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Match Group: Tinder-Mutter schlägt in Asien zu und schluckt Chat-App-Konzern Hyperconnect für 1,73 Milliarden Dollar

Match Group: Tinder-Mutter schlägt in Asien zu und schluckt Chat-App-Konzern Hyperconnect für 1,73 Milliarden Dollar
NicoEINino / shutterstock.com
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Kaum eine Dating-App verbreitete sich in den letzten Jahren so rasant wie Tinder. Einfach nach rechts wischen – viel mehr braucht es bei der Verkupplungs-App Tinder nicht für das nächste Date. Jetzt hat der Mutterkonzern, der zahlreiche Dating-Apps unter seinem Dach vereinigt, eine milliardenschwere Übernahme bekanntgegeben.

Für 1,73 Milliarden Dollar will die Match Group den koreanischen Chat-App-Entwickler Hyperconnect schlucken. Das ist die größte Übernahme der Firmengeschichte. Den Aktionären scheint der Deal zu gefallen. Direkt nach der Meldung kletterte der Aktienkurs der Tinder-Mutter um 3,2% auf 166 Dollar und erreichte damit das höchste Niveau seit dem Börsengang im Jahr 2015.

Übernahme soll Position auf asiatischen Markt stärken

Mit dem Zukauf erweitert der US-Konzern sein Portfolio in Asien um zwei wachstumsstarke Social-Discovery – Messaging Produkte mit signifikanten Wachstumspotenzial. Das Startup Hyperconnect ist ein Social-Discovery- und Video-Technologieunternehmen mit Sitz in Seoul, Südkorea, das mit Azar und Hakuna Live zwei beliebte und bekannte Flaggschiff-Apps betreibt.

Nach Informationen der Match Group handelt es sich bei Azar die umsatzstärkste One-to-One-Chat-App der Welt ist. Sie wurde seit ihrem Start 2014 mehr als 540 Millionen Mal heruntergeladen. Das amerikanische Unternehmen gab an, dass die Downloads von Hakuna Live seit dem Start im Jahr 2019 über 23 Millionen betragen. Hakuna Live ist eine interaktive, Social-Live-Streaming-App, die Gruppen-Video- und Audioübertragungen mit verschiedenen Funktionen ermöglicht, darunter virtuelle Geschenke, AR-gesteuerte Avatare, Profilverbesserungen und Communities, die auf gemeinsamen Interessen basieren.

Mit WebRTC hat Hyperconnect zudem eine Chat- und Messenger Technologie entwickelt, die belastbare Peer-to-Peer-Verbindungen zwischen Nutzern ermöglichen soll, ohne dass ein Unternehmen als Vermittlungsserver fungiert. Zum Hintergrund: WebRTC ist mittlerweile ein weit verbreiteter Open-Source-Standard, der von Unternehmen wie Google in Produkten wie Google Meet eingesetzt wird.

Umsatzwachstum von 50% in 2020

Nach Angaben des Eigentümers erwirtschaftete Hyperconnect im Jahr 2020 einen Umsatz von über 200 Millionen Dollar. Das entspricht einem Zuwachs von 50 % im Vergleich zum Vorjahr. Zudem scheint das Unternehmen bereits profitabel zu wirtschaften, auch wenn keine Einzelheiten hierzu bekanntgegeben wurden.

Kaufpreis in bar und Aktien

Die Match Group erwartet den Abschluss der Transaktion im zweiten Quartal, vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden. Insgesamt legt der US-Konzern für Hyperconnect 1,725 Milliarden Dollar auf den Tisch, wobei die Hälfte in bar und die andere Hälfte über Aktien bezahlt werden soll. Zum Ende des zuletzt berichteten Quartals verfügte das Unternehmen über 739 Millionen Dollar in bar.

19% Umsatzplus im Schlussquartal

Auch ohne Zukäufe liefen die operativen Geschäfte des Dating-Konzerns Match Group zuletzt recht ordentlich. Im Schlussquartal kletterten die Umsätze um 19% auf 651 Millionen Dollar. Damit wurden die Erwartungen der Analysten minimal um 2 Millionen Dollar übertroffen. Die Performance des Konzerns variierte je nach Region, abhängig von der COVID-19-Dynamik in verschiedenen Ländern.

Insgesamt nutzen im Schlussquartal 10,93 Millionen Mitglieder die unterschiedlichen Angebote des US-Konzerns. Das entspricht einem Wachstum von 12% gegenüber dem Vorjahr. Je Kunde erhöhte sich der durchschnittliche Umsatz um 5% auf 0,62 Dollar. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 13% auf 245 Millionen Dollar.

Entsprechend lag die EBITDA-Marge mit 38% zwar leicht unter dem Vorjahresniveau (40%), aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 146 Millionen Dollar in den Büchern des US-Konzerns vs. 94,7 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.