GRATIS Online-Webinar: Energie-Unabhängigkeitsgipfel - bis zu +6.011 % Gewinn mit nur DREI Unternehmen | 10.10., 18 Uhr

iRobot-Aktie geht nach Kaufofferte durch die Decke

iRobot-Aktie geht nach Kaufofferte durch die Decke
Cineberg / Shutterstock.com
Inhaltsverzeichnis

Am Freitag schossen die iRobot-Papiere deutlich um 20% in die Höhe. Das lag aber nicht etwa am Zahlenwerk, das eher durchwachsen ausfiel. Probleme mit den Lieferketten sorgten für einen drastischen Umsatzeinbruch und einen deutlich höheren Verlust. Der Grund des Kurssprungs lag vielmehr in einem Übernahmeangebot, dass der Roboterhersteller vom Online-Giganten Amazon präsentiert bekam. Der Tech-Riese will iRobot für 1,7 Milliarden Dollar schlucken.      

iRobot – der Pionier der Saugroboter

Bevor wir auf die aktuellen Zahlen im Detail kommen, noch ein paar Hintergrundinformationen zum Geschäftsmodell des Konzerns: iRobot gilt als unangefochtene Größe auf dem Markt für Haushaltsroboter. Den Großteil der Umsätze (über 80%) stammen vom Saugroboter Roomba. Der Rest wird mit komplementären Produkten erwirtschaftet. Im Programm befinden sich u. a.: der Wischroboter Scooba (zum Nasswischen), der Kehrroboter Braava sowie Roboter zum Reinigen von Schwimmbädern und Abflussrinnen.

Mit einem Marktanteil von z. T. 69% in einzelnen Märkten wie den USA ist iRobot trotz der zunehmenden Konkurrenz der unangefochtene Marktführer. Lediglich im stark wachsenden chinesischen Markt hinkt der Konzern seinen Rivalen deutlich hinterher.

Markt ist laut Experten noch lange nicht gesättigt

Auch wenn iRobot der mit Abstand größte Player ist und mittlerweile weit über 20 Millionen Einheiten verkauft hat, ist der Markt noch lange nicht gesättigt. Davon gehen zumindest die Marktforscher von Fortune Business Insights aus. Sie bescheinigen der Branche weiterhin satte Zuwachsrate. Den Analysten zufolge könnte das Marktvolumen von 11,97 Milliarden Dollar in 2021 auf 50,65 Milliarden Dollar in 2028 ansteigen. Momentan ist der Markt noch stark Nordamerika-lastig. Doch auch in Europa und zunehmend dann auch in Asien werden die kleinen Helfer in immer mehr Haushalten eingesetzt werden.

Umsatzeinbruch im zweiten Quartal – Erwartungen deutlich verfehlt

Im zurückliegenden zweiten Quartal musste das Unternehmen aber mit kräftigem Gegenwind kämpfen. Die Umsatzentwicklung wurde in erster Linie durch unvorhergesehene Auftragsreduzierungen, Verzögerungen und Stornierungen von Einzelhändlern in Nordamerika und EMEA belastet. Zudem machte sich die nachlassende Nachfrage der Direktverkäufe an Verbraucher und die Auswirkungen von Wechselkursänderungen negativ bemerkbar.

Unter dem Strich sackte der Umsatz um 30,2% auf 255,35 Millionen Dollar in den Keller. Das waren 47,1 Millionen Dollar weniger als die Analysten im Vorfeld erwartet hatten. Gerade einmal rund 3 Millionen Dollar Umsatz erzielte die übernommene Luftreiniger-Firma Aeris im zweiten Quartal.

Geografisch gesehen sank der Umsatz im Raum EMEA (Europa, Naher Osten, und Afrika) um 39%, in den USA um 29% und in Japan um 18% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

iRobot weitet Verlust aus

Bei der Profitabilität musste der Roboterspezialist ebenfalls einen ordentlichen Dämpfer hinnehmen. Stand im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 2,7 Millionen Dollar in den Büchern, musste nun ein Verlust von 43,4 Millionen Dollar ausgewiesen werden. Am Ende lag das Nettoergebnis bei -1,60 Dollar je Aktie (vs. -10 Cent je Aktie im Q2 2021).

Amazon legt Offerte auf den Tisch

Den Onlinehändler Amazon scheint der Einbruch nicht zu stören. Gerade hat der Technologie-Gigant ein Übernahmeangebot über 61 Dollar je Aktie auf den Tisch gelegt. Inklusive ausstehender Schulden beträgt der Firmenwert 1,7 Milliarden Dollar. Amazon will die Summe bar zahlen. Amazon erweitert damit sein eigenes Hardware-Geschäft im Smart-Home-Bereich, das bereits die Echo-Speaker, die Fire-Tablets und die Kameras des 2020 übernommenen Anbieters Blick umfasst.

Amazon sieht im Einsatz von Robotern im vernetzten Zuhause große Wachstumschancen. Gerätechef Dave Limp prognostiziert, dass in den nächsten 10 bis 15 Jahren jeder Haushalt mindestens einen Roboter haben werde. Im vergangenen Herbst stellte der Konzern seinen ersten Haushaltsrobter „Astro“ vor, der auf Rädern durch ein Zuhause fährt. Mit seinen Kameras kann er zum Beispiel die Rolle einer Alarmanlage übernehmen und kann auf Sprachbefehle über Amazons Sprachassistentin Alexa reagieren.

Mit iRobot gelingt dem Konzern ein großer Schlag. Der Firmenboss des Roboterherstellers Colin Angle soll weiter an Bord bleiben. Ob die Marke weiter bestehen bleibt oder die Geräte künftig unter dem Amazon-Label laufen, ist bislang nicht bekannt. Die Amazon-Aktie reagierte deutlich positiv und stieg zum Handelsbeginn auf 59,80 Dollar und liegt damit nur noch minimal unter dem Niveau der Kaufofferte.