Softwarespezialist Asana verliert 86% vom Allzeithoch

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Lange Zeit kannte die Aktie US-Software-Konzerns Asana nur eine Richtung. Konnten sich Anleger zum Börsengang im Oktober 2020 noch Aktien für 21 Dollar ins Depot legen, musste man im November letzten Jahres in der Spitze bereits über 145 Dollar für eine Aktie auf den Tisch legen. Doch seither stockt es im Getriebe. Im Börsenjahr 2022 kamen die Papiere kräftig unter die Räder und verloren über 70%. Inzwischen notiert die Aktie bei unter 20 Dollar und damit 86% unter ihrem Allzeithoch.

Asana – der Spezialist für Team-Software

Die Gründer hinter dem US-Software-Konzern sind keine Unbekannten. Vor mittlerweile etwas mehr als zwölf Jahren haben Facebook-Mitgründer Dustin Moskovitz und der ehemalige Google-Produktmanager und spätere Ex-Facebook-Manager Justin Rosenstein Asana aus der Taufe gehoben.

Asana betreibt eine Arbeitsmanagement-Plattform als Software-as-a-Service, die es Einzelpersonen und Teams ermöglicht, ihre Arbeit schneller und effizienter zu erledigen. So können Aufgaben erstellt und einzelnen Personen zugewiesen werden, ganzes Teams organisiert und Projektfortschritte im Detail verfolgt werden. Alle Nutzer können den Fortschritt der Aufgaben sehen, Inhalte einstellen und kommentieren. Gleichzeitig steigert die Software das Engagement der Mitarbeiter, da jeder sehen kann, wie seine Arbeit mit der Mission einer Organisation verbunden ist.

Software im Abo-Modell

Die Software von Asana gibt es im monatlichen Abo-Modell: Teams mit bis zu 15 Mitgliedern können Asana kostenlos benutzen. Asana Premium kostet 10,99 Euro pro Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung. Der Preis von Asana Business liegt bei 24,99 Euro pro Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung. Für Enterprise-Kunden, die noch mehr Funktionalitäten nutzen möchten, erstellt der Konzern individuelle Preise.

Sonderkonjunktur während der Corona-Pandemie

Mit dem Geschäftsmodell konnte Asana vor allem während der Pandemie seine Stärken ausspielen. Mit seiner Work Management Plattform erzielte das Unternehmen aber auch in diesem Jahr beachtliche Wachstumsraten: Im zurückliegenden ersten Quartal (endet bei Asana Ende April) erwirtschaftete Asana einen Umsatz von 120,65 Millionen Dollar.

Das entspricht einer Steigerung um 57,4% zum Vorjahresquartal und lag 5,54 Millionen Dollar über den Analystenschätzungen. Am Ende stand ein Verlust von -98,9 Millionen Dollar in den Büchern nach -60,7 Millionen Dollar im vergleichbaren Vorjahresquartal.

Asana mit hohem Neukundenwachstum

Unterdessen zeigte Asana weiterhin ein hohes Neukundenwachstum. Am Ende des Quartals zählte Asana über 126.000 zahlende Kunden, darunter renommierte Firmen wie darunter Amazon, Japan Airlines, Sky und Under Armour.

Bei Kunden mit einem jährlichen Vertragsvolumen über 5.000 Dollar, verzeichnete das Unternehmen einen Zuwachs um 48% auf 16.689. Die Anzahl der Großkunden (>50.000 Dollar jährliches Vertragsvolumen) konnte Asana sogar um 102% auf inzwischen 979 steigern.

Nachlassende Wachstumsraten drücken bei Anlegern auf die Stimmung

Der Aktienkurs ging als Reaktion auf die Zahlen dennoch deutlich in die Knie. Das lag vor allem der Prognose für das laufende Geschäftsjahr, die die Anleger kritisch zur Kenntnis nahmen: Das Management peilt „nur“ noch ein Umsatzplus zwischen 39 und 40% auf 527 bis 531 Millionen Dollar an. Das war den Anlegern offenbar zu wenig. Im Vorjahr lag das Umsatzwachstum noch bei 67%.

Positiv sind die weiterhin hohen Wachstumsraten und der bislang noch wenig penetrierte Markt. Der Konzern geht davon aus, dass bislang maximal 5% des adressierbaren Marktes erschlossen worden sind. Negativ ist, dass es bislang trotz rasant steigender Umsätze nicht gelungen ist, die Gewinnzone zu erreichen. Das gefällt den Anlegern im aktuell unsicheren Kapitalmarktumfeld mit steigenden Zinsen überhaupt nicht. Einen nachhaltig tragfähigen Boden dürfte die Asana-Aktie daher erst finden, wenn deutliche Fortschritte bei der Profitabilität erzielt werden.