Hedgefonds – Funktionsweise, Strategien & Risiken

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Einige klassische Anlageformen für Privatanleger wie Festgeld oder teilweise Anleihen sind aufgrund der Niedrigzinspolitik der EZB nicht mehr attraktiv. Staatsanleihen […] (Foto: create jobs 51 / Shutterstock.com)


Wissenswertes über Hedgefonds

Definition: Alternative Geldanlagen mit Mindesteinlagen über 500.000 €

Rechtsgrundlage: Werden im Kapitalanlagegesetzbuch geregelt, Regularien für Single- & Dach-Hedgefonds

Unterscheidung: Single-Hedgefonds sind Spezialfonds für institutionelle Investoren; Dach-Hedgefonds Spezialfonds oder Publikumfonds

Anlagestrategien: Keine Regularien bzgl. Strategie oder Anlageklassen; Leerverkäufe werden angewandt

Kostenstruktur: Sehr hoch: Ausgabeaufschläge, Managementgebühr, Performancegebühr, sonstige Kosten


Einige klassische Anlageformen für Privatanleger wie Festgeld oder teilweise Anleihen sind aufgrund der Niedrigzinspolitik der EZB nicht mehr attraktiv. Staatsanleihen (Bonds) sind im Jahre 2019 sogar mit einem Negativzinssatz versehen. Dies führt unweigerlich dazu, dass Sparen zu einer negativen Rendite führt, da mehr und mehr Kreditinstitute ebenfalls negative Einlagezinsen verlangen. In Verbindung mit der Inflation entsteht beim Sparen eine negative Rendite. Kapital muss demnach investiert werden, um nicht an Kaufkraft einzubüßen.

Hedgefonds richten sich mit ihren Finanzinstrumenten insbesondere an vermögende Privatanleger und institutionelle Investoren mit dem Ansatz, dieses Problem zu lösen. Abgesehen von einem großen Ordervolumen sind es vor allem die Renditeerwartungen und die Handelsstrategien, die Hedgefonds so interessant machen. Dieser Artikel beleuchtet das Thema der Hedgefonds ganzheitlich und beleuchtet die Frage, ob sich ein Investment in einen „absichernden” Fonds rentiert oder reine Spekulation ist.

Definition: Was sind Hedgefonds?

Grundsätzlich sind Hedgefonds nichts anderes als alternative Geldanlagen. Alternativ, weil das Handeln der Hedgefondsanteile nicht an der Börse erfolgt, wie man es von Anleihen oder Aktien gewohnt ist, sondern lediglich einem bestimmten Personenkreis vorbehalten ist. Die meisten Hedgefonds haben ein Mindestanlagevolumen von 500.000 € oder mehr. Sie sind in Deutschland erst seit 2004 zur Platzierung beim breiten Publikum zugelassen.

Hedgefonds sind aktiv durch einen Fondsmanager verwaltete Fonds, deren Ziel es ist, die Rendite durch die Handelsstrategien zu maximieren. Dies geschieht unabhängig davon, wie sich der Markt entwickelt, also ebenfalls bei fallenden Kursen.

Ursprünglich wurde diese Fondsart entwickelt, um die Investoren gegen Risiken von Kursverlusten abzusichern. Aus dem englischen Verb „to hedge” leitet sich der Begriff Hedgefonds ab, welches übersetzt „absichern” bedeutet. In der Praxis funktioniert die Absicherung, indem gegenläufige Optionen ins Portfolio gelegt werden, welche ebenfalls zu Wertzuwächsen führen, falls der Kurs eines Assets fällt. Man spricht in diesem Fall auch von Leerverkäufen, die Hedgefonds berühmt gemacht haben und später im Artikel beleuchtet werden.

Hedgefonds: Das sind die Investoren

Hedgefonds haben typischerweise hohe Mindestanlagevolumen, oftmals liegen diese jenseits der genannten 500.000-€-Grenze. In der Folge richten sich die Fondsmanager mit ihrem emittierten Fonds primär an sogenannte high-net-worth individuals (HNWI) bzw. vermögende Privatanleger im Deutschen.

