Intuit heizt die Gerüchteküche an: Spekulationen um größten Deal der Firmengeschichte machen die Runde

USA Aktienmarkt – ado Alexander Sánchez

Intuit lässt die Gerüchteküche brodeln: Spezialist für Finanzsoftware lotet offenbar größte Übernahme der Firmengeschichte aus (Foto: Alexander Sánchez / Adobe Stock)

Die Aktie des Finanzsoftware-Spezialisten Intuit kennt momentan kein Halten mehr. Seit dem Jahreswechsel sind die Papiere um beinahe 50% nach oben geklettert. Der Börsenwert liegt mittlerweile bei über 154 Milliarden Dollar. Hintergrund der starken Kursbewegung ist eine solide Wachstumsstory, die der US-Konzern seit einigen Jahren abliefert. Dabei setzt Intuit nicht nur auf organische Zuwächse, sondern auch auf gezielte Übernahmen. Bereits im letzten Jahr machte der Softwarekonzern mit einem milliardenschwerem Zukauf auf sich aufmerksam und sollten sich die aktuellen Gerüchte bewahrheiten, dann könnte nun sogar ein noch größerer Deal vor der Türe stehen.

Intuit – der Spezialist für Finanzsoftware

Bevor auf die Übernahmegerüchte im Detail kommen, möchte ich Ihnen den US-Konzern erst einmal näher vorstellen: Intuit ist ein Unternehmen, das selbst entwickelte Finanzsoftware-Produkte für den Geschäfts- und Privatbereich betreibt, so dass die persönlichen Geldgeschäfte inklusive der Steuererklärungen bewältigt werden können.

Zu diesem Zweck bietet das Unternehmen die Produkte Quicken, QuickBooks, TurboTax, Quicken, Lacerte, Pro Series sowie Digital Insight an. Das weltweit aktive Unternehmen mit Kunden in Nordamerika, Asien, Europa und Australien, wurde 1983 gegründet und betreibt Niederlassungen unter anderem in den USA, Kanada und Großbritannien.

Credit Carma war der erste Streich….

Der Softwarespezialist fährt seit geraumer Zeit eine expansive Strategie, die auch immer wieder gezielte Übernahmen beinhaltet: Im letzten Jahr hat Intuit das Fintech-Startup Credit Karma für 7,1 Milliarden Dollar geschluckt. Karma hatte zum Zeitpunkt des Kaufs bereits mehr als 100 Millionen registrierte Nutzer, davon rund 37 Millionen monatlich aktive User (MAUs).

Das Geschäftsmodell ist einfach und schnell erklärt: Nutzer können auf der Plattform ihre Kreditwürdigkeit checken und Kreditkarten erwerben sowie auch Kredite in Anspruch nehmen. Beim Umsatz hatte Credit Karma die Milliardenmarke bereits im letzten Jahr überschritten.

…..und der zweite folgt sogleich

Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, dann steht der nächste Großeinkauf bereits vor der Tür. Laut informierten Kreisen lotet Intuit aktuell den Kauf von Mailchimp für mehr als 10 Milliarden Dollar aus. Bei Mailchimp handelt es sich um einen cloudbasierten Service für das Newsletter Management. Mit Mailchimp lassen sich also Newsletter erstellen, verschicken, verwalten und es können unzählige Konfigurationen vorgenommen werden. Der Dienst mit Sitz in Atlanta gehört zu den erfolgreichsten seiner Art und arbeitet nach dem Prinzip „Software as a Service“. Das bedeutet, dass die Nutzer Mailchimp nicht auf dem eigenen Rechner oder Server installieren, sondern den Dienst über eine Weboberfläche auf einem externen Server nutzen.

Beide Firmen konzentrieren sich vor allem auf kleinere Unternehmenskunden. Der Kauf von Mailchimp wäre die größte Transaktion in der Geschichte des Unternehmens. Ob der Deal wirklich durchgeht, ist noch ungewiss. Neben großen Technologiefirmen scheinen auch einige Finanzinvestoren ein Auge auf das Unternehmen geworfen zu haben.

Hohe Wachstumsdynamik im letzten Quartal

Auch ohne Zukäufe konnte Intuit zuletzt stark wachsen. Im zurückliegenden vierten Quartal (Anm.: bei Intuit endet das Geschäftsjahr am 31. Juli) erhöhten sich die Umsätze um 40,7% auf 2,56 Milliarden Dollar. Das lag 240 Millionen Dollar über den Erwartungen. Credit Karma trug mit einem Umsatz von 405 Millionen Dollar rund 16% zu den Gesamtumsätzen bei. Am Ende stand ein Nettogewinn von 380 Millionen Dollar beziehungsweise 1,39 Dollar je Aktie in den Büchern. Das lag 63% über den Konsensschätzungen der Analysten in den Banken.

Die Prognose für das Gesamtjahr sieht einen Umsatz von 11,05 bis 11,2 Milliarden Dollar (vs. 9,6 Milliarden Dollar im Vorjahr) vor sowie einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 11,05 bis 11,25 Dollar (vs. 9,74 Dollar je Aktie im Vorjahr).

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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