Booking Holdings übernimmt Zimmervermittler Getaroom

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In den USA ist es zu einem Mega-Deal zwischen 2 Hotelbuchungsportalen gekommen. Der Weltmarktführer Booking Holdings erwirbt den kleineren Mitbewerber Getaroom. (Foto: NicoEINino / shutterstock.com)

Internetportale, die sich auf die Vermittlung von Hotelzimmern spezialisiert haben, haben besonders stark unter den Corona-Lockdowns gelitten. Auch wenn die Geschäfte mittlerweile wieder angelaufen sind, kommt es in diesem Sektor verstärkt zu Marktkonsolidierungen.

So meldete der laut eigenen Angaben weltweit führende Anbieter von Online-Reiseangeboten, Booking Holdings Inc., am vergangenen Freitag, dass er sich mit dem Finanzinvestor Court Square Capital Partners über den Kauf des kleineren Mitbewerbers Getaroom geeinigt habe.

Court Square Capital hatte Getaroom im September 2018 von den Gründern erworben. Zu diesem Zeitpunkt hatte der erst 2005 gegründete Hotelzimmervermittler bereits etwa 500 Mitarbeiter, ein eigenes Callcenter und machte einen Jahresumsatz von etwa 1 Mrd. USD (knapp 900 Mio. Euro).

Booking Holdings zahlt 1,2 Mrd. Dollar an Finanzinvestor

Für die Übernahme der in Dallas/Texas beheimatete Getaway zahlt Booking Holdings Inc. jetzt stolze 1,2 Mrd. US-Dollar (USD – etwas mehr als 1 Mrd. Euro) an den unter anderem auf Online-Technologieunternehmen spezialisierten Finanzinvestor Court Square Capital Partners aus New York.

Die in Norwalk/Connecticut (etwa 80 km nordwestlich von New York City) ansässige Booking Holdings ist auf Online-Reiseangebote spezialisiert. Im Besitz der Holding befinden sich 6 weltweit aktive Internetportale, darunter auch die hierzulande bekannte Marke booking.com aus Amsterdam.

Booking Holdings Marke Priceline war eines der ersten Buchungsportale

Bis Februar 2018 firmierte Booking Holdings noch unter dem Namen The Priceline Group. Das bereits 1997 gegründete Buchungsportal Priceline ist eines der weltweit ersten Online-Reiseportale und gehört auch nach der Umfirmierung zu den führenden Marken der Booking Holdings Inc.

Booking Holdings beschäftigt mehr als 19.000 Mitarbeiter, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von 6,8 Mrd. USD (etwa 6 Mrd. Euro) erwirtschafteten. Das waren allerdings 55% weniger als noch im Corona-freien Jahr 2019.

Noch stärker brach das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ein. Es lag 2020 bei nur noch 0,9 Mrd. USD (rund 800 Mio. Euro) und somit um 85% unter dem Vorjahresergebnis von 5,9 Mrd. USD.

Übernahme soll Angebotsportfolio erweitern

Die Übernahme von Getaroom soll die Angebotspalette des Marktführers im Bereich der Buchungsportale erweitern. Dies betont auch der CEO der Booking Holdings-Marke Priceline, Brett Keller, in seiner Stellungnahme zur Getaroom-Übernahme:

„Im Laufe der Jahre haben strategische Partnerschaften eine wichtige Rolle bei unseren Bemühungen gespielt, mehr Kunden über neue Kanäle zu erreichen. Durch die Kombination der Technologie und des Know-hows von Getaroom und Priceline können wir den Vertrieb für unsere Hotelpartner weiter optimieren und neue und bessere Lösungen für das Unterkunftssegment in den USA anbieten.

Kurseinbußen nach Bekanntgabe des Deals

Am vergangenen Freitag, dem Tag der Bekanntgabe des Deals, gab der Kurs der Booking Holdings an der US-Technologiebörse NASDAQ leicht nach. Er verlor im Tagesverlauf 1,1% an Boden und lag beim Erklingen der Schlussglocke bei 2.451,65 USD. Bei den Anlegern kam der Mega-Deal also nicht so gut an.

Wie es weitergeht

Nach Abschluss der Transaktion wird Getaroom in die Marke Priceline von Booking Holdings integriert. Getaroom wird seinen Hauptsitz auch weiterhin in Dallas behalten. Der aktuelle Getaway-Chef (CEO), Matt Davis, wird zukünftig die neue Geschäftseinheit für strategische Partnerschaften von Priceline leiten.

Der Abschluss der Übernahme unterliegt noch den üblichen Abschlussbedingungen. Hierzu gehören unter anderen die Genehmigung des Deals durch die Aufsichtsbehörden.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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