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E-Commerce: Shopify schluckt US-amerikanische Deliverr

Inhaltsverzeichnis

Am vergangenen Donnerstag hat das von den deutschen Auswanderern Tobias Lütke und Daniel Weinand 2006 gegründete kanadische E-Commerce-Unternehmen Shopify bekannt gegeben, dass es mit dem US-amerikanischen Mitbewerber Deliverr eine Übernahmevereinbarung getroffen hat.

Laut Angaben von Shopify handelt es sich bei diesem Deal um die größte Akquisition in der Geschichte des Unternehmens. Durch die Übernahme von Deliverr werde eine End-to-End-Logistikplattform geschaffen, die Millionen von E-Commerce-Händlern eine schnelle und einfache Auftragsabwicklung ermöglicht.

Kurzporträt der beteiligten Unternehmen

Da die an diesem Deal beteiligten Unternehmen in Deutschland nicht jedem bekannt sein dürften, möchte ich Ihnen die beiden E-Commerce-Unternehmen kurz vorstellen.

Die im kanadischen Ottawa beheimatete Shopify ist laut eigenen Angaben ein führender Anbieter von Internet-Infrastrukturen für den Handel und bietet Tools für die Gründung, das Wachstum, die Vermarktung und die Verwaltung von Einzelhandelsunternehmen jeder Größe an.

Die Shopify-Plattformen werden in mehr als 175 Ländern von Millionen von Unternehmen genutzt. Zu den Kunden von Shopify gehören z.B. Heinz, Tupperware, FTD und Netflix. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 10.000 Mitarbeiter, die in 2021 einen Umsatz von 4,6 Mrd. US-Dollar (USD – entspricht 4,37 Mrd. Euro) erwirtschafteten. Seit Mai 2015 ist Shopify an der New Yorker Börse NYSE gelistet.

Das im Privatbesitz befindliche E-Commerce-Startup Deliverr wurde 2017 gegründet und hat seinen Sitz in San Francisco/USA. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 250 Mitarbeiter an 3 Standorten.

Mithilfe der technologiebasierten Deliverr-Plattform können auch kleinere Handelsunternehmen ihren Kunden zweitägige Lieferungen garantieren. Damit können auch kleinere Unternehmen mit den Großen wie Amazon und ebay mithalten.

Das Unternehmen bietet seinen Kunden pauschale Fulfillment-Preise und ein landesweites Netzwerk von Lagern an. Deliverr liefert aktuell mehr als 1 Mio. Bestellungen pro Monat für Tausende von Händlern in den USA aus.

Deliverr hat in mehreren Finanzierungsrunden Wagniskapital in Höhe von 490,9 Mio. USD erhalten. In der letzten Finanzierungsrunde wurde das Logistik-Unternehmen mit 2 Mrd. USD bewertet.

Kombinierter Cash- und Aktiendeal

Die Übernahme des noch jungen Mitbewerbers lässt sich Shopify richtig was kosten. So zahlen die Kanadier insgesamt 2,1 Mrd. USD für die Fulfillment-Spezialisten aus San Francisco. 80% davon zahlt Shopify in bar, der Rest wird mit eigenen Aktien bezahlt.

Shopify beabsichtigt, die von Deliverr entwickelte Software, das Know-how sowie die Logistikkapazitäten in das eigene Unternehmen zu integrieren und damit sein Angebot zu erweitern, wie der Gründer und CEO von Shopify, Tobi Lütke, in einem Statement betont:

„Unser Ziel ist es, das Spielfeld für unabhängige Händler nicht nur zu ebnen, sondern es zu ihren Gunsten zu kippen und ihre Größe und Agilität in ihre Überlegenheit zu verwandeln“.

„Zusammen mit Deliverr wird das Shopify Fulfillment Network Millionen von wachsenden Unternehmen Zugang zu einer einfachen, leistungsstarken Logistikplattform geben, die es ihnen ermöglicht, ihre Kunden immer wieder glücklich zu machen“, so Lütke weiter.

Shopify-Aktien brechen ein

Am 5. Mai 2022, dem Tag der Bekanntgabe der Übernahme von Deliverr, gab der Kurs der Shopify-Aktien an der NYSE deutlich nach und verlor im Tagesverlauf fast 15% an Wert. Wenn Sie jetzt aber daraus schließen, dass der Deal bei den Investoren sehr schlecht angekommen ist, liegen Sie falsch.

Denn am gleichen Tag hat Shopify auch die Geschäftszahlen für das 1. Quartal 2022 veröffentlicht. Und diese fielen sehr schwach aus: So vermeldete Spotify das schwächste vierteljährliche Umsatzwachstum seit seinem Börsengang im Jahr 2015.

Im ersten Quartal 2022 verzeichnete Shopify einen Nettoverlust von 1,47 Mrd. USD. Im Vergleichszeitraum des Vorjahrs hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 1,26 Mrd. USD eingefahren. Diese schlechten Quartalszahlen und die dadurch enttäuschten Erwartungen dürften der Hauptgrund für den Kurseinbruch sein.

Wie es weitergeht

Einen konkreten Termin, bis wann der Deal in trockenen Tüchern sein wird, haben Shopify und Deliverr nicht genannt. Sie gehen laut Pressemitteilung davon aus, dass die Transaktion nach der behördlichen Prüfung und der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden abgeschlossen werden wird.