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Harley-Davidson Aktie: Männer-Traum für das Depot

Harley-Davidson Aktie: Männer-Traum für das Depot
Alex Erofeenkov / shutterstock.com
Inhaltsverzeichnis

Es gibt Marken, die stehen für Freiheit. Früher hatten nicht selten Zigaretten dieses (falsch) Image. Heute gilt das noch für Motorräder. Die heißen Öfen von Harley-Davidson sind seit dem Film Easy Rider vor vielen Jahrzehnten ein Traum vieler Menschen, vor allem Männer. Heute leisten sich vor allem erfolgreiche Großstädter im mittleren Alter eine Harley als Spielzeug. Doch wann wird eine Marke zur Karikatur ihrer selbst? Wir analysieren die Zahlen und geben Antworten.

Zuvor aber einige Hintergrundinformationen zum Unternehmen. Das Unternehmen wurde 1903 von William S. „Bill“ Harley und Arthur Davidson als Harley-Davidson Motor Co. gegründet und ist hauptsächlich in zwei Geschäftsfeldern aktiv: im Motorrad- und Zubehörsektor und im Bereich der Finanzdienstleistungen, in dem den Kunden und Händlern Finanzprodukte angeboten werden. Über 1.000 Händler weltweit vertreiben die legendären Motorräder, die Bekleidungslinie MotorClothes und Utensilien rund ums Bike.

Hier stimmt nahezu alles

Harley bleibt auf Wachstumskurs. Im 3. Quartal wurde der Umsatz um 17% auf 1,37 Mrd $ gesteigert. Die höhere Nachfrage, gepaart mit einem verbesserten Produktmix, Preissteigerungen sowie Kostensenkungen ließen die Marge deutlich ansteigen. Der Gewinn lag mit 163 Mio $ um 36% über dem Vorjahreswert, was einer Gewinnmarge von 11,9% entsprach.

Dass die Zahlen in einem Marktumfeld erreicht wurden, das von steigenden Herstellungskosten sowie Lieferengpässen gekennzeichnet war, unterstreicht die erfolgreiche Marketing-Strategie. Zudem ist das Geschäft infolge der Restrukturierung profitabler geworden. Von den 89 Märkten, die Harley vor der Krise bediente, sind nur noch 50 übriggeblieben. Das Produkt- Portfolio wurde in der Krise um 30% zurechtgestutzt.

Es geht voran!

Eine positive Nachricht gab es jüngst im Hinblick auf den Handelsstreit der USA mit der EU. Aufgrund der Importzölle der Trump- Regierung auf Stahl und Aluminium musste auch Harley infolge der Vergeltungsmaßnahmen der EU seit 2018 Importzölle für Lieferungen in die EU von 31% zahlen. Ursprünglich sollten die Importzölle auf 56% steigen.

Gemäß einer neuen Vereinbarung der Biden- Regierung mit der EU zum 232 tariff dispute werden die Importzölle für Harley entgegen der Erwartung ab 2022 deutlich auf 6% sinken. Zudem plant Harley, seine Elektromarke LiveWire an die Börse zu bringen. Die erfolgreiche Restrukturierung sowie die Marketing-Strategie werden vom Markt nicht gebührend gewürdigt. Da geht noch was – auch bei der Dividendenrendite von rund 1,8%. Harley bleibt auch in Zukunft ein Männertraum.