Zynga-Aktie im Höhenflug: Milliardenofferte von US-Computerspiele-Konzern Take-Two sorgt für Jubel bei den Anlegern

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Der US-Computerspielentwickler Take-Two will den amerikanischen Browserspiele-Betreiber Zynga für stolze 12,7 Milliarden Dollar schlucken. Die Reaktion der Anleger fiel gemischt aus. (Foto: Sebastian Kaulitzki - Fotolia)

Das Übernamekarussell dreht sich munter weiter. Diese Mal hat es den Spielesektor erwischt. Dachte man schon der Kauf der „Minecraft“-Firma Mojang (2,5 Milliarden Dollar) und die Übernahme von Zenimax Media durch Microsoft für (7,5 Milliarden Dollar) wäre ein großer Brocken, wurde man jetzt eines Besseren belehrt.

Der US-Computerspielentwickler Take-Two will den amerikanischen Browserspiele-Betreiber Zynga für stolze 12,7 Milliarden Dollar schlucken. Die Reaktion der Anleger fiel gemischt aus. Während die Zynga-Papiere haussierten und über 40% zulegten, rauschte der Take-Two-Kurs um 13% in den Keller.

Zynga – der Spezialist für Mobile Gaming

Zynga ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das Browserspiele betreibt, die teilweise ausschließlich innerhalb Sozialer Netzwerke wie Facebook und auf mobilen Endgeräten gespielt werden können. Bis heute haben mehr als eine Milliarde Menschen die Franchises von Zynga gespielt, darunter CSR Racing™, Empires & Puzzles™, Merge Dragons!™, Merge Magic!™, Toon Blast™, Toy Blast™, Words With Friends™ und Zynga Poker™.

Die Spiele von Zynga sind in mehr als 150 Ländern verfügbar und können über soziale Plattformen und mobile Geräte weltweit gespielt werden. Das 2007 gegründete Unternehmen hat seinen Hauptsitz in San Francisco und verfügt über Standorte in den USA, Kanada, Großbritannien, Irland, Indien, der Türkei und Finnland. Dabei verdient der Konzern vor allem mit Verkäufen innerhalb seiner Spiele Geld. Die Spieletitel an sich sind für die Nutzer kostenlos.

Vom Jäger zum Gejagten

In der Vergangenheit zählte Zynga selbst zu den Aufkäufern. In 2020 schluckte Zynga das Istanbuler Unternehmen Studio Peak für 1,8 Milliarden Dollar, um sich Zugriff auf attraktive Handyspiele zu sichern. Im letzten Jahr hat Zynga die Übernahme von Chartboost für 250 Millionen Dollar bekanntgegeben. Bei Chartboost handelt es sich um eine der führenden Plattformen für mobile Werbung und Monetarisierung mit einer enormen internationalen Kundenbasis von mehr als 700 Millionen Nutzern im Monat und einem breiten Netzwerk von Werbe- und Publishing-Partnern.

Der Hintergrund des Deals: Die Kombination des Spieleportfolios und der Daten von Zynga mit der Werbeplattform von Chartboost soll die Wettbewerbsposition von Zynga in der mobilen Welt verbessern. Mit der Chartboost-Plattform kann Zynga genau analysieren, was auf dem Markt passiert. Zudem gibt die Firma Zynga zahlreiche Möglichkeiten an die Hand, um zusätzliche Nutzer zu gewinnen und die Werbemöglichkeiten wesentlich besser zu monetarisieren als dies ohne Plattform möglich ist.

Take-Two bietet satten Aufschlag

Jetzt gerät Zynga selbst ins Visier der Konkurrenz und hat eine Offerte erhalten: Take-Two bietet 9,86 Dollar je Zynga-Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 64% auf den Schlusskurs vor der Übernahmemeldung. Take-Two erwartet, dass die Übernahme im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2023 abgeschlossen sein wird. Als Teil der Transaktion erhalten die Zynga-Aktionäre 3,50 Dollar pro Aktie in bar und 6,36 Dollar in Take-Two Stammaktien.

Mobile-Gaming gewinnt an Bedeutung

Nach dem Deal soll der Geschäftsbereich Mobile im Geschäftsjahr 2023 mehr als 50% der Nettoerlöse des Publishers ausmachen- Im Vorjahr lag der Anteil erst bei 12%. Im Geschäftsjahr 2020 gingen bei Zynga Umsätze von 1,97 Milliarden Dollar durch die Bücher. Unter dem Strich fiel ein Verlust von 429 Millionen Dollar an.

Die Analysten rechnen für 2021 mit rund 2,8 Milliarden Dollar Umsatz. Entsprechend legt Take-Two das 4,5-Fache der Umsätze auf den Tisch. Zumindest verfügt Zynga über eine enorme Nutzerbasis, die es nun zu monetarisieren gilt. Zuletzt griffen monatlich 134 Millionen Nutzer auf die Spiele von Zynga zu.

Red Dead Redemption Rockstar Take Two RED – shutterstock_1212982984 Thomas Pajot

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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