Kreuzfahrt Aktien: Klappt der Neustart nach Corona?

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Kreuzfahrt-Aktien nach Corona - Schiffe stechen wieder in See, aber die Probleme sind noch nicht überwunden. Wie geht es weiter für die Branche? (Foto: Denis Belitsky / shutterstock.com)

Für Kreuzfahrt Aktien hieß es lange Zeit: „volle Kraft voraus!“ Hohe Zuwachsraten, Umsatzrekorde, Kursanstiege und damit überbordende Nachfrage waren an der Tagesordnung. Einige Schiffe, Routen und bestimmte Kabinenkategorien waren teilweise auf Jahre ausgebucht. Hohe Investitionen in neue und moderne Schiffe waren für alle Anbieter selbstverständlich.

Die Geschäftsaussichten der Tourismusbranche waren allgemein sehr sonnig, doch es gab aufgrund von Corona einen starken Knick. Wie sieht der Trend 2021 aus? Gibt es einen Neustart für Kreuzfahrt Aktien?

Rückblick 2020: Corona fesselte die Schiffe in ihren Häfen

Mit der Corona Krise wurde den Kreuzfahrtunternehmen weltweit der Wind völlig aus den Segeln genommen. Die Schiffe blieben gezwungener Maßen lange bewegungslos in den Häfen. Damit wurde das gesamte Geschäftsmodell nahezu völlig zertrümmert. Berichte über Schiffe, auf denen sich Passagiere mit Corona infizierten, wirkten auf das Image von Kreuzfahrten verheerend.Staatliche Regulierungen verhinderten weitgehend einen touristischen Einsatz der Dampfer. Alle Gesellschaften stellten daraufhin das aktive Geschäft nahezu komplett ein. Mit entsprechenden Folgen: So musste beispielsweise die ehemalige Nummer eins Carnival Corporation im Sommer 2020 einen Umsatzeinbruch von 99,5 Prozent hinnehmen.

Kreuzfahrt Aktien 2021: Wie ist die aktuelle Lage in der Branche?

2021 wird der Neustart versucht, die Kreuzfahrtindustrie will an den alten Boom der Vergangenheit mit regelmäßig zweistelligen Zuwachsraten wieder anzuknüpfen: Leinen los für Kreuzfahrschiffe und Kreuzfahrtaktien.

Bestimmte Corona bedingte Einschränkungen und Vorgaben werden auch 2021 bestehen bleiben. Spezielle Hygienekonzepte wurden entwickelt, um die Ansteckungsrisiken zu minimieren. Vor allem wird eine volle Auslastung der Schiffe auf absehbare Zeit kaum zu erreichen sein und Kreditraten und Mehrkosten für erweiterten Wartungsaufwand nach langer Liegezeit belasten weiterhin die Ergebnisse aller Anbieter.

Dennoch wird das Licht am Ende des Tunnels heller. Punkt für Punkt werden weltweit die staatlich verhängten Einschränkungen zurückgenommen oder gelockert, wobei hierbei immer wieder Rückschläge einzukalkulieren sind. Damit gewinnen die Kreuzfahrtkonzerne Handlungsfreiheiten zurück und können ihre Angebote wieder ausweiten.

Nachfrage nach Kreuzfahrten trotz Krise weiterhin vorhanden

Die Nachfrage nach Kreuzfahrten sind grundsätzlich immer noch ungebrochen. Viele Menschen haben lange auf Urlaube verzichten müssen. Der Wunsch nach Reisen, Urlaub, Abwechslung und damit auch Kreuzfahrten wird größer.

In praktisch allen Medien verstärkt sich die Werbung für Kreuzfahrten, „all inclusive“ Angebote verbunden mit verschiedenen Stornierungsoptionen sind überall zu sehen. Die Branche tut alles, um das Geschäft wieder zu reanimieren. Vielleicht eine Möglichkeit für Sie, als Anleger von der Gesundung der Branche zu profizieren.

