Crocs: Schuhhersteller im Höhenflug – Geschäftszahlen deutlich über den Erwartungen

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Die Aktie des Schuhherstellers Crocs ist nach starken Geschäftszahlen im Höhenflug. Die Anleger sind von Umsatz- und Gewinnsprung euphorisiert. (Foto: Jirapong Manustrong / Shutterstock.com)

Wer kennt sie nicht, die Kunststoffschuhe des US-Konzerns Crocs. Ob für die Gartenarbeit, das Schwimmbad oder auch für die Stadt. Die praktischen Schuhe haben sich zwischenzeitlich zum Verkaufsschlager entwickelt. Dass man mit dem Verkauf der Schuhe auch richtig Geld verdienen kann, haben die gerade präsentierten Quartalszahlen eindrucksvoll gezeigt. Auch die Kursentwicklung der Aktie kann sich absolut sehen lassen. Seit dem Jahreswechsel haben die Papiere mehr als 130% zugelegt.

Crocs – vom Kunststoffschuh zum Kultobjekt

Crocs wurde im Jahr 1999 gegründet und ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das Kunststoffschuhe vermarktet, insbesondere den bekannten Clog, genannt Classic. Merkmal der Clogs von Crocs sind ursprünglich leuchtende Farben; wie Hellgrün, Rot, Gelb und Türkis. In der Zwischenzeit gibt es auch dezentere Farben oder Clogs mit Drucken. Die ursprünglichen Beach-Clogs sind hinten offene Schuhe mit leicht erhöhter Ferse und einem Halteriemen, die vor allem für Bootsfahrer gedacht waren. Der geschlossene Vorderschuh enthält zahlreiche Luftlöcher.

Zweites Hauptmodell ist der etwas schmalere Cayman, den es auch in Kindergrößen gibt. Die Produktpalette wurde zwischenzeitlich um Flip-Flops, Sandalen, Sneaker, Regenstiefel und Winterstiefel erweitert.

Daneben gibt es auch Merchandising-Artikel. Lizenzpartner sind hierbei Medienkonzerne wie Walt Disney, Warner Bros oder Nickelodeon, welche Bestandteil der strategischen Linie von Crocs sind.

Zum 31. Dezember 2020 verfügte das Unternehmen über 186 Outlet-Stores, 100 Einzelhandelsgeschäfte, 65 Store-in-Stores und 13 vom Unternehmen betriebene E-Commerce-Websites. Das Unternehmen ist auf dem amerikanischen Kontinent, im asiatisch-pazifischen Raum, in Europa, im Nahen Osten und in Afrika tätig.

73% Umsatzwachstum im dritten Quartal

Im dritten Quartal konnte Crocs die Erwartungen deutlich übertreffen. Insgesamt ging ein Umsatz von 626 Millionen Dollar durch die Bücher. Das war ein Plus von 73% zum vergleichbaren Vorjahresquartal und lag nochmals 16 Millionen Dollar über den Erwartungen der Analysten.

Crocs gab an, dass die Direktverkäufe an den Endverbraucher im Quartal um 60,4% gestiegen sind, während die Großhandelsumsätze um 88,2% zulegten. Die digitalen Verkäufe kletterten um 68,9% und machten 36,8% des Gesamtumsatzes aus, verglichen mit 37,7% im Vorjahr.

Gewinn geht durch die Decke

Gleichzeitig konnte der Konzern seine Profitabilität deutlich steigern: Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 153,5 Millionen Dollar beziehungsweise 2,42 Dollar je Aktie hängen. Das entspricht einem Gewinnzuwachs von 147%.  Ohne einmalige Posten verdiente das Unternehmen 2,47 Dollar pro Aktie und lag damit deutlich über den 1,88 Dollar, die Analysten im Vorfeld erwartet hatten.

Ausblick nach oben geschraubt

Crocs hob außerdem seinen Ausblick für das Gesamtjahr an und erklärte, dass das Unternehmen daran gearbeitet hat, die Auswirkungen der weltweiten Unterbrechung der Lieferkette zu minimieren. Obwohl die Produktionsanlagen in Vietnam in den letzten Monaten vorübergehend geschlossen wurden, hat der Einzelhändler nach eigenen Angaben die Produktion verlagert und nutzt Luftfracht für den Warentransport.

Für das Gesamtjahr rechnet Crocs nun mit einem Umsatzwachstum von 62% bis 65%. Zum Vergleich: Bislang stellt das Management ein Plus von 60 % bis 65 % in Aussicht. Für das Geschäftsjahr 2022 erwartet der Konzern zudem ein Umsatzanstieg um weitere 20%. Auch das liegt deutlich über der bisherigen Prognose von 14%.

Die Aktionäre freut es. Mit einem Kursplus von zwischenzeitlich über 10% gehörte die Crocs-Aktie gestern zu den großen Gewinnern.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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