Abgesehen von Vermögenden richten sich diese Fonds an institutionelle Anleger. Dazu zählen Kreditinstitute, Versicherungen, Stiftungen, Pensionsfonds usw.

Hinweis

Ein Hedgefonds richtet sich an Investoren, die eine größere Investition breit-gestreut mit möglichst großem Renditepotenzial auf einmal tätigen möchten. Die Zielgruppe ist darin vereint, über ein großes Investmentkapital zu verfügen und sich des Risikos bewusst zu sein.

Rechtsgrundlage der Hedgefonds

Analog zu Investmentfonds werden Hedgefonds ebenfalls im Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) geregelt. Kapitalverwaltungsgesellschaften, die Hedgefonds emittieren möchten, können in Deutschland sogenannte Single- und Dach-Hedgefonds auflegen. In Abhängigkeit der Hedgefondsform dürfen sich Single-Hedgefonds aufgrund des Risikos nur als Spezialfonds an institutionelle Investoren wenden. Dach-Hedgefonds können sich als Publikumsfonds oder als Spezialfonds aufstellen. An die Kapitalverwaltungsgesellschaften werden besondere Ansprüche bzgl. Aufbau und Rechtsform gestellt.

Rechtsformen für Kapitalverwaltungsgesellschaften:

  • Aktiengesellschaft (AG)
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Kommanditgesellschaft (KG)

Die meisten Hedgefonds in Deutschland werden als separate Kommanditgesellschaften betrieben. Hierbei nimmt der Sponsor bzw. General Partner die Rolle des unbeschränkt haftenden Gesellschafters ein. Dies ist in der Regel die Kapitalverwaltungsgesellschaft. Die Kommanditisten werden von den Anlegern gestellt. Das gesamte Fondsvermögen des Hedgefonds ist im Gesamtbesitz der Kommanditgesellschaft.

Hinweis

In Deutschland wird diese Form der Geldanlage durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz: BaFin) reguliert. Die BaFin bietet weitere Informationen rund um Hedgefonds für interessierte Investoren.

Unterscheidung von Single- & Dach-Hedgefonds

Single-Hedgefonds entsprechen der eigentlichen Definition von Hedgefonds. Sie sind in ihren Anlagestrategien nicht beschränkt. Leverage (Hebel) und Leerverkäufe können zur Spekulation angewandt und auf verschiedene Anlageklassen spekuliert werden. Single-Hedgefonds sind mit einem hohen Risiko behaftet, da sie über dem Wert des Eigenkapitals handeln und gelten als intransparent.

Hedgefonds Unterscheidungen

Dach-Hedgefonds auf der anderen Seite greifen die Idee typischer Dachfonds auf. Sie können in inländische regulierte Single-Hedgefonds und ausländisches Investmentvermögen mit einer ähnlichen Anlagestrategie investieren. Bei der Auswahl der Single-Hedgefonds sind Regularien hinsichtlich Risikostruktur und Diversifikation (Risikostreuung) sowie der Finanzinstrumente vorgegeben. Leverage darf in kleinem Rahmen über dem Eigenkapital, Leerverkäufe nicht angewandt werden. Das Risiko ist durch die Risikostreuung etwas abgemildert.

Hinweis

Ein Dach-Hedgefonds darf maximal 20 % des Fondsvermögens in einen einzelnen Single-Hedgefonds investieren. Dieses Vorgehen dient dem Anlegerschutz und schafft zwangsweise eine Risikostreuung.

Wie funktionieren Hedgefonds?

Die Funktionsweise von Hedgefonds ist vergleichbar mit dem Ablauf bei einem Investmentfonds. Genauer gesagt sind Hedgefonds rechtlich betrachtet eine Form der Alternativen Investmentfonds (AIF). Die Mechanismen der Hedgefonds und die Abläufe bezüglich der Funktionsweise sind somit ähnlich.

