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Die Immobilienkrise in China ist wieder aktuell!

Inhaltsverzeichnis

Das Thema hatten wir tatsächlich länger nicht. Es gab wohl wichtigeres. Jetzt kommt die 2. Staffel und es geht wieder einmal um alles. Wenn hier der Stecker gezogen wird, sollten wir einige rote Kerzen in den Charts sehen.

Fun Fact: Chinas Wert hängt zu 70 Prozent an den Immobilien. Das ist doppelt so hoch wie in den USA! Jetzt kommen Reports ans Licht, die offenbar ein Schneeballsystem aufdecken. Dazu gibt es noch Boykotte von Hypothekenzahlern und als Sahnehäubchen eine eskalierende Bankenkrise!

2008 lässt grüßen

Schauen Sie sich den Film „The Big Short“ an. Einfach als mögliche Vorbereitung, was in den nächsten Monaten passieren kann. Passend dazu hat der Shanghai Composite Index noch immer nicht die alten Hochs von 2008 erreicht. Irgendwie beeindruckend. Seit 14 Jahren. Und dabei soll China doch so stark wirtschaftlich gewachsen sein.

Aber der Aktienmarkt ist bei den Chinesen nicht beliebt. Die investieren lieber in Immobilien und genau deshalb kommt jetzt hier das Echo und nicht an deren Börse. Die ist alles andere als heiß gelaufen.

Chinas Immobilienmarkt viel extremer als New York!

In der folgenden Grafik stehen die Mietpreise pro Quadratmeter der Metropolen von China und den USA. San Francisco, Los Angeles, New York – alles vermeintlich teure Städte haben keine Chance gegen Shenzhen, Beijing oder Shanghai. Die werden um Längen geschlagen.

(Quelle: Zillow.com)

Zum Vergleich: Nehmen wir die Median-Kosten von Häusern in New York – kosten die dort etwa 10 Jahreseinkommen. In Beijing kann es bis zum 25-fachen sein!

Wie genau funktioniert das Schneeballsystem?

Hier geht es konkret um unfertige Projekte. Das System läuft dabei folgendermaßen ab: Entwickler bzw. Bauherren verkaufen Häuser bevor diese gebaut werden und nutzen das eingesammelte Kapital, um noch mehr Geld für neue Projekte zu bekommen. Nachdem die Häuser jenseits von fertig sind und teilweise noch nicht einmal der Grundstein gelegt wurde, haben die Käufer die Raten boykottiert. Sie zahlen nicht mehr.

Wenn wir den aktuellen Zahlen trauen können, gibt es mindestens 64 Projekte in Henan, die davon betroffen sind; 33 in Hunan, 27 in Hubai, 23 in Shaanxi und 22 in Hebei. Irgendwas mit Spitze des Eisberges.

Jetzt ist die Krise bei den Banken angekommen. Schließlich zahlen die Käufer keine Raten mehr und die Banken haben den Projektentwicklern Geld geliehen. Diese melden jetzt Konkurs an, weil kein Geld mehr von den Käufern fließt. Das Schnellballsystem fällt in sich zusammen.

Das führte zu Protesten und systemische Probleme wurden immer deutlicher. So hatte während der Corona-Krise die Regierung in China die Sicherheitsanforderungen für Banken auf 10 Prozent gesenkt. Mehr Kapital müssen die Finanzinstitute nicht als Reserve für ihre Bilanzen halten. Besonderes Schmankerl: Kriminelle Gangs haben offenbar zum Teil Banken übernommen und die Gelder ins Ausland transferiert.

Über 400.000 Kunden sind Opfer solcher Machenschaften geworden. Das öffentliche Vertrauen in das Bankensystem in China ging den Bach herunter. Die Regierung schritt ein, um einen Bankenrun zu verhindern. Sie zahlte betroffenen Kunden umgerechnet bis zu 15.000 US-Dollar für ihre Verluste – aber nur, wenn deren Bank nicht in diese kriminellen Transaktionen involviert war.

Ob diese Strategie das Verbrauchervertrauen wiederherstellen kann, wird sich zeigen. Vielleicht wird das unaufhaltsame Zusammenbrechen nur verzögert. Ganz nebenbei: Die Jugendarbeitslosigkeit in China ist aktuell bei 20 Prozent.

Fazit:

Schnallen Sie sich an. Wenn jetzt die richtige Immobilienblase in China wirklich platzen darf, dann wird es an den Märkten aber so was von ungemütlich. China wird das schon geschickt machen und wenn es sich nicht aufhalten lässt, zumindest das Timing gut wählen. Es kann jederzeit passieren. Oder eben später – mit viel Glück auch gar nicht. Dann bin ich gespannt, wie das Thema gelöst werden soll. Bullische Marktsituationen sehen anders aus. Noch ein Grund mehr, dass wir jetzt vorsichtig werden!