Datenanalysefirma Palantir nach Zahlen deutlich schwächer

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Der Datenanalyse-Spezialist Palantir übertrifft die Erwartungen und hebt die Prognose an. Die Aktie kommt dennoch nicht in die Gänge. (Foto: Michael Vi / shutterstock.com)

Vor 13 Monaten wagte der US-Softwarekonzern Palantir den Sprung aufs Parkett. Den von der US-Börse NYSE festgelegten Referenzpreis von 7,25 Dollar ließen die Papiere von Palantir schnell hinter sich und kletterten in der Spitze im Januar bis auf 39 Dollar in die Höhe.

Allerdings stockt seither die Kursentwicklung. Nach Vorlage der jüngsten Zahlen rutschten die Papiere beinahe 10% bis auf unter 25 Dollar in den Keller. Damit verharrt die Aktie im Börsenjahr 2021 um die Nulllinie und liegt deutlich hinter dem breiten Aktienmarkt. Zum Vergleich: Der US-Aktienleitindex S&P 500 konnte im gleichen Zeitraum um 25% an Wert zulegen.

Analyse großer Datenmengen im Fokus

Palantir mit Sitz in Denver ist vor allem bekannt für die Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst CIA und weiteren Sicherheitskräften und Behörden. Palantir Technologies ist spezialisiert auf Datenanalyse und vertreibt Spezialsoftware u.a. an Geheimdienste und Sicherheitsbehörden. Die Firma bietet Lösungen und Datenanalysetools im Bereich Menschenhandel, Kindesentführung und -missbrauch, Terrorismusbekämpfung, Betrugsermittlung und Vorhersage von Pandemien, arbeitet aber auch im Bereich Big Data mit Fluggesellschaften, Finanz- oder Pharmakonzernen zusammen.

Dabei hat der Konzern aber auch ganz normale Kunden aus zahlreichen Industriebereichen. Das Unternehmen analysiert mit einem zweiten Softwaresystem nämlich auch große Datenmengen für private Auftraggeber wie Banken oder Energiekonzerne. Zu den Kunden zählen unter anderem das Pentagon, die US-Grenzbehörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) und in Deutschland die hessische Polizei.

Starkes Wachstum im dritten Quartal

Im dritten Quartal konnte Palantir robuste Wachstumsraten aufweisen: Der Umsatz erhöhte sich um 35% auf 392,1 Millionen Dollar. Damit wurden die Analystenschätzungen leicht um 5,54 Millionen Dollar übertroffen. Unter dem Strich stand mit 102,13 Millionen Dollar ein deutlich geringerer Verlust als im Vorjahresquartal in den Büchern (-847,77 Mio. Dollar). Je Aktie lag der Verlust im dritten Quartal bei 5 Cent. Das war 2 Cent besser als von Analysten im Vorfeld erwartet worden war.

Privatkunden sorgen für Rückenwind

Vor allem bei den Privatkunden lief es stark: Unter dem Strich erhöhte sich die Zahl der Kunden in diesem Segment um 46%. Beim Umsatz in diesem Kundensegment konnte Palantir in den USA sogar ein Plus von 103% ausweisen.

Insgesamt schloss der Konzern 54 Deals mit einem Vertragswert von über einer Millionen Dollar ab, 33 Deals hatten einen Vertragswert von mehr als 5 Millionen Dollar, während 18 Abschlüsse sogar einen Wert von über 10 Millionen Dollar beinhalteten.

40% Umsatzwachstum angepeilt

Für das Gesamtjahr peilt Palantir ein Umsatzwachstum von 40% an. Entsprechend dürfte am Ende ein Umsatz von 1,52 Milliarden Dollar durch die Bücher des Unternehmens laufen. Zeitgleich wurde der Ausblick für den bereinigten freien Cashflow von über 300 auf über 400 Millionen Dollar angehoben.

Seinem Langfristziel bleibt der Datenanalysespezialist auch weiterhin treu: Firmenboss Alex Karp peilt für die Jahre 2021 bis 2025 weiterhin ein jährliches Umsatzwachstum von mindestens 30% an.

Den Anlegern scheint das momentan aber nicht zu genügen und sie wechseln erst einmal auf die Seitenlinie. Offenbar ist bei einem aktuellen Börsenwert von über 47 Milliarden Dollar bereits viel von der Zukunftsphantasie eingepreist.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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