Mega-Deal in den USA: WarnerMedia und Discovery fusionieren

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AT&T und Discovery fusionieren ihre Mediensparten. Das neu entstehende Unternehmen steigt zum zweitgrößten Medienkonzern der Welt auf. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

In der vergangenen Woche wurde in den USA ein Mega-Deal angekündigt, den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte: Der US-Telekommunikationsgigant AT&T Inc. sowie das Medienunternehmen Discovery Inc. gaben am 17.05.2021 bekannt, dass sie ihre Mediensparten WarnerMedia und Discovery zusammenlegen werden.

Das Fusionsunternehmen soll nach Einschätzung der beteiligten Unternehmen bereits in 2023 einen Umsatz von ca. 52 Mrd. US-Dollar (USD) und einen bereinigten Ertrag vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von etwa 14 Mrd. USD erwirtschaften.

Fusionsunternehmen wird zweitgrößtes Medienunternehmen weltweit

Einen Namen für den neuen Mediengiganten gibt es zwar noch nicht, sicher ist aber, dass das Fusionsunternehmen zu den größten Medienunternehmen der Welt zählen wird. Gemessen am Umsatz wird das neue Unternehmen nach Disney, das in 2020 einen Umsatz von 65,4 Mrd. USD erzielte, wohl Platz 2 unter den Medienkonzernen einnehmen. Drittgrößter Medienanbieter ist Netflix mit einem Umsatz von 25 Mrd. USD in 2020.

WarnerMedia wird seinen in den USA führenden Streamingdienst HBO Max, den Nachrichtensender CNN sowie die Film- und Fernsehstudios von Warner Bros. in das Fusionsunternehmen einbringen.

Hinzu kommen die Fernsehsender Discovery Chanel, der Streaming-Dienst Discovery+ und Doku-, Talk- sowie Sportsender wie z. B. Eurosport, Animal Planet oder Oprah Winfreys OWN, die bisher zu Discovery gehören.

AT&T gibt Führungsanspruch auf

Mit dem Fusionsgeschäft gibt AT&T seinen Anspruch auf, zum führenden Anbieter im US-Mediengeschäft aufzusteigen. So hatte der Telekommunikationsriese in 2018 noch stolze 85 Mrd. USD für die Übernahme von Time Warner bezahlt. Und das mit dem Anspruch, zum weltweit größten Medienkonzern aufsteigen zu wollen.

Allerdings hat AT&T durch den Kauf von Time Warner einen gigantischen Schuldenberg aufgebaut. Dies mag ein wichtiger Grund dafür sein, dass es jetzt zur Fusionsvereinbarung mit Discovery gekommen ist.

Da die Vermögenswerte, die AT&T in das Fusionsunternehmen einbringen wird, deutlich höher bewertet werden als die von Discovery, kommt es zu Ausgleichszahlungen. AT&T erhält aus dem jetzt angekündigten Fusionsgeschäft 43 Mrd. USD, die zu Teilen in bar, als Schuldverschreibungen und durch die Übernahme von Schulden in die Kassen des Telekommunikationsriesen fließen.

Auch die Aktionäre von AT&T sollen überproportional entschädigt werden. Sie erhalten nach Abschluss des Deals 71% der Aktien des Fusionsunternehmens. Die restlichen 29% der neuen Aktien werden unter den Discovery-Anteilseigner aufgeteilt.

Investoren reagieren zurückhaltend

An der New Yorker Börse reagierten die Anleger eher skeptisch auf die Bekanntgabe der Megafusion. Zwar legte der Kurs der Discovery-Aktie nach Bekanntgabe der Mega-Fusion am 17.05.2021 zunächst um 10% zu, verlor bis zum Börsenschluss aber wieder und ging mit einem Minus von 5% aus dem Handel.

Ähnlich verhielt es sich auch bei den AT&T-Papieren. So legte der AT&T-Kurs zum Börsenstart 4% zu, rangierte bei Börsenschluss aber mit einem Minus von 2,7% im roten Bereich.

Wie es weitergehen wird

Laut AT&T wird David Zaslav, bisheriger Präsident und CEO von Discovery, auch an der Spitze des neuen Unternehmens stehen. Weitere Schlüsselpositionen des Fusionsunternehmens sollen mit Managern aus beiden Unternehmen besetzt werden.

Der Abschluss der Transaktion wird für Mitte 2022 erwartet. Zuvor müssen noch die Discovery-Aktionäre und die Aufsichtsbehörden dem Mega-Deal zustimmen. Eine Zustimmung der AT&T-Aktionäre ist nicht erforderlich.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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