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Jetblue schaltet im Übernahmekampf einen Gang höher und legt feindliche Offerte für Spirit Airlines auf den Tisch

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Der Kampf um die Übernahme der US-Billigfluggesellschaft Spirit Airlines spitzt sich weiter zu. Nachdem das Management von Spirit Airlines eine 3,6 Milliarden Dollar schwere Offerte von Jetblue ablehnte, setzt die ehemalige Lufthansa-Beteiligung nun zur feindlichen Übernahme an.

Der Aktienkurs von Spirit Airlines sprang nach der Ankündigung um 13,4% nach oben und ging mit 19,27 Dollar aus dem US-Handel. Damit liegt der Wert der Papiere aber weiterhin deutlich unter dem Angebotsniveau von 30 Dollar je Aktie.

Spirit Airlines und Frontier Airlines-Deal war so gut wie besiegelt

Die Entwicklung gewinnt damit an Dramatik. Lassen Sie mich ein wenig ausholen. Eigentlich war schon so gut wie alles klar. Im Februar einigten sich Spirit und Frontier auf einen Zusammenschluss im Gegenwert von 2,9 Milliarden Dollar.

Mit der Fusion wollten beide Konzerne die dominierenden Big-Four-Fluggesellschaften angreifen, so die damalige Argumentation. Gemeinsam würden Frontier und Spirit zur Nummer fünf in den USA – hinter American, Delta, Southwest und United, aber vor Alaska Airlines und Jetblue.

Alleine lagen beide Gesellschaften gemessen an den Passagierzahlen auf Rang sieben und zehn. Die eigenen Netze sind komplementär. Vereinigt könnten deshalb über 1000 Flüge pro Tag zu 145 Zielen in 19 Ländern angeboten werden. Die Fusion sollte zudem dank Synergien Einsparungen von 500 Millionen Dollar jährlich in die Kassen spülen.

Jetblue-Offerte aus kartellrechtlichen Bedenken abgelehnt

Doch die beiden hatten die Rechnung ohne den Rivalen Jetblue gemacht. Die Fluggesellschaft grätschte mit einem rivalisierenden Angebot dazwischen und bot 33 Dollar je Aktie, was einem Firmenwert von 3,6 Milliarden Dollar entspricht.

Spirits Verwaltungsräte favorisieren jedoch weiterhin die niedrigere Offerte von Frontier vor. Der Grund: Sie glauben offenbar nicht an eine kartellrechtliche Genehmigung der Transaktion mit Jeblue. Vor allem die Allianz mit American Airlines im Nordosten könnte einen Deal verhindern. Das Justizministerium klagt, um dieses Geschäft zu verhindern.

Jetblue stuft die Begründung allerdings nur als Vorwand ein und wirft dem Management vor, die Aktionäre zu benachteiligen.

Jetzt folgt der feindliche Übernahmeversuch mit gesenktem Kaufpreis

Doch so leicht lässt sich Jetblue nicht abschütteln. Jetzt setzt die Fluggesellschaft zum feindlichen Übernahmeversuch an und wendet sich direkt an die Jetblue-Aktionäre. Kurios: Jetblue unterbreitete den Spirit-Aktionären ein neues Angebot in Höhe von 30 Dollar pro Aktie in bar oder mehr als 3,2 Milliarden Dollar.

Der Konzern sagte, der Preis wurde gesenkt, weil Spirit nicht bereit war, finanzielle Informationen zu teilen. Zeitgleich teilte der Konzern aber mit, dass sein Angebot vom 5. April in Höhe von 33 Dollar pro Aktie immer noch verfügbar sei, falls Spirit in Verhandlungen eintritt.

Inlandsgeschäft steht vor Comeback

Mit dem Zukauf könnte Jetblue vor allem seine Position im Freizeit- und Inlandsgeschäft entscheidend ausbauen. Dieser Bereich hatte sich zuletzt deutlich schneller von der Pandemie erholt als Langstrecken- und Geschäftsreisen. Darüber hinaus könnte Jetblue von der hohen Effizienz von Spirit lernen. Branchenkenner monierten in der Vergangenheit des Öfteren das hohe Kostenniveau von Jetblue. Die vorgeschlagene Übernahme würde laut Jetblue zudem für jährliche Synergien in Höhe von bis zu 700 Millionen Dollar sorgen.

Wichtige Entscheidung am 10. Juni

Es bleibt also spannend. Die Aktionäre von Spirit Airlines sollen am 10. Juni über das Angebot von Frontier abstimmen, das vom Spirit-Vorstand einstimmig befürwortet wird. Das Bar- und Aktienangebot wurde bei seiner Ankündigung im Februar mit 2,9 Milliarden Dollar bewertet, aber die Frontier-Aktien sind seither um 30% gefallen, wodurch sich der Wert des Geschäfts verringert hat.

Die Anleger haben derzeit Schwierigkeiten, die Situation und die weitere Entwicklung einzuschätzen. Der Aktienkurs von Spirit Airlines notiert jedenfalls mit unter 19,27 Dollar meilenweit unter dem Niveau der Jetblue-Offerte.