Revolution in der Gentechnik: Welche Aktien könnten profitieren?

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CRISPR-Cas9 gilt als Revolution in der Gentechnik. Anleger können mit der richtigen Aktie von diesem Zukunftstrend profitieren. (Foto: nednapa / shutterstock.com)

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Das Verfahren könnte eine Revolution in der Medizintechnik einleiten und die Art und Weise verändern, wie Ärzte künftig Krankheiten behandeln. Die Rede ist von CRISPR-Cas9 – eine Revolution in der Gentechnik.

Hinter dem Crispr/Cas-Methode (Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats) verbirgt sich ein Mechanismus, um die DNA (Erbgut) gezielt zu schneiden und anschließend umzuschreiben. Wie funktioniert das und was bedeutet das?

Video-Tipp: „Gen-editing mit CRISPR/Cas9“ der Max-Planck-Gesellschaft

Was ist CRISPR-Cas9 und warum ist es so wichtig?

Die CRISPR/Cas-Methode wurde von einer Arbeitsgruppe um Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna entdeckt. Der Molekularbiologinnen entwickelte 2012 molekularbiologische Werkzeuge (CRISPR-Sonden und Cas-Proteinscheren), wodurch Bakterien Viren und andere Krankheitserreger abwehren können – daraus entstand die CRISPR/Cas-Methode. 2021 wurde die erste klinische Studie intravenöser CRISPR-Genbearbeitung beim Menschen beendet und das mit erfolgversprechenden Ergebnissen.

Das Besondere an dem Verfahren: Durch CRISPR-Cas9 steht erstmals ein Mechanismus zur Verfügung, um DNA-Bausteine und lebende Zellen im Erbgut gezielt zu verändern, sodass das Immunsystem Angriffe von Viren erkennen und abwehren kann. Das Verfahren funktioniert bei menschlichen, tierischen und pflanzlichen Zellen. Das CRISPR/Cas-System wird zur Entfernung der Genome von Krankheitserregern chronischer Infektionskrankheiten wie HIV und Hepatitis-B eingesetzt.

Genbearbeitung: Welche Aktien und Unternehmen könnten profitieren?

Es gibt börsennotierte Unternehmen, die sich speziell mit Themenbereich der Genbearbeitung („Gene Editing“) befassen. Insgesamt haben Gene-Editing-Spezialisten seit 2013 mehr als 1 Mrd. US-$ an Venture-Kapital einsammeln können, heißt es bei der Boston Consulting Group.

CRISPR Therapeutics (WKN: A2AT0Z)

Das Biotech-Unternehmen CRISPR hat Bayer (WKN: BAY001) und Vertex Pharmaceuticals (WKN: 882807) als Partner. Die Marktbewertung lag 2019 bei 2 Milliarden US-$.

Cellectis (WKN: A14QZE): Gene-Editing aus Frankreich

Die in Paris ansässige Cellectis nutzt Gene-Editing-Verfahren, um die Entwicklung von Immuntherapien voranzutreiben. Hierfür hat Cellectis seine eigene proprietäre Plattform namens TALEN entwickelt, um Krebszellen zu identifizieren und zu zerstören.

Editas Medicine (WKN: A2AC4K)

Zu den Pionieren in diesem Bereich gehört der Börsenneuling Editas Medicine. Die von Google unterstützte CRISPR-Cas9 Aktie ist der erste an der Börse notierte Gene Editing Spezialist. Durch den Börsengang im Frühjahr 2016 nahm Editas Medicine rund 100 Mio. US-$ auf, nachdem das in Cambridge/Massachusetts ansässige Unternehmen über mehrere Finanzierungsrunden hinweg bereits mehr als 163 Mio. US-$ eingesammelt hat.

Editas will 15 bis 20 Mio. US-$ der Einnahmen aus dem Börsengang dazu verwenden, um vorklinische Studien weiter voranzutreiben. 22 Mio. US-$ sollen speziell in CRISPR-basierte Gentherapien fließen, um neue Therapieansätze gegen den Krebs zu entwickeln.

Intellia Therapeutics (A2AG6H) baut auf starke Partner

Auch Intellia Therapeutics befasst sich mit dem Thema Gene Editing. Intellia konzentriert sich auf CRISPR-Cas9 Zelltherapien, wobei das Unternehmen mit namhaften Partnern zusammenarbeitet. Zu diesen gehören unter anderem der Schweizer Pharmakonzern Novartis und der New Yorker Biotech-Konzern Regeneron, der sich bereits 7% der Intellia-Anteile gesichert hat.

Die Intellia Therapeutics Aktie bezifferte Mitte 2021 eine Marktkapitalisierung von 9,66 Mrd. US-$.

Sangamo Therapeutics (WKN: 936386): Mit Gene-Editing gegen Hämophilie

Erwähnenswert ist auch das in den USA ansässige Biotech-Unternehmen Sangamo Therapeutics, das mithilfe von Gentherapien und Gene-Editing-Verfahren Therapien gegen Blutgerinnungsstörungen (Hämophilie) entwickeln will. Die Marktkapitalisierung lag Mitte 2021 bei 1,39 US-$.

Fazit CRISPR-Cas9 Aktien: viel Potenzial für spekulative Anleger

CRISPR-Cas9 und andere Gene-Editing-Verfahren sind revolutionär. Vor allem CRISPR-Cas9 scheint dabei vielversprechend, da mit diesem Verfahren sehr exakt und präzise DNA-Bausteine verändert werden können, ohne dass es zu ungewollten Nebenwirkungen kommt.

Dennoch sollten Anleger, die sich für CRISPR-Cas9 Aktien interessieren, wissen, dass sich diese Unternehmen noch im Forschungsstadium befinden. Bis die ersten CRISPR-Cas9 Anwendungen marktreif sind, wird es also noch mehrere Jahre dauern. Daher sind  CRISPR-Cas9 Aktien nur für spekulativ und risikoorientierte Anleger interessant, die einen langfristigen Anlagehorizont haben.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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