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UPS übernimmt Express-Lieferdienst Roadie

Inhaltsverzeichnis

Je schneller, desto besser lautet die Devise, die auch im Online-Shopping immer mehr an Bedeutung gewinnt. So sind tagesaktuelle Lieferungen auch im Bereich der Online-Bestellungen immer mehr im Kommen. Das hat auch der weltweit führende US-Lieferservice United Parcel Service Inc., besser bekannt unter seinem Kürzel UPS, erkannt.

So gab der US-amerikanische Logistikriese mit Sitz in Sandy Springs, einem Vorort von Atlanta, am vergangenen Freitag bekannt, dass er eine Übernahmevereinbarung mit dem in Privatbesitz befindlichen US-amerikanischen Expresslieferer Roadie getroffen habe. Über den Kaufpreis machten die Unternehmen keine Angaben.

Roadie auf taggleiche Lieferungen spezialisiert

Die braunen UPS-Lieferwagen dürften Ihnen bekannt sein, denn UPS ist bereits seit den 70er Jahren in Deutschland aktiv. Im Sommer 1976 eröffnete UPS in Neuss, NRW, die erste Niederlassung außerhalb der USA.

Der auf taggleiche Lieferungen spezialisierte Expresslieferdienst Roadie wurde erst im Jahre 2014 in Atlanta/Georgia gegründet. Das crowdfinanzierte Logistikunternehmen startete seinen App-basierten Lieferdienst Anfang 2015.

Das Unternehmen bietet seine Leistungen, ähnlich wie der bekannte Mietwagenservice Uber, mit Hilfe freier Mitarbeiter an (sog. Gig-Worker). Anfang 2021 beschäftigte Roadie mehr als 200.000 freiberufliche Kurierfahrer. Damit deckte Roadie mehr als 20.000 US-Postleitzahl-Bezirke (ZIP-Codes) ab. In den USA gibt es aktuell etwa vergebene 40.000 ZIP-Codes.

Zu den Kunden des Schnelllieferers zählen die führende US-Baumarktkette Home Depot, die in den Südstaaten der USA verbreitete Restaurantkette Waffle House und die in Atlanta beheimatete Luftfahrtgesellschaft Delta Airlines.

Auch die Supermarktkette Walmart und die auf landwirtschaftliche Produkte spezialisierte Handelskette Tractor Supply Company zählen zu den Kunden von Roadie.

Liefertempo wird immer wichtiger…

In den letzten Jahren haben insbesondere die führenden Einzelhandelsketten der USA einen Fokus auf schnelle Lieferungen ihrer Produkte gesetzt. So haben z.B. die Handelsriesen Amazon, Walmart und Target eigene Gig-Lieferdienste aufgebaut oder aufgekauft, um ihre Waren schnell an den Kunden zu bringen.

…und UPS will in dem Express-Liefergeschäft mitmischen

Diesen Trend hat auch UPS erkannt und will durch den Kauf von Roadie eine führende Rolle im US-Express-Liefergeschäft übernehmen. Dabei setzt UPS auch weiterhin auf die unkonventionellen Lieferverfahren von Roadie:

„Roadie bietet häufig einen Service für Sendungen an, die aufgrund ihrer Größe und Verderblichkeit nicht mit dem UPS-Netzwerk kompatibel sind, und oft auch, weil sie in Einkaufstüten ohne die für den Transport durch das UPS System erforderliche Verpackung geliefert werden“, so UPS in seiner Pressemitteilung.

Roadie bleibt als eigenständiger Dienst erhalten

Das unkonventionelle Geschäftsmodell von Roadie soll jedoch nicht mit dem UPS-Modell verschmolzen werden, sondern als eigenständiges Angebot erhalten bleiben, wie UPS in seiner Pressemitteilung zur Übernahme betont:

„Nach Abschluss der Übernahme wird Roadie unter demselben Namen weitergeführt und bietet seinen Kunden denselben hervorragenden Service. Die UPS-Paketwagenfahrer werden weiterhin Pakete innerhalb des UPS-Netzwerks zustellen. Die von Roadie beförderten Waren werden nicht in das UPS-Netz und die im UPS-Netz beförderten Pakete nicht in das Roadie-Netz gelangen.“

So reagierten die Anleger

Die Nachricht von der Roadie-Übernahme kam bei den Investoren gut an. So legte der Kurs der UPS-Aktien am vergangenen Freitag um knapp 1,5% zu. Interessant ist auch die Kursentwicklung des großen UPS-Mitbewerbers in den USA, der FedEx.

So gab der FedEx-Kurs am Freitag um -1,5% nach. Die Anleger sehen UPS also klar im Vorteil, was die Express-Lieferungen angeht.

Der Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal 2021 erwartet. Kein Wunder, denn so kann UPS noch von den enormen Umsätzen aus dem Weihnachtsgeschäft profitieren.