Wird ein neuer Hedgefonds aufgelegt, werden im ersten Schritt Investorengelder für diesen Hedgefonds eingesammelt. In dieser Phase werden Wertpapierprospekte verschickt und Investoren eingeladen. Sobald ein gewisses Kapital eingezahlt wurde, beginnt der Fondsmanager mit seiner Arbeit. In der Regel kann, anders als bei geschlossenen Investmentfonds, weiterhin Kapital eingezahlt werden. Ist die Höchstgrenze erreicht, wird der Hedgefonds „geschlossen”. Investoren können in dieser Phase nur unter gewissen Umständen und nach einer Mindestlaufzeit ihr Kapital aus dem Fonds wieder abziehen.

Macht ein Hedgefonds über längere Zeit Verlust, wird dieser im Regelfall abgewickelt. Ist der Fondsmanager weiterhin glaubwürdig, eröffnet dieser oftmals einen neuen Hedgefonds, in den Investoren wiedereinsteigen können.

Was sind geschlossene Investmentfonds?

Unter einem geschlossenen Investmentfonds, im Kapitalanlagegesetzbuch als alternativer Investmentfonds bezeichnet, wird ein Investmentfonds verstanden, der zur Finanzierung spezifischer Projekte aufgelegt wird. Darunter können z. B. bestimmte Immobilienprojekte wie eine Shopping Mall oder ein Hotel fallen. Ebenfalls populär sind Investitionen in Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien oder für Container.

Die Besonderheit liegt darin, dass Investoren für eine bestimmte Zeit ihr Kapital einzahlen können. Danach wird der Fonds „geschlossen”, es können keine Investitionen mehr getätigt werden. In der Regel können Fondsanteile nur unter großen Gebühren zurückgegeben werden, vorausgesetzt, dies ist grundsätzlich möglich. Das Investment wird für eine Mindestdauer von einigen Jahren betrieben, der Anlagefokus liegt auf langfristigen Investments.

Vorsicht

Alternative Investmentfonds gelten als teuer und besitzen ein hohes Risiko. Für Privatanleger wird empfohlen, stattdessen in Publikumsfonds oder ETFs zu investieren.

Die Bedeutung des Fondsmanagers

Der Fondsmanager ist bei einem Hedgefondsvon zentraler Bedeutung. Als essenzieller Teil des Fondsmanagements leitet er das gesamte Team und kümmert sich darum, welche Strategie umgesetzt bzw. wie spekuliert werden soll. Er leitet darüber hinaus die Research-Abteilung des Hedgefonds und kümmert sich um die Investorenfragen bzw. Gespräche mit potenziellen Investoren.

Der Fondsmanager hat somit den Status einer Gallionsfigur für den gesamten Hedgefonds inne. Es sind seine Fähigkeiten, die überdurchschnittliche Renditen erzielen sollen und in die die Investoren glauben. Der Ruf des Fondsmanagers sorgt demnach dafür, dass Kapital eingesammelt werden kann. Star-Fondsmanager ziehen in diesem Zusammenhang weitere Investmentbanker an, die gemeinsam die geplante Anlagestrategie umsetzen. Für die Kapitalverwaltungsgesellschaften bedeutet dies in erster Linie eine attraktive Möglichkeit, talentierte Mitarbeiter zu rekrutieren.

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Hinweis

Star-Hedgefondsmanager stehen oftmals im internationalen Rampenlicht. Bekannte Persönlichkeiten sind z. B. Ray Dalio oder George Soros.

Unterscheidung zwischen Hedgefonds & Investmentfonds

Bei beiden Fondstypen handelt es sich um extern verwaltetes Fondsvermögen. Die Verwaltung findet aktiv durch einen Fondsmanager statt, der Renditen über einen Vergleichsindex erwirtschaften soll. Wo sich die beiden Fondstypen unterscheiden, zeigt die folgende Tabelle.

