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Twitter nach Musk-Übernahme deutlich fester

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An der Börse wird es niemals langweilig. Schon gar nicht bei Firmen, bei denen der Tesla-Gründer und Multimilliardär Elon Musk seine Finger mit im Spiel hat. Nachdem Musk sechs Monate lang versucht hat, sich aus dem Übernahmegeschäft herauszuwinden, folgt nun überraschend die Kehrtwende. Der reichste Mann der Welt will nun doch eine der einflussreichsten Plattformen unserer Zeit kaufen.

Die Twitter-Aktionäre brachten die neusten Nachrichten in Jubelstimmung. Direkt nach der Meldung schossen die Papiere der Kommunikationsplattform um mehr als 20% in die Höhe.

Kurz, kürzer, Twitter

Twitter bietet eine Kommunikationsplattform, die auf digitalen Kurznachrichten basiert. Ursprünglich war jede Mitteilung (Tweet), die über den Dienst veröffentlicht wird, maximal 140 Zeichen lang und sofort für jedermann sichtbar. In die Texte können zudem Bilder und Videos eingebettet werden. Für die Nutzung des Services stehen mittlerweile zahlreiche Apps und Add-ons beispielsweise für Web-Browser zur Verfügung, die die abonnierten Tweets übersichtlich darstellen. Inzwischen wurde die Zeichen-Grenze gelockert und es sind Nachrichten mit bis zu 280 Zeichen möglich.

Besonders während Fernsehausstrahlungen oder anderen Großereignissen werden Tweets als Diskussionsmedium über das aktuelle Geschehen genutzt. Umsatz generiert das Unternehmen durch das Hinzufügen von Anzeigen in Form von Tweets, das Hinweisen auf bestimmte Nutzer (zahlende Kunden) oder das Einblenden von gesponserten Schlagworten in die Top-10 Themenliste.

Elon Musk vollzieht 180 Grad-Wende

Nachdem Musk sich im Frühjahr bei Twitter eingekauft und dann eine Offerte für den Gesamtkonzern vorgelegt hatte, folgte ein monatelanger Disput. Der Tesla-Chef hatte seit Monaten versucht, aus seinem im April unterzeichneten Vertrag zur Übernahme von Twitter herauszukommen. Seinen Rückzug stützte Musk vor allem auf die Anzahl der Nutzerkonten, die auf Grund von Fake-Konten geschönt gewesen sei. Später warf er dem Twitter-Management den Bruch der Übernahmevereinbarung vor.

Übernahme zu alten Konditionen

Da das Twitter-Management auf der Übernahme beharrte, stand ein großer Prozess vor der Tür. Ab dem 17. Oktober sollten beide Seiten zu einer fünftätigen Verhandlung zusammenkommen. Das könnte nun abgewendet werden. Musk will jetzt, wie ursprünglich vereinbart, 54,20 Dollar je Twitter-Aktie zahlen. In Summe liegt der Wert der Transaktion bei 44 Milliarden Dollar. Die Kehrtwende dürfte dem Tech-Milliardär einen teuren und öffentlichkeitswirksamen Rechtsstreit ersparen. Zahlreiche Analysten waren ohnehin davon ausgegangen, dass der Deal in jedem Fall durchgehen würde.

Twitter spürt Werbeflaute

Bei Twitter dürften schon mal die Sektkorken knallen. Denn operativ lief es zuletzt alles andere als glänzend. Der Social-Media-Konzern musste im abgelaufenen Quartal einen Umsatzrückgang und einen hohen Verlust verbuchen: Der Umsatz sank im Jahresvergleich um ein Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar. Unterm Strich stand zum Ende des zweiten Quartals ein Verlust von 270 Millionen Dollar in den Büchern. Zum Vergleich: Im Vorjahresquartal konnte Twitter noch einen Gewinn von knapp 66 Millionen Dollar ausweisen. Dabei kommt der Gegenwind nicht von ungefähr: Angesichts der hohen Inflation und Rezessionssorgen fahren viele Unternehmen ihre Werbeausgaben zurück.

Musks Pläne noch unbekannt

Was genau Musk mit Twitter vorhat, ist noch nicht bekannt. Kryptisch twitterte der Tesla-Boss am Dienstagabend, dass der Kauf von Twitter ein Beschleuniger für die Schaffung von X, der App für alles sei. Damit bezog sich Musk auf seine frühere Idee, mit seiner derzeit inaktiven Internet-Domain X.com so etwas wie einen Twitter-Rivalen zu schaffen. Eines steht jedenfalls fest: Langweilig wird es mit Twitter auch nach einer Übernahme nicht werden.

Die Twitter-Aktie vollzieht in einer ersten Reaktion einen Kurssprung um mehr als 20% und notiert derzeit mit 51,7 Dollar knapp unter dem Angebotsniveau (54,20 Dollar).