Dermapharm: Ein kurzes „Sell on good news“

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Das deutsche Pharmaunternehmen hat einen starken Quartalsbericht vorgelegt. Die Anleger zeigten sich jedoch nicht begeistert. (Foto: Production Perig / shutterstock.com)

So langsam neigt sich die Quartalsberichtssaison dem Ende entgegen – und so kann es nicht verwundern, dass die Zahlen der Nachzügler jetzt genau unter die Lupe genommen werden. Dies bekam gestern Dermapharm zu spüren. Nachdem es unmittelbar nach der Zahlenbekanntgabe deutlich nach oben ging, setzten auf einmal Verkäufe ein – trotz starker Zahlen.

Unternehmensportrait

Die Dermapharm Holding SE ist ein in Deutschland ansässiges Unternehmen, das sich mit der Herstellung von patentfreien Markenarzneimitteln beschäftigt und in den Segmenten Markenarzneimittel und andere Gesundheitsprodukte tätig ist. Der Konzern verfügt über rund 950 Zulassungen für mehr als 250 pharmazeutische Wirkstoffe, die als Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel oder ergänzende bilanzierte Diäten vermarktet werden.

Quartalsergebnisse hervorragend

Auch Dermapharm entwickelte sich zu einem Corona-Gewinner. Die Nachfrage nach Präparaten zur Immunstärkung wie Vitamin-D-Produkte als auch die Unterstützung bei der Corona-Impfstoffproduktion für Biontech sowie die Übernahme der Merck-KGaA-Tochter Allergopharma wirkten sich insgesamt sehr positiv auf die vorgelegten Halbjahreszahlen aus.

So kletterte der Umsatz um 13% auf 428 Mio. Euro. Das um Einmalkosten bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) stieg um 49% auf 137 Mio. Euro. Die entsprechende Marge legte um 7,8 Prozentpunkte auf 32% zu.

Auch Ausblick positiv

Es kann also nicht verwundern, dass sich die Aktie anfangs von der festeren Seite zeigte und ein neues Rekordhoch markierte. Doch dann bekamen es die Anleger offensichtlich mit der Angst zu tun und schickten die Aktie kurz auf Talfahrt. Der Großteil der Tagesverluste konnte bis zum Tagesschluss jedoch bereits wieder aufgeholt werden.

Wie sich herausstellt – grundlos. Einmal mehr war die Börsenweisheit „sell on good news“ offensichtlich die Grundlage für die zu beobachtende Handelsentscheidung. Denn auch die Aussichten bleiben weiterhin positiv – wie auch der Ausblick auf das laufende Gesamtjahr zeigt: So soll der Umsatz um 24 bis 26% zulegen. Beim bereinigten Ebitda wird ein Wachstum von 45 bis 50% angestrebt. Also wirklich kein Grund, die Aktien derzeit zu verkaufen. Das zeigen auch die fundamentalen Kennziffern. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 27 und einer Dividendenrendite von knapp 2% kann der Konzern auch hier punkten.

Erfreuliche Kursentwicklung seit Börsendebüt 2018

Und auch über die bisherige Performance der Aktie, die erst vor rund 3 Jahren ihr Börsendebüt feierte und inzwischen im SDAX vertreten ist, gibt es keinen Grund zur Klage. Allein in diesem Jahr betrug das Plus mehr als ein Drittel. Seit dem Börsenstart 2018 hat sich der Kurs inzwischen annähernd verdreifacht. Und auf Grund der Ausrichtung und der vorhandenen Sensibilisierung der Bevölkerung im Bereich der Immunstärkung stehen die Chancen auf eine weiterhin positive Entwicklung nicht schlecht.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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