InvestmentfondsHedgefonds
GesetzesgrundlageStreng durch die BaFin reguliertSingle-Hedgefonds sind kaum reguliert, dürfen sich nur an institutionelle Investoren wenden; Dach-Hedgefonds sind teilweise in der Art ihrer Portfolio-Zusammensetzung reguliert
LeerverkäufeLeerverkäufe dürfen nicht durchgeführt werden; nur Käufe sind möglichSingle-Hedgefonds dürfen Leerverkäufe durchführen, um von Kursverlusten zu profitieren
AnlagestrategieWird im Wertpapierprospekt detailliert dargelegt, starke RegulierungKeine Regulierung hinsichtlich der Anlagestrategie
AnlageklassenAbhängig von der Fondsstrategie, häufig Beschränkung auf wenige AssetsKeine Einschränkung, Derivate können beliebig eingesetzt werden
RenditechancenIn Abhängigkeit vom Geschick des Fondsmanagers, abzüglich Gebühren können Referenzindizes selten geschlagen werdenFokussierung auf maximale Rendite, gute Renditechancen bei sehr hohem Risiko

Welche Anlagestrategien setzt ein Hedgefonds ein?

Hedgefonds und deren Fondsmanagement sind deutlich weniger reguliert als Investmentfonds. Als Ergebnis steht ihnen eine Reihe an weiteren Anlageklassen und Strategien zur Verfügung, die Fondsmanager von typischen Publikumsfonds nicht einsetzen dürfen. Die Investmentstrategien von Hedgefonds sind darüber hinaus oftmals deutlich aggressiver und risikohafter konzeptioniert.

Bekannt geworden sind Hedgefonds vor allem durch das Absichern von Positionen mit Leerverkäufen. Das sogenannte Hedging wird heutzutage nicht nur von Fondsmanagern angewandt, sondern ebenfalls von anderen Tradern. Die Grundidee zeigt aber, dass Hedgefonds alle Möglichkeiten bzgl. der Anlagestrategie nutzen, um Profite für die Investoren zu machen. Dabei beschränken sie sich nicht auf einzelne Anlageklassen.

Von essenzieller Bedeutung ist in diesem Zusammenhang der Wertpapierprospekt, in dem das Fondsmanagement der Fondsgesellschaft klar darlegt, welche internen Richtlinien für den Fondsmanager gelten. Dies ermöglicht dem interessierten Investor für sich abzusehen, wie riskant der Hedgefonds investiert.

Anlagemittel eines Hedgefonds

Ein Single-Hedgefonds ist frei in der Wahl der Anlagemittel. Dementsprechend zieht insbesondere diese Freiheit die Investmentbanker an. Da mit allen Anlageklassen gehandelt werden kann, steigt nicht nur das Risiko, sondern ebenfalls die Renditechancen. Diese sind einer der Gründe, warum Hedgefonds in der Fachpresse auftauchen.

Anlageklassen von Hedgefonds:

  • Aktien
  • Anleihen/Staatsanleihen (Bonds bzw. Renten)
  • Immobilien
  • Währungen
  • Rohstoffe
  • Kryptowährungen
  • Andere Fonds
  • Geldmarktinstrumente
  • Futures, Optionen
  • Derivate & Hebelprodukte

Was sind Leerverkäufe?

Eine Sonderform des Handels mit Finanzprodukten ist der sogenannte Leerverkauf. Dabei verkauft beispielsweise ein Manager einen Vermögenswert, den er nicht besitzt. Stattdessen wird er von einem anderen Akteur im Markt geliehen. Das Ziel eines Leerverkaufes ist es zu erreichen, dass der verkaufte Vermögenswert nach dem Verkauf im Wert sinkt. Dann kann er später zu einem niedrigeren Preis zurückgekauft und dem eigentlichen Besitzer zurückgegeben werden. Die zusätzlichen Erlöse aus dem ersten Verkauf sind die gewünschten Gewinne aus dem Leerverkauf.

