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Gründer will Continental Resources-Aktie übernehmen

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Der Aktienkurs des Schiefergasproduzenten Continental Resources zog gestern nochmals kräftig um beinahe 15% an. Damit setzt sich der Höhenflug der Aktie ungebremst fort. Im Börsenjahr 2022 liegen die Papiere des Rohstoff-Unternehmens bereits über 60% im Plus. Grund des jüngsten Kurssprungs war die Meldung, dass der Firmengründer und Milliardär Harold Hamm die restlichen Anteile übernehmen und die Firma von der Börse nehmen möchte.

Continental Resources – der Spezialist für Schiefergas

Continental Resources ist eine im Jahr 1967 gegründete US-amerikanische Erdölfördergesellschaft mit Sitz in Oklahoma City, die große Schieferöllagerstätten in der Bakken-Formation North Dakotas und Montanas besitzt. Darüber hinaus ist sie auch in South Dakota und Wyoming tätig.

Interessant ist vor allem der Blick in die Historie: Im Jahr 1967 gründete nämlich der jetzige Bieter Harold Hamm die Vorgängergesellschaft Shelly Dean Oil Co. Zehn Jahre später startete er eine Reihe von erfolgreichen Erdölbohrungen in Oklahoma. In 1985 tätigte Hamm mit dem Erwerb Petro-Lewis (mehr als 500 Öl- und Gasbohrlöcher) die bis heute größte Akquisition der Unternehmensgeschichte.

Putins-Angriffskrieg treibt die Preise

Seit 1990 firmiert das Unternehmen als Continental Resources. Das Unternehmen expandiert gerade in das Permian-Becken, das Herzstück der US-Schiefergasvorkommen, da die Ölpreise nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine stark gestiegen sind. Im ersten Quartal steigerte der Konzern seinen Umsatz um 49% auf 1,81 Milliarden Dollar. Am Ende stand ein Gewinn von 598 Millionen Dollar in den Büchern.

Firmengründer will alle Anteile

Nun bietet der Familientrust des Milliardärs und Gründers Harold Hamm 70 Dollar je Aktie für rund 17% der Anteile, die noch nicht im Besitz der Familie sind. Damit wird der Rohstoffkonzern mit 25,4 Milliarden Dollar bewertet. Das Angebot beinhaltet einen Kursaufschlag von 9% zum Schlusskurs vor der Übernahmemeldung.

Mehr Chancen als privates Unternehmen

Die Intention vom Bieter Hamm ist klar definiert: Er will nach der Übernahme den Konzern von der Börse nehmen. In einem Brief an die Mitarbeiter, in dem er das Angebot und den geplanten Rückzug von der Börse erläuterte, beklagte Hamm, dass die öffentlichen Märkte die Öl- und Gasindustrie nicht unterstützt und ihr Wachstum begrenzt hätten, insbesondere seit der Coronavirus-Pandemie. Für die künftige Wertschöpfung sieht Hamm wesentlich bessere Chancen, wenn Continental Resources in komplett privater Hand ist.

Aktienkurs klettert über Angebotsniveau

Continental reagierte auf das Angebot und teilte mit, es werde einen Sonderausschuss unabhängiger Direktoren bilden, um den Vorschlag von Hamm zu prüfen. Sollte der Vorschlag abgelehnt werden, wird die Familie Hamm weiterhin als langfristige Anteilseigner fungieren und keine strategischen Optionen anstreben, heißt es in dem Angebotsschreiben von Hamm.

Die Aktionäre zeigen sich hingegen von dem Vorstoß erfreut und trieben die Aktie gestern auf bis auf 74 Dollar in die Höhe und damit deutlich über das Niveau des Übernahmeangebots.