Diese Aktie trägt einen großen Namen

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Mode-Aktien können vielversprechend sein – sind es aber oft nicht. Wir erklären, wie es um Esprit steht. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Im Einzelhandel geht die Angst um. Erst belasteten zwei Lockdowns das Geschäft. Jetzt könnte der kurze Traum von Normalität schon bald wieder ausgeträumt sein: in Deutschland steigen die Inzidenzen. Über 100 ist Schluss – selbst mit Termin-Shopping. Umso wichtiger ist es, dass Anleger ganz genau wissen, wie es fundamental um Unternehmen bestellt ist, die vom Einzelhandel abhängen.

Eines dieser Unternehmen ist Esprit. Haupt- und Verwaltungssitz des Unternehmens ist Hongkong. Der Sitz der Europazentrale befindet sich in Ratingen, Nordrhein-Westfalen. Von hier aus entwirft Esprit pro Jahr und Sparte 6 Kollektionen. Das Unternehmen ist in 40 Ländern aktiv. Derzeit betreibt Esprit 389 eigene Filialen und vielen Shop-in-Stores. Deutschland ist mit einem Umsatzanteil von rund 56% wichtigster Absatzmarkt.

Wenig Gutes von Esprit

Im vergangenen Geschäftsjahr (bis 30.06.) ist der Umsatz um 21% auf 9,2 Mrd HK$ gesunken. Unterm Strich stand ein Verlust von 4 Mrd HK$. Esprit verlegt das Geschäftsjahr auf den 31.12. Die Geschäftszahlen für das Rumpfgeschäftsjahr werden erst am 31.3. veröffentlicht. Während der Konzern darauf verzichtet Quartalsmitteilungen zu veröffentlichen, wird die Geschäftsführung endgültig nach Hongkong verlegt.

Die Zukunft des Standortes Ratingen, in dem sich die bisherige Zentrale und das Outlet befinden, ist ungewiss. Der Umzug geht mit der Kündigung der bisherigen Geschäftsführung einher. CEO Anders Kristiansen, CFO Johannes Schmidt-Schultes und COO Marc Andreas Tschirner, die sich noch vor kurzem die Sanierung des maroden Konzerns auf die Fahne geschrieben haben, verlassen das Unternehmen.

Der Japaner Mark Daley wird neuer CEO, die Chinesin Yung Ting Wan übernimmt die Produktentwicklung. Die neue asiatische Geschäftsführung entspricht den Vorstellungen des Großaktionärs Karen Lo Ki Yan, der über die North Point Talent Limited knapp ein Viertel des Konzerns übernommen hat. Die Tochtergesellschaft Esprit Deutschland hat inzwischen die Insolvenz hinter sich, in der 44 der 94 Geschäfte in Deutschland geschlossen wurden und 1.200 Arbeitsplätze verlorengegangen sind.

Hier ist 5 vor 12

Da diese Maßnahmen nicht ausreichen, um Esprit dauerhaft über Wasser zu halten, plant das Unternehmen eine Kapitalerhöhung, mit der die Anteile der Aktionäre verwässert werden. Angesichts des momentanen Umfeldes und der schwierigen Situation von Esprit ist die Aktie ganz sicher kein Kauf. Auch im Chart müsste sich zunächst einmal ein Turnaround andeuten, damit Investoren ihre Meinung ändern können. Finger weg!

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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