Leerverkäufe Funktionsweise

In der Praxis könnte ein solcher Verkauf folgendermaßen aussehen:

Eine Aktie eines Unternehmens kostet an einer Börse momentan 100 €. Durch Fundamentalanalyse und Erfahrung ist sich der Fondsmanager relativ sicher, dass das Wertpapier überbewertet ist und an Wert verlieren wird. Ein Broker wird kontaktiert, dieser willigt ein, dem Fondsmanager 100 Aktien zur Verfügung zu stellen, ohne dass die 10.000 € Wert gezahlt werden müssen. Es kommt nicht zu einem Kauf durch den Hedgefonds.

Der Fondsmanager verkauft die geliehenen Aktien und erhält 10.000 €. In der Folge bewahrheitet sich die Prognose: Der Wert der Aktien fällt von 100 € auf 55 €. Der Fondsmanager kauft die 100 Aktien zurück und zahlt 100 x 55€ = 5.500 €. Von den eingenommenen 10.000 € bleiben 4.500 € reiner Gewinn zurück. Die geliehenen Aktien werden zurückgegeben, der Fondsmanager entrichtet eine gewisse Provision für die Leihgabe.

Solch ein Ausgang wie in diesem Beispiel ist natürlich nicht garantiert. Sollte die Analyse unzutreffend sein, ist es möglich, dass der Preis der Aktie korrekt oder sogar unterbewertet ist. Es kommt beim Leerverkauf zu einem Verlust, da die zuvor verkauften Aktien im Ankauf teurer sind. Möchte der Broker die verliehenen Aktien zurückerhalten, bedeutet dies, dass der Fondsmanager durch den Leerverkauf einen Verlust realisiert.

Hinweis

Garantierte, eingebaute Stopps, zu denen eine Position verkauft oder gekauft wird, können Abhilfe leisten. Dadurch wird sichergestellt, dass Verluste begrenzt werden.

Welche Risiken bergen Hedgefonds?

Ein Investment in Hedgefonds ist mit einem extrem hohen Risiko behaftet. Medienwirksam ist immer wieder von Insolvenzen zu lesen, Investorengelder gehen nicht selten vollständig verloren.

Das größte Risiko für einen Hedgefonds besteht darin, dass eine Menge Fremdkapital verwendet wird, welches eine große Hebelwirkung hervorruft. Sollte der Markt den Erwartungen des Fondsmanagers zuwiderlaufen, ist der Anleger einem erhöhten Verlustrisiko ausgesetzt. Der Kredit wird zuerst zurückgezahlt, das Guthaben für die Zins– und Tilgungszahlungen an die Investoren reicht oftmals nicht mehr aus.

Hedgefonds Nachteile

Darüber hinaus unterliegen Hedgefonds keinen Einschränkungen bei der Auswahl von Finanzinstrumenten, sodass eine risikoreiche Anlagestrategie möglich ist. Die mangelnde Regulierung ist einer der größten Kritikpunkte von dieser Fondsart. Zu guter Letzt müssen Zahlen nicht veröffentlicht werden, was Hedgefonds sehr intransparent in der Außendarstellung macht. Investoren haben nur im Rahmen der vereinbarten Möglichkeiten die Option, die Performance einzusehen.

Vorsicht

Privatanlegern wird in der Regel von einem Investment in einen Hedgefonds abgeraten. Wer mit dem Gedanken einer Investition spielt, sollte unbedingt alle Anlagestrategien und Produkte verstehen und überlegen, ob dieses Vorgehen mit dem geplanten Anlagehorizont und Risiko übereinstimmt. Hohe Renditen klingen zwar verlockend, es gilt beim Investieren in der Regel aber vor allem die Downside (das Verlustrisiko) auf ein Minimum zu beschränken.

