartal. Im zurückliegenden Quartal stiegen die Abo-Einnahmen um 77% auf 55,2 Millionen Dollar während sich die transaktionsbasierten Umsätze noch deutlich stärker um 201% auf 139,6 Millionen Dollar erhöhten.

Unter dem Strich verharrte der Softwarespezialist aber weiterhin in der Verlustzone. Übrig blieb ein Nettoergebnis von minus 84,94 Millionen Dollar und damit deutlich mehr als im Vorjahresquartal (minus 41,86 Millionen Dollar).Am Ende stand ein bereinigter Verlust von 3 Cent je Aktie in den Büchern. Das wiederum war 11 Cent besser als von den Analysten im Vorfeld erwartet wurde.

Umsatzplus von rund 50% erwartet

Für das neue Geschäftsjahr zeigt sich der Konzernchef René Lacerte weiter optimistisch und stellt einen Umsatz von 955,5 bis 973,5 Millionen Dollar in Aussicht. Sollte die Prognose erreicht werden, dann kommt Bill.com im laufenden Geschäftsjahr auf ein Umsatzwachstum zwischen 49% und 52%.

Auch auf dem Weg in die Gewinnzone macht Bill.com Fortschritte: Das bereinigte Nettoergebnis soll bei 27,5 bis 45,5 Millionen Dollar liegen. Für das bereinigte Ergebnis je Aktie hat Firmenboss Lacerte 23 bis 38 Cent in Aussicht gestellt.