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Zendesk-Aktie setzt Erholungsbewegung weiter fort

Zendesk-Aktie setzt Erholungsbewegung weiter fort
Jirapong Manustrong / Shutterstock.com
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Beim US-Softwareunternehmen Zendesk geht es momentan heiß her. Erst lehnte der Konzern ein 17 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot von Private Equity Investoren ab, dann versuchte der Konzern selbst vergeblich die Milliardenübernahme von Momentive Global (dem Eigentümer der Surveymonkey-Plattform) über die Bühne zu bringen.

Dabei kommt die Unruhe nicht von ungefähr. Der aktivistische Investor Jana Partners, der 2,5% der Aktien des Unternehmens besitzt, hat zuletzt verstärkt seinen Unmut zum Ausdruck gebracht und will demnächst vier Kandidaten für die Wahl in den Vorstand von Zendesk nominieren.

Zendesk – der Spezialist für Online-Kundenservice

Zendesk wurde 2007 in Kopenhagen, Dänemark, gegründet. Heute sitzt das Unternehmen in den USA im Silicon Valley. Vorstand ist der Däne Mikkel Svane, der ebenfalls seit Gründung 2007 an Bord ist.

Zendesk ist das führende Unternehmen, wenn es um die Einbindung von Online-Kundenservice-Plattformen geht. Der Konzern liefert ein programmiertes Werkzeug für die Verbindung zu Kunden. Programmbereiche wie Zendesk Suite und Zendesk Sunshine geben Möglichkeiten an die Hand, auf den vom Kunden gewünschten Kanälen in Kontakt zu bleiben. Erweiterungen wie Support, Chat und Explore ermöglichen dabei eine Integration in das System der Kunden.

Vorteil der Plattform ist die einfache Einbindung von Chat- und Service-Tools in CMS und Apps. Das Unternehmen hat mittlerweile in über 140 Ländern Kunden und verdient Geld durch ein Lizenz-Abomodell.

Umsatz klettert um 32% in die Höhe

Im Schlussquartal erzielte Zendesk ein Umsatzplus von 32,4% auf 375,3 Millionen Dollar. Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr gingen damit insgesamt Umsätze von 1,33 Milliarden Dollar durch die Bücher. Das entspricht einem Umsatzwachstum von 30%.

Unter dem Strich schreibt der Softwarespezialist aber weiterhin rote Zahlen. Am Ende stand ein Jahresverlust von 223 Millionen Dollar nach 218 Millionen Dollar im Vorjahr in den Büchern.

Private Equity-Übernahmeofferte abgelehnt

Im Februar geriet der Konzern dann ins Visier von Kaufinteressenten. Laut Zendesk-Firmenboss Svane boten Finanzinvestoren zwischen 127 und 132 Dollar pro Aktie. Diese Offerte wurde allerdings abgelehnt. Der Vorstand und Berater stuften das Angebot als deutlich zu niedrig ein.

Allerdings wurde nicht veröffentlicht, wer die Kaufofferte vorgelegt hatte. Laut Medienberichten war es aber eine Übernahmegruppe, die vom Finanzinvestor von Thoma Bravo angeführt wurde.

Momentive Global-Übernahme für 4,2 Milliarden Dollar wird abgeblasen

Kurz darauf folgte allerdings der nächste Paukenschlag. Die im vergangenen Herbst angekündigte Übernahme von Momentive für 4,2 Milliarden Dollar musste jetzt abgeblasen werden. Momentive ist der Eigentümer der Surveymonkey-Plattform. Zendesk nutzt schon lange die Umfragetools von Surveymonkey. Die Transaktion sollte in der ersten Hälfte des Jahres 2022 abgeschlossen werden, doch daraus wird jetzt nichts.

Die geplante Übernahme war bei mehreren Investoren auf Widerstand gestoßen. Führende Stimmrechtsberatungsfirmen haben den Zendesk-Aktionären empfohlen, gegen den Deal zu stimmen. Investoren wie Jana Partners, Neuberger Berman, TIG Advisors und Janus Henderson hatten sich zudem öffentlich gegen die Übernahme ausgesprochen. Das zeigte Wirkung – Zendesk konnte nicht die erforderliche Unterstützung der eigenen Aktionäre für die Übernahme bekommen.

Aktienkurs deutlich fester

Der Aktienkurs tendiert seit dem Jahreswechsel mit rund 17% deutlich fester, lag gestern Mittag mit 121,70 Dollar aber weiterhin unter dem abgelehnten Übernahmeangebot. Wie es weiter geht, ist ungewiss. Auf Grund des aktivistischen Investors Jana Partners dürften es aber auch in den kommenden Monaten bei Zendesk weiter unruhig bleiben.