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Peabody Energy-Aktie: US-Kohle-Riese auf Expansionskurs

Peabody Energy-Aktie: US-Kohle-Riese auf Expansionskurs
NicoEINino / shutterstock.com
Inhaltsverzeichnis

Die Gerüchteküche am Markt für Übernahme und Fusion brodelt weiter. Nun haben die Spekulationen den australischen Kontinent erreicht. Gerade berichtete das australische Bergbauunternehmen Coronado Global Resources, dass es vertrauliche Gespräche mit Peabody Energy führe. Die Fusionsgespräche kommen, nachdem beide Firmen in diesem Jahr kräftigen Rückenwind verspüren, da die Kohlepreise regelrecht durch die Decke gegangen sind. Vor kurzem haben die Preise in den USA zum ersten Mal die Marke von 200 $/Tonne überschritten.

Das macht sich auch in der Kursentwicklung beider Firmen bemerkbar. Die Papiere der Rohstoffkonzerne konnten sich komplett vom schwachen Marktsentiment abkoppeln. Während Peabody Energy im Börsenjahr 2022 um 132% im Wert nach oben schoss, summieren sich die Gewinne bei Coronado Global Resources immerhin auf knapp 70%.

Fusion würde Kohle-Giganten schaffen

Ein Blick auf den Börsenwert offenbart die Tragweite einer möglichen Fusion: So beläuft sich die aktuelle Marktkapitalisierung von Peabody auf rund 3,9 Milliarden Dollar. Das an der australischen Börse notierte Unternehmen Coronado wurde mit 3,26 Milliarden Australische Dollar beziehungsweise rund 2,05 Milliarden Dollar bewertet. Der Zusammenschluss könnte also zu einem Kohlegiganten im Wert von 6 Milliarden Dollar führen.

Peabody Energy – größter Kohlekonzern der USA

Hinter Peabody Energy verbirgt sich eines der größten Kohlebergbauunternehmen der Welt. Zum 31. Dezember 2021 besaß das Unternehmen Beteiligungen an 17 Bergbaubetrieben. Peabody, dessen größter Aktionär die Elliott Management Corp. ist, betreibt Thermalkohleminen in Wyoming, Indiana und mehreren anderen US-Bundesstaaten. Das Unternehmen hat auch Minen in Australien, die metallurgische und thermische Kohle exportieren. Hüttenkohle wird für die Stahlproduktion verwendet.

Phönix aus der Asche

Mitte April 2016 stellte das Unternehmen einen Insolvenzantrag gemäß Chapter 11 des US-amerikanischen Insolvenzrechts. Nach dem Turnaround profitierte der Konzern in den letzten Quartalen von den stark ansteigenden Kohlepreisen. Im zweiten Quartal kletterte der Konzernumsatz um 82% auf 1,32 Milliarden Dollar in die Höhe. Am Ende stand ein Gewinn von 410 Millionen Dollar in den Büchern des Unternehmens. Das entspricht einer Gewinnspanne von 30,9%.

Krieg in der Ukraine sorgt für unerwarteten Preisboom

Diese Zahlen sind gewaltig. Bedenken Sie: Noch vor zwei Jahren warnte Peabody davor, dass das Unternehmen zum zweiten Mal Konkurs anmelden könnte, da die Schwäche der Kohlemärkte nach der Covid-19-Pandemie zu einem starken Rückgang der Stromnachfrage führte. Kraftwerkskohle wird zur Stromerzeugung verwendet, gilt aber als einer der schmutzigsten fossilen Brennstoffe, da bei ihrer Verbrennung größere Mengen an Kohlendioxid entstehen.

Der Krieg in der Ukraine hat jedoch die Besorgnis über die Energiesicherheit geschürt. Nun versuchen die europäischen Länder, sich von der russischen Kohle zu lösen. Gleichzeitig läuft die Suche nach alternativen Brennstoffen wie Erdgas auf Hochtouren. Als Reaktion darauf sind die weltweiten Kohlepreise auf Rekordhöhen gestiegen, und die europäischen Kohlekäufer suchen sogar in Australien nach Nachschub.

Coronado Global Resources profitiert von Rohstoffknappheit

Ein Zusammenschluss mit Coronado würde Peabodys Produktion von metallurgischer Kohle steigern. Auf metallurgische Kohle entfielen fast vier von fünf Tonnen Kohle, die Coronado in der ersten Hälfte dieses Jahres verkaufte. Coronado konnte zuletzt ebenfalls eine deutliche Geschäftserholung verzeichnen: Im ersten Halbjahr erzielte der Konzern einen Nettogewinn von 561,9 Millionen Dollar, nachdem im Vorjahr noch einen Verlust von 96,1 Millionen Dollar in den Büchern stand. Das Bergbauunternehmen erklärte, es habe die Handelsbeschränkungen für russische Kohle genutzt, um seine Produkte in Europa – und nicht in China – zu verkaufen und so einen höheren Gewinn zu erzielen.

Allerdings stiegen zuletzt auch die Produktions- und Betriebskosten der Minen deutlich. Für den Moment scheint keine Wolke den Himmel der beiden Firmem zu trüben. Es bleibt aber abzuwarten, wie nachhaltig der Preisanstieg ist und welche Auswirkungen eine Rezession auf die Nachfrage haben wird.