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Grid Dynamics-Aktie mit Aufholpotenzial

Grid Dynamics-Aktie mit Aufholpotenzial
Jirapong Manustrong / Shutterstock.com
Inhaltsverzeichnis

Einige Technologieunternehmen hatten jahrelang auf kostengünstige IT-Spezialisten aus der Ukraine und Russland gesetzt. Der russische Angriff setzte ihre Aktienkurse erheblich unter Druck. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass die Konsequenzen längst nicht so dramatisch sind wie befürchtet. Trotzdem stehen die Kurse weit unter den Höchstständen vor dem Krieg. Einen dieser Werte möchte ich Ihnen heute näher vorstellen.

Kurzportrait

Das US-Unternehmen Grid Dynamics bietet zahlreiche Dienstleistungen für den E-Commerce-Bereich an, u.a. Hilfe bei der Optimierung des Produktportfolios, der Preisgestaltung und Marketingmaßnahmen. Weitere  Tätigkeitsgebiete sind Analyse der Konkurrenz, Optimierung der cloudbasierten IT-Infrastruktur und Verbesserung der Datensicherheit.

Auch wenn das Unternehmen noch relativ klein ist (für 2022 wird ein Jahresumsatz von rund 300 Mio. US-Dollar erwartet), so konnte es bereits zahlreiche Weltkonzerne als Kunden gewinnen. Giganten wie Apple, Google, PayPal, VISA, PepsiCo, Merck & Co, LVMH, Lowe´s, Verizon und Tesla setzen auf die Dienste von Grid Dynamics.

Überraschend starke Zahlen für das zweite Quartal

Die jüngsten Quartalsergebnisse konnten die Analystenerwartungen erheblich übertreffen. Grid Dynamics meldete für das zweite Quartal einen Umsatzanstieg um satte +62% auf 77,34 Mio. US-Dollar (Prognose 73 Mio.). Der Gewinn konnte um +20% auf 0,12 US-Dollar pro Aktie gesteigert werden, Analysten waren von einem leicht rückläufigen Gewinn ausgegangen.

Verkaufspanik durch Ukraine-Krieg war überzogen

Die starken Quartalsergebnisse verdeutlichen einmal mehr, dass die Verkaufspanik bei der Aktie nach dem russischen Angriff auf die Ukraine überzogen war. Zwar hat Grid Dynamics einen bedeutenden Teil seiner IT-Mitarbeiter in Niedriglohnländer  – darunter die Ukraine und Russland – ausgelagert. Aber die Auswirkungen auf das operative Geschäft fallen viel geringer aus als von vielen Anlegern befürchtet.

Dem Unternehmen ist es gelungen, sein operatives Geschäft ohne grundlegende Probleme weiterzuführen. Hier profitiert Grid Dynamics von seinem großen Vorteil: Da es keine physische Produktion gibt, können die Mitarbeiter von jedem Ort zu jeder Zeit an den Projekten arbeiten.

Aktienkurs hat sich seit dem Jahrestief wieder verdoppelt

Seit dem Jahrestief im März hat sich der Aktienkurs inzwischen wieder verdoppelt, liegt aber immer noch nur halb so hoch wie im Dezember – dem bisherigen Allzeithoch. Mit 1,4 Mrd. US-Dollar wird das Unternehmen derzeit mit knapp dem 5-Fachen des Umsatzes bewertet, das ist relativ günstig. Da die Gewinne noch recht niedrig ausfallen, liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für das laufende Jahr bei rund 40. Nicht unbedingt ein Schnäppchen, aber ganz spurlos ist der Krieg eben nicht an den Finanzen vorbeigezogen.  

In den nächsten Jahren sollte sich die Situation weiter stabilisieren und Gewinne und Umsätze weiter steigen. Sicherlich ist die Aktie spekulativ, bietet aber auch weit überdurchschnittliche Chancen. Für risikobereite Anleger ist sie einen näheren Blick wert.