Kosten von Hedgefonds

Hedgefonds haben aus vielerlei Gründen einen schlechten Ruf. Einer der größten Kritikpunkte sind die extrem hohen Gebühren, die von den meisten Kapitalanlagegesellschaften bzw. Fondsgesellschaften aufgerufen werden.

Die primären Kostentreiber sind die Managementgebühren sowie die Performancegebühren. Das Preismodell orientiert sich grundsätzlich an den Kostenfaktoren von Investmentfonds. Das für viele Anleger Fatale: Verwaltungsgebühren fallen unabhängig von der Performance des Hedgefonds an. Das bedeutet, dass das Fondsvermögen nicht nur durch Kursschwankungen dezimiert wird, sondern zusätzlich durch die Gebühren.

Typische Gebühren bei Hedgefonds:

  • Ausgabeaufschläge: Individuell zwischen 0 % und 20 %
  • Managementgebühr: Zwischen 1 % und 2 %
  • Performancegebühr: Zwischen 10 % und 25 %
  • Sonstige Kosten: Darunter können Gebühren für die Depotbank oder die Performance senkende Transaktions- bzw. Leihgebühren für Leerverkäufe fallen
Hinweis

Bei vielen Hedgefonds ist eine sogenannte Hurdle Rate für Managementgebühren im Gespräch. Die Idee besagt, dass die Managementgebühr nur dann fällig wird, wenn eine bestimmte Minimum-Rendite von z. B. 3 % erzielt wurde. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass ein Fonds trotz positiver Kursgewinne keine negative Netto-Rendite erzielt.

Wie können Privatanleger in Hedgefonds investieren?

In Deutschland können Klein- und Privatanleger nicht ohne Weiteres in einen Hedgefonds investieren. Aufgrund der Gesetzeslage und der Regulierung stehen grundsätzlich nur Dach-Hedgefonds zur Verfügung. Diese haben in der Regel hohe Mindesteinlagen, wodurch nur vermögende Privatanleger als Zielgruppe in Betracht kommen. Davon abgesehen, richten sich die Hedgefonds an institutionelle Investoren, die nicht von der Limitierung auf Dach-Hedgefonds betroffen sind.

Möchte man als Privatanleger in einen Dach-Hedgefonds investieren, muss Kontakt mit dem Emittenten, der Kapitalverwaltungsgesellschaft, hergestellt werden. Diese übermittelt im Anschluss im Regelfall einen Wertpapierprospekt. Dieser beinhaltet die Fondsstrategie, Informationen über das Fondsmanagement sowie weitere notwendige Details. Stimmen diese mit den Vorstellungen des Anlegers überein, kann das Investment während der Zeichnungsperiode durchgeführt werden. Der Investor wird in diesem Zuge Kommanditist des Hedgefonds und somit Anteilseigner des Fondsvermögens.

Fazit zu Hedgefonds

Für vermögende Privatanleger und institutionelle Investoren können Hedgefonds eine interessante Geldanlage darstellen. Der jeweilige Anleger sollte vorab überprüfen, ob die Fondsstrategie seinen Vorstellungen entspricht und der Fondsmanager über entsprechende Erfolge vorweisen kann. Stimmen diese Voraussetzungen, kann über ein Investment nachgedacht werden.

Investoren in Hedgefonds sollten auf jeden Fall das Risiko nicht außer Acht lassen und nur Geld investieren, das nicht dringend “gebraucht” wird. Es ist ratsam, dass ein Investment in einen Hedgefonds nur einen kleinen Teil des Portfolios ausmacht. Das entsprechend hohe Risiko, einhergehend mit dem Renditepotenzial, gilt es durch sicherere Investments wie Bonds abzufangen. Für unerfahrene Privat- und Kleinanleger sollten Hedgefonds kein Thema sein. Mit klassischen Investmentfonds und ETFs oder Direktinvestments in Aktien gibt es attraktivere Alternativen.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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