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Thor Industries: Wohnmobilhersteller profitiert vom Camping-Boom

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Während der klassische Tourismus im zweiten Corona-Jahr weiter gelitten hat, profitiert vor allem die Caravan-Branche vom neuen Camping-Boom. Wer ein Wohnmobil kaufen will, muss sich auf lange Wartezeiten einstellen. Von diesem Trend profitiert auch der US-Konzern Thor Industries, einer der führenden Konzerne auf diesem Markt.

Die gerade präsentierten Geschäftszahlen zeigen deutlich – Thor Industries ist weiter auf Wachstumskurs. Die Anleger goutierten die Zahlen am gestrigen Handelstag mit einem leichten Kursplus.

Weltweit führend bei Freizeitmobilen

Thor Industries entstand 1980 durch die Übernahme des Wohnwagenbauers Airstream durch Wade Thompson und Peter Orthwein. Daraus entstand durch Expansion und Akquisitionen der weltgrößte Hersteller von Reisemobilen. Mit der Übernahme der Erwin Hymer Group im Jahr 2019 wurde auch der europäische Markt erschlossen.

Der größte Umsatzanteil wird mit Wohnwagen in Nordamerika erzielt, die zuletzt 56,6% zu den gesamten Konzernerlösen beigetragen haben.  Der Rest wird mit Wohnmobilen und dem Europageschäft erwirtschaftet.

Starkes Wachstum in Nordamerika, vor allem auch durch Übernahmen

Im gerade abgelaufenen Quartal zeigte Thor Industries vor allem in Nordamerika hohe Zuwachsraten: Der Umsatz mit Wohnwagen in Nordamerika kletterte um 61% auf 2,24 Milliarden Dollar in die Höhe. Noch stärker entwickelte sich aber das Geschäft mit Wohnmobilen in den USA. In diesem Segment erhöhten sich die Umsätze um 87,3% auf 925 Millionen Dollar.

Allerdings sollten Sie beachten, dass ein Teil des Umsatzsprungs auf Übernahmen zurückzuführen war: Die im Dezember 2020 erworbene Tiffin Group trug mit 228,3 Millionen Dollar zum Anstieg des Nettoumsatzes bei, während die im September 2021 erworbene Airxcel 88,8 Millionen Dollar der Umsätze lieferte, abzüglich der konzerninternen Umsätze.

Moderater Zuwachs in Europa

In Europa konnten die Umsätze im Wohnmobilsegment nur um 5,1% zulegen. Zugleich lasteten dort höhere Lohnkosten und Probleme in den Lieferketten auf den Margen. Die operative Gewinnmarge sank entsprechend um 1,3 Prozentpunkte auf 10,7%.

Damit steht das Europageschäft konträr zur Entwicklung in den USA. Hier konnten über Preiserhöhungen höhere Materialpreise kompensiert und deutliche Margensteigerungen erzielt werden. Die Marge bei Wohnmobilen in den USA verbesserte sich auf 15,1% (vs. 13,8% im Vorjahr), bei Wohnwagen erzielte Thor Industries sogar eine operative Gewinnmarge von 18,2% (vs. 15,8% im Vorjahr).

Umsatzplus von 55% im Gesamtkonzern

In Summe kletterten die Konzernumsätze um 55% auf 3,95 Milliarden Dollar und lagen damit 490 Millionen Dollar über den Erwartungen der Analysten. Dass sich mit Freizeitmobilen richtig Geld verdienen lässt, zeigt ein Blick auf die Gewinnentwicklung. Unter dem Strich verbesserte sich der Nettogewinn um 112% auf 242,2 Millionen Dollar beziehungsweise 4,37 Dollar je Aktie. Das lag 35% über den Erwartungen.

12te Dividendenerhöhung in Folge

Die Anleger lässt das Unternehmen über steigende Ausschüttungen an der Unternehmensentwicklung teilhaben. Zuletzt wurde die Dividende zum 12. Mal in Folge erhöht. Die Quartalsdividende beträgt nun 43 Cent je Aktie (vs. 41 Cent vorher). Aufs Jahr gerechnet winken Anleger entsprechend 1,72 Dollar je Aktie, was einer Dividendenrendite (Dividende im Verhältnis zum Aktienkurs) von 1,56% entspricht.

Für das laufende Geschäftsjahr (Anm.: geht bei Thor Industries bis Juli 2022) zeigt sich der Konzern weiter zuversichtlich. Firmenboss Robert Martin erwartet auf Grund des rekordhohen Auftragsbestands von 18,07 Milliarden Dollar (+102,6% im Jahresvergleich), dass Thor weiter deutlich stärker als der Markt wächst.