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Carvana-Aktie nach Kurskollaps im Fokus der Firmeninsider

Inhaltsverzeichnis

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte ­hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Procore Technologies

Seit dem Jahreswechsel stand die Aktie des Bausoftwarespezialisten Procore Technologies stark unter Druck (>-40%). Dieser Kursrutsch sorgte nun für signifikante Aktienkäufe von Firmeninsidern. Seit dem 10. Juni kauften der Director William Griffith und der Großaktionär Iconiq Strategic Partners knapp über 1,5 Millionen Aktien. Die Kaufpreise schwankten zwischen 42 und 43,85 Dollar. Insgesamt lag das Transaktionsvolumen bei über 63,6 Millionen Dollar.

Procore Technologies hat eine Cloud-Software entwickelt, um den Immobilienbau zu verwalten. Der Leiter eines Bauunternehmens kann mit der Procore Technologies-Software den Bauprozess und die Verhandlungen mit Lieferanten steuern. Auf der Plattform von Procore wurden bereits über 1 Million Projekte mit einem Bauvolumen von mehr als 1 Billion Dollar abgewickelt.

Im zurückliegenden ersten Quartal kletterten die Umsätze des Konzerns um 40% auf 159,5 Millionen Dollar. Unter dem Strich verharrte Procore Technologies aber weiterhin in der Verlustzone (-71,4 Millionen Dollar).

Carvana

Die Aktie des Online-Gebrauchtwagenhändlers Carvana stand im Börsenjahr mit Verlusten von über 80% ebenfalls stark unter Druck. Geht es nach den Firmeninsidern, dann eröffnet sich auf dem gegenwärtigen Kursniveau deutliches Erholungspotenzial. Seit April sind bereits diverse Insider auf der Käuferseite aktiv.

Ernest Garcia II, der größte Einzelaktionär des Unternehmens und Vater des Vorstandsvorsitzenden, hat allein in den letzten Tagen Aktien im Wert von 42 Millionen Dollar erworben (Kaufkurse von 20,67 bis 21,95 Dollar).

Hinzu kommen Käufe von Ryan Keeton, Carvanas Chief Brand Officer, der in den letzten zwei Wochen Aktien im Wert von 1,7 Millionen Dollar für etwa 24 Dollar pro Aktie einsammelte. Paul Breaux, der General Counsel von Carvana, kaufte im Mai und Juni Aktien im Wert von 2 Millionen Dollar zu einem Durchschnittspreis von etwa 28 Dollar. Zu guter letzt erwarb Vorstandsmitglied Dan Quayle am 17. Mai Aktien im Wert von 733.000 Dollar für 39 Dollar pro Aktie. (Anm.: Quayle ist der ehemalige US-Vizepräsident unter George H. W. Bush und seit 2017 Mitglied des Carvana-Vorstands).

Insgesamt haben die fünf Unternehmensinsider im letzten Monat 47 Millionen Dollar und in den letzten zwei Monaten 479 Millionen Dollar für Aktien ausgegeben.

Carvana betreibt eine E-Commerce-Plattform für den Kauf und Verkauf von Gebrauchtwagen in den Vereinigten Staaten. Die Plattform des Unternehmens ermöglicht es den Kunden, ein Fahrzeug zu recherchieren, es mit einer 360-Grad-Fahrzeugbildtechnologie zu inspizieren, das Fahrzeug zu kaufen (oder finanzieren) und die Lieferung oder Abholung von ihrem Desktop oder mobilen Geräten aus zu planen. Im ersten Quartal erzielte Carvana einen Umsatz von 3,49 Milliarden Dollar und einen Verlust von 260 Millionen Dollar.

Fiserv

Beim US-Zahlungsspezialiten Fiserv kam es zuletzt ebenfalls zu auffälligen Aktienkäufen. Der Großaktionär ValueAct Holdings sammelte seit Mitte Juni 500.000 Aktien ein. Bei Kaufkursen zwischen 89,65 und 94,18 Dollar lag der Gesamtwert der Zukäufe bei 91,9 Millionen Dollar. Damit setzt der renommierte Value-Investor seine Kaufserie ungebremst fort. Seit Anfang Mai erwarb der Firmeninsider 1,5 Millionen Fiserv-Aktien. Inzwischen hält ValueAct 14,67 Millionen Aktien des Unternehmens, was 2,2% aller Fiserv-Stimmrechte entspricht.

Fiserv bietet überwiegend Lösungen für die Abwicklung von Zahlungen, Finanzprodukten und – Dienstleistungen an. Im ersten Quartal erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 4,13 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 10% zum Vorjahresquartal entspricht. Am Ende stand ein Gewinn von 669 Millionen Dollar in den Büchern des Konzerns.