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Jetblue grätscht bei Spirit-Frontier-Fusion mit Gegenofferte dazwischen

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Die Marktbereinigung unter den US-Fluggesellschaften schreitet weiter voran. Zuletzt ist die Billigfluggesellschaft Spirit Airlines ins Visier von Kaufinteressenten geraten. Eigentlich gab der Konzern bereits im Februar den Zusammenschluss mit der Fluggesellschaft Frontier Airlines bekannt. Doch nun grätscht die ehemalige Lufthansa-Beteiligung Jetblue mit einer rivalisierenden Offerte dazwischen.

Die Spirit Airline-Aktionäre freut es, da die Papiere der Fluggesellschaft als Reaktion auf den sich abzeichnenden Bieterwettkampf deutlich fester notierten. Allerdings liegt das aktuelle Kursniveau noch deutlich unter dem Angebotspreis von Jetblue.

Fusion von Spirit Airlines und Frontier Airlines für 2,9 Milliarden Dollar steht auf dem Prüfstand

Eigentlich war schon so gut wie alles klar. Im Februar einigten sich Spirit und Frontier auf einen Zusammenschluss. Spirit-Investoren sollten dabei 1,9126 Frontier-Aktien und 2,13 Dollar in bar für jede Spirit-Aktie erhalten. Damit kam die Transaktion im Februar auf einen Wert von 25,83 Dollar pro Aktie für Spirit. Allerdings stehen diverse Genehmigungen für die Fusion noch aus, so dass der Deal noch längst nicht in trockenen Tüchern ist.

Mit der Fusion wollten beide Konzerne die dominierenden Big-Four-Fluggesellschaften angreifen, so die damalige Argumentation. Gemeinsam würden Frontier und Spirit zur Nummer fünf in den USA – hinter American, Delta, Southwest und United, aber vor Alaska Airlines und Jetblue.

Alleine lagen beide Gesellschaften gemessen an den Passagierzahlen auf Rang sieben und zehn. Die eigenen Netze sind komplementär. Vereinigt könnten deshalb über 1000 Flüge pro Tag zu 145 Zielen in 19 Ländern angeboten werden. Die Fusion sollte zudem dank Synergien Einsparungen von 500 Millionen Dollar jährlich in die Kassen spülen.

Jetblue kontert mit höherem Angebot

Mit einem deutlich höheren Angebot will Jetblue diesen Deal nun verhindern. Spirit teilte mit, dass ein „unaufgefordertes“ Angebot von Jetblue eingereicht wurde. Die ehemalige Lufthansa-Beteiligung bietet 33 Dollar in bar pro Spirit Airlines-Aktie. Damit steht ein Volumen von insgesamt rund 3,6 Milliarden Dollar im Raum.

Inlandsgeschäft steht vor Comeback

Mit dem Zukauf könnte Jetblue vor allem seine Position im Freizeit- und Inlandsgeschäft entscheidend ausbauen. Dieser Bereich hatte sich zuletzt deutlich schneller von der Pandemie erholt als Langstrecken- und Geschäftsreisen. Darüber hinaus könnte Jetblue von der hohen Effizienz von Spirit lernen. Branchenkenner monierten in der Vergangenheit des Öfteren das hohe Kostenniveau von Jetblue. Die vorgeschlagene Übernahme würde laut Jetblue zudem für jährliche Synergien in Höhe von bis zu 700 Millionen Dollar sorgen.

Frontier Airlines wettert gegen Jetblue-Vorstoß

Während sich Jetblue bemüht, die Vorteile seiner Offerte zu bewerben, ätzt Frontiert gegen das rivalisierende Angebot. Die Airline mutmaßt, dass sich ein Zusammenschluss von Spirit und Jetblue in höheren Ticketpreisen für die Reisenden niederschlagen würde . Besonders an der amerikanischen Ostküste gibt es Überlappungen zwischen den beiden, so dass dort nach einer Übernahme weniger Wettbewerb herrschen würde.

Aktie weiter deutlich unter Übernahmepreis

Wie es weitergehen wird, ist ungewiss. Spirit hat bekanntgegeben, dass neue Kaufangebot zu prüfen. Ob Frontier als Reaktion nachlegen wird, ist derzeit schwer zu sagen. Immerhin liegt das Jetblue-Angebot bereits 37% über der Frontier-Offerte.

Die Anleger scheinen derzeit kaum an ein mögliches Bietergefecht zu glauben. Gestern notierte der Kurs der Spirit Airlines-Papiere mit knapp über 26 Dollar signifikant unter dem Preis, den Jetblue (33 Dollar) gerade in den Ring geworfen hat.