Stanley Black & Decker: Werkzeugspezialist schluckt restliche MTD-Anteile für 1,6 Milliarden Dollar

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Stanley Black & Decker auf Expansionskurs: Übernahme der restlichen MTD-Anteile für 1,6 Milliarden Dollar zementiert Marktposition bei Outdoor-Werkzeug (Foto: Kamira / Shutterstock.com)

Die Geschäfte beim US-Werkzeug-Konzern Stanley Black & Decker liefen zuletzt wie geschmiert. Ergebnisse über den Erwartungen und eine angehobene Jahresprognose sorgten bei den Anlegern für zufriedene Gesichter. Dabei will der Werkzeugspezialist nicht nur organisch wachsen. Auch Zukäufe sollen ihren Teil zur Expansionsstrategie beitragen. Bereits 2019 erwarb der Konzern 20% am Rivalen MTD – jetzt sollen die restlichen 80% der Firma für 1,6 Milliarden Dollar den Besitzer wechseln. Damit entsteht ein neuer großer Player im 25 Milliarden Dollar großen Markt für Outdoor-Werkzeuge.

Stanley Black & Decker im Portrait

Bevor wir auf die aktuelle Übernahme eingehen, möchte ich Ihnen den Traditionskonzern erst einmal näher vorstellen: Im Jahr 1843 gründete Frederick Stanley in New Britain, Connecticut, ein kleines Geschäft zur Herstellung von Bolzen, Scharnieren und anderen hochwertigen Beschlägen aus Schmiedeeisen. Im Jahr 1910 eröffneten Duncan Black und Alonzo Decker ihr Geschäft in Baltimore, und erhielten sechs Jahre später das weltweit erste Patent für ein tragbares Elektrowerkzeug.

Im Laufe der Jahre bauten die beiden Unternehmen eine unvergleichliche Familie ikonischer Marken und bewährter Produkte auf. Heute ist Stanley Black & Decker der weltweit größte Anbieter von Handwerkzeugen, Elektrowerkzeugen, Lagertechnik und Lösungen für elektronische Sicherheit und mehr. Mit mehr als 52.000 Mitarbeiter und Niederlassungen in über 175 Ländern erzielte der Konzern in 2020 einen Jahresumsatz von 14,5 Milliarden Dollar.

Übernahme stärkt Position im Markt für Outdoor-Werkzeug

Im Jahr 2016 kaufte der Konzern die Werkzeugsparte des US-Konsumgüterkonzerns Newell Brands für knapp 2 Milliarden Dollar und baute damit sein Produktspektrum weiter aus. Jetzt schlägt Stanley Black & Decker erneut zu und will für 1,6 Milliarden Dollar die restlichen 80% von MTD schlucken. Der Zusammenschluss schafft einen führenden Konzern auf dem Markt für Outdoor-Werkzeuge. Dieser Marktbereich zeigte zuletzt eine hohe Dynamik und wurde von zwei Faktoren getrieben – der Rückbesinnung der Verbraucher auf Haus und Garten sowie der Elektrifizierung.

Objekt der Begierde mit deutlicher Margensteigerung

In den vergangenen Jahren verbesserte MTD die Profitabilität deutlich: Seit 2018 wurde die Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 4,5% auf einen hohen einstelligen Wert erreicht. Der Planung nach soll die Marge in den nächsten vier Jahren in den mittleren Zehnerbereich gesteigert werden, da Kosten- und Umsatzmöglichkeiten realisiert werden.

Zuletzt lag der MTD-Umsatz bei mehr als 2,5 Milliarden Dollar im Jahr. Der Konzern entwickelt, produziert und vertreibt unter anderem Rasentraktoren, Schneefräsen, Mähroboter für den Hausgebrauch, handgeführte Geräte für den Außenbereich und Gartengeräte für private und gewerbliche Kunden. MTD verfügt über hochmoderne Produktionsstätten in Nordamerika und Europa sowie über ein weltweites Vertriebsnetz.

Hohe Synergien im Fokus

Das Unternehmen geht davon aus, dass die Transaktion bis 2025 zu kumulativen jährlichen Kostensynergien von ca. 100 Millionen Dollar führen wird. Die Planungsannahme für 2022 beinhaltet einen Umsatz von etwa 2,6 Milliarden Dollar und ein konsolidiertes bereinigtes EBITDA von über 230 Millionen Dollar. Der Kaufpreis für die Anteile liegt bei rund dem 8-Fachen des Vorsteuerergebnis der letzten 12 Monate.

Es wird erwartet, dass der Zukauf im Jahr 2022 zu einem bereinigten Gewinn von rund 0,50 Cent je Aktie beiträgt und bis 2025 auf über 1 Dollar je Aktie ansteigt.

Stanley Black & Decker mit hohe Dynamik in 2021

Auch bei dem Käufer lief es zuletzt wie geschmiert. Im zweiten Quartal kletterten die Umsätze um 36,5% auf 4,3 Milliarden Dollar in die Höhe. Gleichzeitig konnte die operative Gewinnmarge um 2,7 Prozentpunkte auf 14,9% verbessert werden. Für das Gesamtjahr wurde die Prognose angehoben: Statt einem bereinigten Gewinn je Aktie von 10,7 bis 11 Dollar rechnet der Werkzeug-Konzern nun mit 11,35 bis 11,65 Dollar je Anteilschein.

infineon

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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