Was sind die wichtigsten Kreuzfahrt Aktien 2021?

Der Weltmarkt wird auch 2021 nach wie vor von vier Unternehmen beherrscht: Carnival Corporation, Royal Caribbean Cruises, Norwegian Cruise Line und der Schweizer MSC Kreuzfahrten, deren Aktien aber nicht an der Börse gehandelt werden. Die nicht börsennotierte MSC Kreuzfahrten mit Sitz in Genf kam vor der Krise auf einen Marktanteil von gut 10 %. Damit waren die Schweizer ungefähr so groß wie Norwegian Cruises.

Letztlich sind es damit nur drei echte Kreuzfahrt Aktien, die Ihnen als Investor/in zur Verfügung stehen. Alle drei Gesellschaften sind US-Amerikanische Unternehmen und in Florida ansässig.

Hier die zugehörigen Börsensymbole:

  • Carnival Corp. (WKN: 120100  ISIN: PA1436583006)
  • Royal Caribbean (WKN: 886286  ISIN: LR0008862868)
  • Norwegian Cruise Line (WKN: A1KBL8 bzw. ISIN: BMG667211046)

Carnival ist die größte und Norwegian Cruise die kleinste Gesellschaft. Alle werden auch an deutschen Börsen gehandelt, wenn Sie ordern wollen müssen sie also nicht an ausländischen Börsen agieren.

Bedenken Sie: Der Heimatbörsenmarkt notiert in US Dollar, bei einem Engagement sind sie damit auch den Wechselkursschwankungen Euro / US-Dollar unterworfen. Alle drei Gesellschaften haben einen entscheidenden Vorteil: Sie operieren in einem Markt mit hohen Eintrittsbarrieren und bilden ein Oligopol, das kaum einzuholen ist.

Wie ist der Ausblick für Kreuzfahrt Aktien?

Die Aktienkurse aller drei genannten Gesellschaften haben mit der Krise teilweise 80 % und mehr verloren. Ab der zweiten Jahreshälfte 2020 gab es zaghafte Erholungsversuche, die aber zuletzt wieder einen Rückschlag hinnehmen mussten. Ganz im Gegensatz zu vielen anderen Aktien und Aktienindizes sind Kreuzfahrt Aktien noch weit von ihren alten Höchstständen entfernt.

Die Unternehmen haben allerdings die Krise überlebt (das war nicht unbedingt sicher), wurden teilweise mit frischem Geld ausgestattet, und sind fest entschlossen, im Geschäft wieder „volle Kraft voraus“ zu geben. Gerade hier liegt für mutige Anleger die Chance, sich zu beteiligen.

Per heute eine Prognose abzugeben, welche der drei Gesellschaften die besten Chancen hat, ist kaum möglich. Egal für welche der Alternativen Sie sich entscheiden: Wichtigste Basis für Erfolg oder Misserfolg dürfte der weitere Verlauf der Epidemie sein, und wie die verschiedenen Staaten und Gesellschaften damit umzugehen lernen.

Nur bei entsprechender Risikobereitschaft sollte ein längerfristiges Aktienengagement erwogen werden, dafür winken Ihnen aber im günstigsten Fall überdurchschnittliche Renditen.

Risikofaktoren von Kreuzfahrt Aktien: Umweltschonende Umrüstungen notwendig

Anfang Juli 2021 wurde nach langem Tauziehen entschieden: Kreuzfahrtriesen mit einer Länge von über 180 Metern dürfen nicht mehr direkt den Hafen von Venedig anlaufen. Der entscheidende „Hebel“ für dieses Verbot war die Drohung, Venedig den Status als Weltkulturerbe zu entziehen.

Damit wird deutlich, dass sich die Reedereien stärker als zuvor mit Umweltthemen auseinandersetzen müssen. Eine Pflicht zur Umrüstung der Ozeanriesen auf umweltschonende Antriebe dürfte ebenfalls mittelfristig auf die Anbieter zukommen.

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Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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