Korrekturen an der Börse: Corona-Krise belastet Unternehmen weiterhin stark – Beispiel: Fraport

Diese Woche fielen die Börsenkurse mal wieder deutlich nach unten. Der Dax musste einiges an Terrain abgeben – die Marke von 13.000 konnte nicht mehr gehalten werden. Doch das sind wohl nicht die einzigen Korrekturen, die wir in den nächsten Wochen noch erleben werden. Denn die Gewinnsituation vieler Unternehmen ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt kritisch. Mit einem Blick auf den Stoxx 600 Index, der sich aus den 600 größten Unternehmen in Europa zusammensetzt, wird deutlich, dass uns in der Berichtssaison noch einiges erwartet.

Denn bereits jetzt sieht es nach einem Gewinnrückgang von rund 38% aus. Das ist zwar eine deutliche Verbesserung zum 2.Quartal, bei dem es einen Rückgang von über 50% gab. Jedoch steht Deutschland im direkten Vergleich und mit geschätzten Gewinnrückgängen von lediglich 27% viel besser da! Doch auch einzelne Branchen wie zum Beispiel der Tourismus sind von der Corona-Krise stark betroffen. So hat beispielsweise das börsennotierte Unternehmen Fraport diese Woche schockierende Zahlen zum aktuellen Passagieraufkommen geliefert.

Der Bericht zeigte, dass es in diesem September lediglich 1,15 Millionen Fluggäste am Frankfurter Flughafen, dem wichtigsten Flughaften von Fraport, gab – rund 83% weniger Flugpassagiere als im Vorjahr. Obwohl Fluglinien wieder die Möglichkeit haben, den Flugbetrieb erneut aufzunehmen, werden diese aktuell einfach nicht nachgefragt – ein Knackpunkt, der sich auch in den nächsten Monaten nicht ändern wird. Denn wenn die aktuellen Einschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie sowohl in Deutschland als auch in den anderen Ländern wieder verschärft werden, werden auch weiterhin nur noch wenige Menschen verreisen.

All das sind klare Anzeichen dafür, wie stark die Corona-Krise einzelne Branchen und Unternehmen gefährdet. Aus diesem Grund sind die starken Schwankungen, die wir diese Woche an der Börse gesehen haben, eine normale Reaktion auf die massiven Verschiebungen in der Wirtschaft. Schwankungen, die sich möglicherweise auch noch in den nächsten Wochen und Monaten fortsetzen werden. Denn die Aktenmärkte in Deutschland notieren derzeit noch knapp unter den Rekordständen: Es gibt also eindeutig noch Luft nach unten!

Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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